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Artikel „Heyde, Heinrich Sigismund von der“ von Ernst Graf zur Lippe-Weißenfeld in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 346–347, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heyde,_Heinrich_Sigismund_von_der&oldid=- (Version vom 12. Dezember 2019, 00:26 Uhr UTC)
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Band 12 (1880), S. 346–347 (Quelle).
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Heyde: Heinrich Sigismund v. d. H., geb. zu Schaksdorf in der Niederlausitz im J. 1703, † am 4. Mai 1765. Mit 14 Jahren trat er 1718 in das Infanterieregiment Alt-Dessau; wegen seiner Wunden ward er 1747 in ein Garnisonregiment versetzt. Gleichwol sollte ihm auch hier Gelegenheit zu höchster militärischer Auszeichnung durch die dreimalige Vertheidigung Colberg’s zu Theil werden. Für die erste Vertheidigung gegen den überlegenen Feind (October 1758) ward er vom Major direct zum Oberst befördert, durch den Orden pour le mérite und durch die hoch ehrenden Worte ausgezeichnet, mit denen der große König seiner im Kriegsbericht (Oeuvres IV. 219) gedenkt. Auch der zweiten „wundervollen“ Vertheidigung (26. August bis 18. September 1760) widmete der königliche Kriegsherr (Oeuvres V. 79) ein specielles Andenken; höher aber noch ehrte er den Helden durch die vom 22. März 1761 datirte goldene (reichlich 8 Loth schwere) Medaille, mit dem, leider nicht ganz ähnlichen Brustbild v. d. Heyde’s und der vielsagenden Umschrift: „Collbergae defensor“. Der König übersandte ihm dieselbe nebst 20 silbernen Exemplaren, „um die Erinnerung an die ruhmwürdige Defension, so Ihr zu wiederholten Malen … gethan habt … auch auf die späteste Nachwelt zu bringen“. – Bei der dritten längsten und nicht minder ruhmwürdigen Belagerung (3. Sept. bis 16. Dec. 1761) erlag H., ohne Aussicht auf Entsatz, endlich der Uebermacht und mehr noch dem Hunger. Er mußte nach zehnmaliger Aufforderung capituliren. Nach der Rückkehr aus russischer Gefangenschaft ernannte ihn der König wegen der im letzten Kriege geführten guten Defension zum „wirklichen“ Commandanten Colberg’s. Der eigentliche Befehlshaber befand sich nämlich seit 1757 bei der Armee und starb dort im April 1762. – H., der zu Colberg starb, ist daselbst unter der Marienkirche [347] begraben (die entgegenstehende Angabe bei Schönlein – s. u. – ist irrig). Das Denkmal Friedrichs des Großen zeigt auf der Ostseite Heyde’s Standbild.

Dohm, Denkwürd., Bd. V, S. 395. M. Schönlein, Gesch. der Belager. Colberg’s, 1867. Besonders aber vgl. die Berliner N. Milit. Blätter in den Februarheften 1871 u. 1872.