ADB:Childerich II.

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Childerich II.“ von Albrecht in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 123–124, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Childerich_II.&oldid=- (Version vom 15. August 2022, 03:21 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Childerich
Nächster>>>
Childerich III.
Band 4 (1876), S. 123–124 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Childerich II. in der Wikipedia
GND-Nummer 131536362
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|4|123|124|Childerich II.|Albrecht|ADB:Childerich II.}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=131536362}}    

Childerich II. war der zweite Sohn Chlowigs II. und der heiligen Bathilde. Im vierten Jahre der Regierung seines Bruders Chlothar III. (660) ward er zum Könige von Austrasien erhoben und ihm der Herzog Wolfald an die Seite gestellt. Als die Neustrier sich gegen den Nachfolger Chlothars, Theodorich III., den jüngsten der Brüder erhoben und ihn sammt seinem Majordomus Ebroin geschoren hatten, wurde Ch. durch eine Gesandtschaft eingeladen, auch in Neustrien die Regierung zu übernehmen. So vereinigte er seit dem Jahre 669 das ganze Frankenreich; auch dabei blieb Wolfald seine Stütze. Indeß die Herrschaft dauerte nicht lange. Bald zerfiel Ch. mit dem Bischof Leodegar, der ihm Vorstellungen über seine Ehe mit einer Blutsverwandten gemacht hatte. Der Bischof ward nach Luxeuil verbannt, demselben Kloster, in welchem auch Ebroin auf bessere Tage wartete. Der Fortsetzer Fredegars schildert den König als leichtfertig und leidenschaftlich; als er einen Edlen Namens Bodilo wider den Brauch schimpflich hatte bestrafen lasen, brach eine Empörung aus unter Führung des Ingolbert und Amalbert. Im Verlauf derselben ward der König mit seiner schwangeren Gemahlin Bilihilde von dem genannten Bodilo im [124] Hinterhalt überfallen und getödtet. Das geschah 673 im Walde Lauchonia (Wald von Livry bei Chelles?). Wolfald entkam nach Austrasien, in Neustrien wurde Theodorich III. und Ebroin restituirt. Der König liegt mit seiner Gemahlin in St. Germain bei Paris begraben. Dort wurde sein Grab 1656 geöffnet und wiederhergestellt.