ADB:Kobler, Andreas

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Artikel „Kobler, Andreas“ von Friedrich Lauchert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 51 (1906), S. 292, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kobler,_Andreas&oldid=- (Version vom 29. November 2020, 17:54 Uhr UTC)
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Kobler: Andreas K., Jesuit, Kirchenhistoriker, geboren am 22. Juni 1816 zu Mühldorf in Baiern, † am 17. November 1892 zu Klagenfurt. K. besuchte das Gymnasium in Landshut, studirte in München Theologie und wurde am 27. Juli 1840 zum Priester geweiht. Nach vierjähriger Thätigkeit in der Seelsorge, zuerst als Caplan in Traunstein, dann in München in der Vorstadt Au, trat er am 4. November 1844 zu Graz in das Noviziat der Gesellschaft Jesu. Im J. 1848 wurde er nach Nordamerika gesandt, wo er bis 1854 an verschiedenen Orten in Missionen und im Lehramt (Mathematik) wirkte; 1854 kehrte er nach Europa zurück. Von 1858 bis 1871 war er ordentlicher Professor der Kirchengeschichte an der Universität Innsbruck, 1859 Rector der Universität, 1861–1866 auch Rector des Jesuitencollegs daselbst; 1871–1873 Professor der Mathematik auf dem Freinberge bei Linz, 1873 bis 1878 Rector daselbst; 1878–1887 wieder in Innsbruck, mit historischen Studien beschäftigt. 1887 wurde er als Director des Priesterseminars und Professor der Theologie nach Klagenfurt berufen, wo er bis zu seinem Tode wirkte.

Kobler’s bekanntestes Hauptwerk ist: „Katholisches Leben im Mittelalter. Ein Auszug aus Kenelm Henry Digby’s ‚Mores Catholici: or Ages of Faith‘“ (4 Bde., Innsbruck 1887–1889). Einen Theil des Werkes von Digby hatte K. schon zwanzig Jahre früher unter dem Titel: „Studien über die Klöster des Mittelalters. Aus dem Englischen übersetzt“ (Regensburg 1867) bearbeitet. Seine andern größeren Werke sind der Geschichte seines Ordens gewidmet: „Pater Florian Baucke, ein Jesuit in Paraguay (1748 bis 1766). Nach dessen eigenen Aufzeichnungen“ (Regensburg 1870); „Der christliche Communismus in den Reductionen von Paraguay. Ein Culturbild aus dem vorigen Jahrhundert“ (Würzburg 1877; = Kathol. Studien, 2. Jahrg., 8. Heft); „Die Martyrer und Bekenner der Gesellschaft Jesu in England während der Jahre 1580 bis 1681“ (Innsbruck 1886). Von seinen kleineren Schriften seien noch genannt: „Die Aufhebung der Gesellschaft Jesu 1773“ (Linz 1873, drei Auflagen; anonym); „Ein zwar älteres, aber immer noch zeitgemäßes Gutachten in Sachen der Jesuiten“ (Linz 1874; anonym); „Eine innere Klosterschule im 9. Jahrhundert“ (Linz 1877); „Die Seligsprechung der fünf englischen Martyrer aus der Gesellschaft Jesu“ (Innsbruck 1888). Von seinen Beiträgen zu Zeitschriften (Zeitschrift für katholische Theologie und Linzer Theologisch-praktische Quartalschrift) ist hervorzuheben: „Die sociale Bedeutung der Klöster im Mittelalter und die nächsten Folgen ihrer Aufhebung in England“ (Theol.-prakt. Quartalschrift 1883–1885). Ferner bearbeitete K. die 4. und 5. Ausgabe des Werkes: „Manresa, oder die geistlichen Uebungen des heiligen Ignatius, frei bearbeitet und neu herausgegeben von P. Ant. Schmid“ (4. A. Regensburg 1885; 5. A. 1890).

Sommervogel, Bibliothèque de la Compagnie de Jésus; Bibliographie, T. IV (Bruxelles et Paris 1893), Addenda p. XIII. – Die katholische Bewegung, N. F., 6. Jahrgang 1893, S. 61 f. – Guppenberger, Bibliographie des Clerus der Diöcese Linz (Linz 1893), S. 98 f.