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Artikel „Leverkus, Wilhelm“ von August Mutzenbecher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 503–504, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Leverkus,_Wilhelm&oldid=- (Version vom 21. Februar 2020, 17:10 Uhr UTC)
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Leverkus: Wilhelm L. wurde am 13. Februar 1808 zu Wermelskirchen im Kreise Lennep geboren, wo sein Vater als Apotheker lebte. Nachdem er bis Ostern 1822 die Schule seines Heimathortes besucht hatte, erhielt er seine Ausbildung auf den Gymnasien zu Kreuznach und Düsseldorf und bezog im Herbst 1826 die Universität Bonn, um sich dem Studium der Philologie zu widmen. Später ging er nach Heidelberg, wo er wegen seiner Betheiligung an dem Auszuge der Studenten im J. 1828 relegirt wurde, und endlich, nachdem er eine Zeitlang im Vaterhause seine Studien fortgesetzt hatte, nach Berlin, wo er promovirte. Da er als demagogischer Umtriebe verdächtig in Preußen trotz vielfacher Bemühungen und Fürsprachen eine Anstellung nicht erlangen konnte, übernahm er Ostern 1836 provisorisch für ein Jahr die Functionen eines Hülfslehrers am Gymnasium zu Eutin; eine dauernde Anstellung an dieser Schule lehnte er indeß ab, indem er Verwendung bei dem in Eutin befindlichen Archiv des Bisthums Lübeck fand (Juli 1837). Im J. 1838 wurde er als Secretär an das Haus- und Centralarchiv nach Oldenburg berufen und 1845 zum Archivar bei demselben ernannt. Von seinem heimathlichen Kreise zum Stellvertreter des Abgeordneten für das Frankfurter Parlament gewählt, trat er nach dem Ausscheiden des Abgeordneten Hülsmann im October 1848 in die Nationalversammlung ein, wo er sich dem rechten Centrum anschloß, mit dessen Mehrheit er am 20. Mai 1849, da die Durchführung der Reichsverfassung mit preußischer Spitze gescheitert war, sein Mandat niederlegte. Zu politischer Wirksamkeit bot sich ihm seitdem keine Gelegenheit; er widmete sich ausschließlich archivalischen und diplomatischen Studien und Arbeiten, namentlich auf dem Gebiete des Schleswig-Holsteinischen Staatsrechts. Am Schlusse des Jahres 1856 als Archivrath zum Vorstande des Haus- und Centralarchivs ernannt, wurde seine ersprießliche Thätigkeit durch Beförderung zum Geheimen Archivrath (1862) und Staatsrath (1866) anerkannt. L. starb am 30. November 1870, nachdem ihm die Anfänge der Verwirklichung seines Lieblingswunsches, der Einheit Deutschlands, der von Jugend auf sein [504] Denken und Streben geweiht war, mit hoher Freude erfüllt hatten. Er war ein echter deutscher Mann, wahr und treu. – Schriftstellerische Arbeiten hat L., abgesehen von kleinen Aufsätzen in Zeitschriften, nur folgende geliefert: „Eine authentische Interpretation der Garantieacten Englands und Frankreichs wegen des Herzogthums Schleswig“ (1848), eine Schrift, die wegen ihrer publicistischen Bedeutung für die Stellung Schleswigs zu Deutschland in demselben Jahre von Colquhoun in London ins Englische übertragen ist, und die zweite Abtheilung des Codex diplomaticus Lubecensis: „Urkundenbuch des Bisthums Lübeck“ (1856), Thl. 1, die Jahre 1154 bis 1341 umfassend, ein Werk, an welchem er 12 Jahre gearbeitet hat, an dessen Fortführung er indeß durch amtliche Arbeiten gehindert wurde.