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Artikel „Dümmler, Ferdinand“ von Ernst Kelchner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 460–461, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:D%C3%BCmmler,_Ferdinand_(Verleger)&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 04:42 Uhr UTC)
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Band 5 (1877), S. 460–461 (Quelle).
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Dümmler: Friedrich Heinrich Georg Ferdinand D., geb. am 23. Oct. 1777 zu Batgendorf bei Cölleda in Thüringen, als zweiter Sohn des dortigen Predigers, erlernte den Buchhandel seit Ostern 1792 bei Behr in Leipzig, einer nicht mehr bestehenden Firma. Nach sechsjähriger strenger Lehrzeit trat er in Berlin in die Lange’sche Buchhandlung (Realschulbuchhandlung) ein, wo er an Georg Reimer einen Genossen und Freund fand. Von hier begab er sich nach Göttingen, wo er mehrere Jahre hindurch (etwa seit 1804) die Dieterich’sche Buchhandlung als Geschäftsführer und stiller Compagnon leitete. Der Aufruf [461] zum Befreiungskriege veranlaßte ihn, der schon im Begriffe stand, sich selbständig in Berlin niederzulassen, im Frühling 1813 in das Lützow’sche Freicorps als freiwilliger Jäger einzutreten. In dem unglücklichen Gefechte bei Kitzen (17. Juni 1813) gerieth er mit den meisten übrigen in französische Gefangenschaft, wurde mit seinen Leidensgefährten bis nach Fenestrelles und Sisteron (in der Provence) geschleppt und erlangte seine Freiheit erst am 21. April 1814 wieder durch die Annäherung der Oesterreicher unter Bubna. Heimgekehrt aus dem Felde kaufte er von dem damaligen Kammergerichtsassessor Julius Eduard Hitzig die von diesem seit kurzem neu begründete Buchhandlung und übernahm sie am 1. Jan. 1815, um sie bis an seinen durch einen Schlaganfall am 18. März[1] 1846 herbeigeführten Tod mit rastloser, ununterbrochener Thätigkeit fortzuführen. Das bekannteste Werk des ziemlich vielseitigen Verlages ist Zumpt’s lateinische Grammatik, durch Bopp’s vergleichende Grammatik erhielt die Buchhandlung eine Richtung auf die vergleichende Sprachwissenschaft, welche durch Dümmler’s Nachfolger Dr. Harrwitz noch entschiedener fortgesetzt wurde. Von D. selbst herausgegeben ist „Gelehrtes Berlin im Jahre 1825“. Er hatte die Schriften der Akademie der Wissenschaften in Commission und durch eine lange Reihe von Jahren war sein Laden (Unter den Linden 19) der von den Gelehrten am meisten besuchte und bevorzugte. Von dem allgemeinen Vertrauen, das er sich durch strenge Rechtlichkeit und Zuverlässigkeit seines Charakters erworben, zeugte wiederholte Wahl zu städtischen Aemtern, seit dem J. 1821 zum Stadtverordneten-Stellvertreter, Stadtverordneten und 1842 unbesoldeten Stadtrathe. Seine gelehrten Beziehungen schlossen sich dem Reimer’schen Kreise an, dem er, von früher her befreundet, sich noch näher verband, indem er sich am 15. Mai[2] 1815 mit Caroline Friederike Reinhardt, der jüngeren Schwester der Frau Reimer, verband. Aus dieser Ehe gingen 7 Kinder hervor. Der bekannte Dichter E. T. A. Hoffmann erwähnt D. in der Vorrede zum Kater Murr.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 461. Z. 10 v. o. l.: 15. März (st. 18. März). [Bd. 5, S. 796]
  2. Z. 24 v. o. l.: 13. Mai (st. 15. Mai). [Bd. 5, S. 796]