ADB:Bernhard, Johann Adam

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Artikel „Bernhard, Johann Adam“ von Karl Bernhardi in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 458, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bernhard,_Johann_Adam&oldid=- (Version vom 17. Januar 2021, 01:00 Uhr UTC)
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Bernhard: Johann Adam B., einer der ersten hessischen Geschichtschreiber, welcher die Fabeln der Chronisten und die Erdichtungen der Hofgenealogen zu beseitigen und dagegen auf Grund besserer Quellenschriften und Urkunden einen festen Boden für die Landesgeschichte zu gewinnen suchte. Er war am 23. März 1688 zu Hanau geboren, studirte von 1707–1712 zu Gießen, Jena und Leipzig Theologie, allerdings gegen seine Neigung, und besuchte deshalb zugleich historische und rechtswissenschaftliche Vorlesungen. Im J. 1712 nach Hanau zurückgekehrt, konnte er sich daher zur Annahme einer Predigerstelle nicht entschließen, sondern wartete lieber bis ihm im J. 1718 die lutherische Rectorstelle daselbst zu Theil wurde. Während jener sechs Jahre hatte er sich vorzugsweise dem Studium der vaterländischen Geschichte gewidmet, und auch als Rector setzte er dieselben mit großem Fleiße fort, wie man aus dem in der Vorrede seiner „Alterthümer der Wetterau“ mitgetheilten Verzeichniß seiner Collectaneen ersehen kann. Zunächst gab er 1728 „Franc. Irenici Exegesis historiae Germaniae“, 1 Bd. in Fol. mit Anmerkungen heraus. Darauf folgten 1731 seine „Antiquitates Wetteraviae“ und 1734 der zweite Theil dieses Werkes. Als die Grafschaft Hanau 1736 an Hessen fiel, gab ihm, in richtiger Würdigung seiner Neigung und seiner Fähigkeiten, Landgraf Wilhelm (VIII.) eine Stelle am hanauischen Archiv, welche er bis zu seinem am 12. Juni 1771 erfolgten Tode bekleidet hat. Wol aus Dankbarkeit gegen seinen neuen Landesherrn schrieb er nun „Die Alterthümer des Hochfürstlichen Hauses Hessen in ihrer Wahrscheinlichkeit und dann in ihrer Gewißheit“, und überreichte sie in einer saubern Handschrift dem Landgrafen. Sie ist ungedruckt geblieben, wiewol sie auch Berichtigungen seiner Wetterauischen Alterthümer enthält, und befindet sich nebst einer von ihm anonym verfaßten „Beschreibung der vormaligen fürstlichen Abtei Hersfeld“ auf der Landesbibliothek zu Kassel (MSS. hess. fol. 50 und 51). Auch vollendete er Joh. Just. Winckelmann’s „Hessische Chronik bis auf L. Philipp den Großmüthigen“, deren Theil VI. 1754 in Kassel gedruckt wurde. (Seine übrigen Schriften findet man bei Strieder, Hess. Gel.-Geschichte I. 374.)