ADB:Erhard, Andreas

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Artikel „Erhard, Andreas“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 196–197, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Erhard,_Andreas&oldid=- (Version vom 25. September 2020, 17:41 Uhr UTC)
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Erhard: Andreas E., geb. 1790 in Bozen, gest. in München 27. Nov. 1846, der Sohn armer Bauersleute, kam nach dem frühen Tode derselben in Pflege zu einer Bäuerin in Farchant (bei Partenkirchen), fand dann durch die Brüder seiner Mutter, welche Ordensgeistliche waren, die nöthige Unterstützung, um in den Klosterschulen zu Ettal und Wildenau zu studiren, und widmete sich an der Universität zu Landshut dem Studium der Theologie. Er gab jedoch letzteres auf, nachdem er im Seminar (Georgianum) mit dem Regens desselben wegen des Verbotes der Lectüre classischer Autoren in Conflict gekommen war, und wendete sich zur Philologie. Da aber hiermit die bisher von den Oheimen geflossene Unterstützung aufhörte, ging er nach München, wo er eine Hofmeisterstelle im Hause des Ministers v. Zehntner übernahm und sich auf die staatliche Prüfung vorbereitete. In Bälde fand er eine Anstellung am königl. Erziehungsinstitute und hierauf (1824) am Gymnasium zu München; im J. 1832 wurde er zum außerordentlichen und 1837 zum ordentlichen Professor der Philosophie an der Universität daselbst ernannt. Neben dieser amtlichen Thätigkeit hat er auch eine lange Reihe von Jahren (1826–44) als Privatlehrer der königlichen Prinzen und Prinzessinnen gewirkt. Seine erste schriftstellerische Thätigkeit bewegte sich auf dem Gebiete der Poesie; ein in München gekröntes Preisstück „Haimeram“, Trauerspiel mit einem Vorspiele „Das Heiligthum“ (1819) hat die Verbreitung des Christenthums in Baiern zum Vorwurfe, ein zweites Drama „Wallace“, historisch-romantisches Trauerspiel (1831), stellt den Kampf der Schotten und Engländer unter Eduard I. dar. Inzwischen hatte E. veröffentlicht „Möron, philosophisch-ästhetische Phantasien“ (1826). Veranlaßt durch seine Universitäts-Lehrthätigkeit schrieb er „Handbuch der Logik“ (1839), „Handbuch der Moralphilosophie“ (1841) und „Metaphysik“ (1845). Sein philosophischer Standpunkt knüpft an Schelling’s Idealismus an, welcher [197] nicht ohne manchen Elekticismus in eine gemüthvolle Verbindung mit religiösen Anschauungen gebracht wird.

Jos. Kehrein, Biographisch-litterarisches Lexikon. Bd. I. S. 90.