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Artikel „Lührß, Karl“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 623, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:L%C3%BChr%C3%9F,_Karl&oldid=- (Version vom 22. Februar 2020, 16:21 Uhr UTC)
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Lührß: Karl L., ein reich begabter Componist mit edlem Streben, der aber im behaglichen Wohlleben seine Talente einschlafen ließ. Am 7. April 1824 zu Schwerin geboren, erhielt er von seinem Vater, dem Schloßorganisten und Hofmusiker daselbst, die erste musikalische Ausbildung, bis ihn dann derselbe im J. 1840 auf die königliche Akademie der Künste nach Berlin sandte. Hier wurde auch Mendelssohn auf ihn aufmerksam und seinen Rathschlägen und Aufmunterungen hatte er viel zu danken. Schon im J. 1841 trat er öffentlich als Pianist auf, ging dann nach Italien und kehrte 1848 in seine Vaterstadt zurück, wo er Musikunterricht gab und fleißig componirte. Schon 1840 gab er ein Heft Lieder heraus, dem bald andere folgten, 1843 erschien seine Sinfonie in Es-dur, 1845 ein Streichtrio u. A., welche sämmtlich von der Kritik mit Hochachtung besprochen wurden, weshalb man einst Großes von ihm erwartete. Die kleinen Verhältnisse Schwerins sagten seinem hochstrebenden Geiste wenig zu und er entschloß sich 1851 wieder nach Berlin zu gehen. Hier wollte ihm das irdische Glück äußerlich wohl: eine reiche Heirath entriß ihn aber dermaßen der Kunst, daß nur Weniges und Unbedeutendes noch von ihm erschien. Auch körperliche Leiden kamen hinzu. So ging das einst hoffnungsvolle Talent eher schlafen als der Leib, der erst am 11. November 1882 zu Grabe getragen ward. Ein Verzeichniß seiner gedruckten Compositionen enthält das Tonkünstler-Lexikon Berlins von v. Ledebur (Berlin 1861).