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Autor: Friedrich Hofmann
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Titel: „Sein Bild“
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aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 336
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1868
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1868) b 333.jpg

„Sein Bild!“

[336]

Komm’ an mein Herz, geliebter Sohn,
Heut’ ist zum zweiten Mal die Feier,
Die Du, so jung in Trauer schon,
Und ich begeh’ im Witwenschleier.

Im Geiste geh’n wir Hand in Hand
Und bringen als Geburtstagsgabe
Dem Vater fern im Böhmenland
Heut’ Gruß und Kranz zu seinem Grabe

Doch hier, wo er so lieb und mild
Gewaltet, und so fest und bieder,
Hier halten wir im Arm sein Bild,
Als läg’ er uns am Herzen wieder.

Hier sind wir wieder alle Drei
So still vereint, wie in den Stunden,
Wo, war der Tag der Pflicht vorbei,
Er nur bei uns sein Glück gefunden.

Und wie er da in sel’ger Lust
Auf’s Knie Dich hob, in’s Aug’ Dir schaute,
So, Kind, geschmiegt an meine Brust,
Vernimm, was mir sein Bild vertraute.

Sein Auge, sieh, es spricht zu Dir
So klar, daß ich mich jetzt noch freue:
Verehr’ als höchste Manneszier,
Mein Sohn, Wahrhaftigkeit und Treue!

Wie reich in seines Herzens Grund
Der Schatz der Liebe ist gewesen, –
O, küsse Deines Vaters Mund,
In seinem Bild, ist’s noch zu lesen!

Auf seiner Stirn, auf der oft rann
Die Perle schwerer Arbeitbürde,
Thront der Geist, der allein den Mann
Verkündet in der Hoheit Würde.

So war Dein Vater. Nicht das Schwert
Des Kriegers war allein sein Trachten:
Der Menschheit Wohl war mehr ihm werth,
Als blutiger Triumph der Schlachten.

Er starb als Held, treu seiner Pflicht,
Und fern von uns deckt ihn die Erde, –
Doch was zu Dir sein Bild heut’ spricht,
Dem strebe nach, mein Sohn, das werde!

Du bist sein Ebenbild! Sei’s ganz.
Wie Du der Trost bist meinen Tagen!
Dann kann ich einen Freudenkranz’
Auf meinem Witwenschleier tragen.

Fr. Hofmann.