Zimmerische Chronik/Band 2/Kapitel 19

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Autor: Froben Christoph von Zimmern
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Titel: In disem capitel werden vermeldet etliche seltzame handlungen, die der gedechtnus wol würdig, so in anno 1508 zu und bei Mösskirch sich begeben haben.
Untertitel:
aus: Zimmerische Chronik Band 2. S. 150–178
Herausgeber: Karl August Barack
Auflage: Zweite Verbesserte Auflage
Entstehungsdatum: 16. Jahrhundert
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck)
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Erscheinungsort: Freiburg und Tübingen
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Quelle: Digitalisat der UB Freiburg
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In disem capitel werden vermeldet etliche seltzame handlungen, die der gedechtnus wol würdig, so in anno
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1508 zu und bei Mösskirch sich begeben haben.
In dem jhar und namlich anno domini 1508, als herr Johanns Wernher die hochzeit gehalten, hat sich ain wunderbarliche geschicht unferr von Möskirch zugetragen, dann es haben die maier zu Igelswis domals ain hirten gehabt,
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genannt der Hailpronner, der ist ain gotzförchtiger und ain vilbettender mentsch gewesen. Der ist nun uf ain zeit mit der herdt vichs uf die waid gefahren, genannt am Kaiacker, zwischen Ingelswis und Igelswis; daselbst hat er sich ungeschicht, demnach es ganz haiß wetter war, uf ain
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creuzweg [1] oder wegschaiden gelegt und ist entschlaffen. Also ist gegen abendts, noch helles tags, ain gespenst zu im komen, das hat in geweckt und nachgends erwüscht, und wiewol er ain starker mann und derhalben sich von dem gespenst Iedig zu machen sich understande, iedoch so hielt
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in solch gespenst so steif, das er sich nit geregen mögte; und ob der guet Hailpronner gleichwol Gott mit größestem ernst in seinem herzen anruefte, ine in seinen höchsten nöten und gefahrlichkaiten nit zu verlassen, so fuer doch nichs desto weniger das gespenst mit ime durch alle Iüften
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hindurch, und wie er, Hailpronner, hernach selbs angezaigt, so sein sie letzstlich seins bedunkens und erkennens nach langem hin und wider schweben in Iüften bei dem Bolterweier in waldt kommen. Da hat in das gespenst in ain große höle im waldt an aim rain, das er doch zuvor
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daselbs nihe gesehen, gefürt. In solcher höle hat der hirt wunderbarliche ding gesehen, under den vil mentschen, weibs- und manspersonnen, die dozumal noch ainsthails gelept haben, auch vil, die abgestorben gewesen, die er den mererthail alle wol gekennt hat. Under sollichen gewesen der
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alt Gremlich zu Menningen, des alten Hannsen Gremlichs, der die von Ehingen gehabt, vatter, und etliche pfaffenkellernen; insonderhait aber hat [er] [2] des pfarrers zu Möss-

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[151] kirch, herr Adrian Dornfogels, kellernen sichtbarlichen gesehen und gekennt, die gleichwol der zeit noch gelept und erst über etliche jhar hernach gestorben. Ungleubliche ding hat er, die zeit er ußgewesen, gesehen und erfarn; dann er
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hat vermaint, ain vierenthail ainer stunde von seiner herd vichs ußgewesen sein, so ist er aber am dritten tag widerumb gesehen worden. Hiezwischen ist er ohne gessen, drunken und schlaffen gewesen, und hat man ine in welden und sonst allenthalben hin und wider gesucht, aber do in
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niemandts funden, haben die maier zu Igelswis sich sein, das er nit widerkommen werde, allerdings verwegen gehabt, auch darauf mit ainem andern hirten sich versehen. Am dritten tag gegen abendts, ungefärlich umb die zeit, wie er uf der creuzstraß nach dem schlaff, wie gehört, erhept und
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darvon gefahren, also hat [397] in das gespenst zu selbiger zeit auch widerumb genomen, ist widerumb mit ime in lüften darvon gefaren und hat in uf den creuzweg, do es ine hievor verzuckt, fallen lassen, daran im nit allain großer schmerzen und weetagen begegnet, sonder auch alle die
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nestel, die er in seinen hosen und klaidern gehabt, sein ime domals alle zerbrochen und zersprungen. Iedoch wie in das gespenst daselbs ligen und verlassen hat, ist er, wiewol ganz beschwerlich und krank, dieselbigen nacht geen Igelswis kommen. Ab im haben sich die maier und andere nit
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wenig verwundert, vil weniger auß der sach kommen oder sich verrichten künden, dann uf ir fragen und begern, wo er gewesen, oder was im hiezwischen begegnet, sagte er inen abenteurliche ding, so er die zeit, under der er verloren war gewesen, gesehen und gehört hette; sonderlichen aber
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so hete im der alt Gremlich bevolchen, seinen erben außtruckenlichen anzusagen, sie nemmen den zehenden und etliche ander gefell zu Bittelschieß mit kainer gepüre oder ainichem rechtlichen titel ein, sonder sie entziehen dem alten gestift daselbs das sein, lassen daselbs die alt stiftung und
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letzsten willen der alten zu grundt geen, allain ires geiz und aignen nutz halben; waverr sie nun sollichs nit abstellen und die alten stiftung widerumb in ain ufgang und wesen richten, werden sie wenig beharrlichs glücks mehr haben, besonder hierum noch in große ungefell kommen.
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Darneben hat er von herr Adrian Dornfogels kellernen gesagt, wie die so groß pein leide, auch was erschrockenliche gestalt es umb sie hab, gleichwol sie, wie obgesagt, noch ge-

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[152] lebt. Von ir hat herr Adrian etliche künder bekommen, die zugleich wie iren vatter ain hochen und hochmüetigen gaist gehabt. Sie haben mehrthails wol gestudiert und sich weit genug herfür gethonn. Sein eltester sone, Michael, ist
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gaistlich und doctor theologiae worden; hat sich also underdienstbar anfangclichs gemacht, das er suffraganeus bischof Otton, des cardinals zu Augspurg vil jhar gewesen. Ich hab in mehrmals vor kaiser Ferdinando zu S. Cathrinen zu Augspurg, dohin do bemelter kaiser zu kirchen gewon war
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zu geen, hören predigen und, nachdem er treffenlichen wol beredt, das er die officia und gepürlichkait der hohen potentatten und irer [3] underhonnen wol herfür striche; aber sein wunderhochen gaist und affectum kunt er nit verbergen, dardurch dann mancherlai reden (wie dann die judicia und
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urthel der mentschen ungleich) entstanden. Aber, das ich uf mein vorige rede wider kom, der guet hirt hat im mit solcher red oder anzaig ain solche feindtschaft und großen widerwillen gemacht, das in weder der Hanns Gremlich, oder auch der pfaff Adrian (waverr er
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lenger het leben sollen) ufgesetzt hetten, dann der pfaff hat hernach offenlich wider den todten geprediget; so hat im der edelman getrawet. Aber es gerüethe ain andern wege, dann der guet hiert, an dem sein krankhait und blöde zugenommen, starb an dem dritten tag hernach und wardt
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von Igelswis geen Mösskirch gefüert und daselbs begraben. Damit het es dozumal ain ort und blib also ansteen, das weder der edelman, oder auch der pfaff, ußerhalb uf der canzel, sich hinfüro dessen angenomen. Hernach über etlich und zwainzig jhar, anno domini
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1533, hat sich wider begeben, das ain halb gewachsnes mädle zu Ünzkoffen, dem dorf gewonet; desselbigen schwester hat dem Hannsen Gremlichen etliche jhar gedient, aber zu kainer bezallung nihe kommen künden, wie dann merthails Grem[398]lich sollichen brauch an inen biß anhero gehabt
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und sonderlichen domit berüempt werden. Solchs mädlin ist auf ain zeit verzuckt worden und zu Ünzhoffen in solcher extasi [4] uf zwen tag gelegen. Als das wider zu im selbs kommen, hat es von verborgnen und haimlichen sachen, die sonst weit über sein verstandt gewesen, geredt, darbei
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vil leuten die warhait gesagt, gleichwol wenig danks damit

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[153] verdient. Insonderhait hat es von dem alten Hannsen Gremlichen auch meldung gethon, namlichen das es ine gesehen in ainem feurinen sessel sitzen und seie noch ain lerer feurner sessel neben ime gestanden. Do hab er zum mädlin
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gesagt: «Sprüch zum Gremlich, er hab den zehenden und anders zu Bittelschüeß biß anhero eingezogen und den gewaltigclichen mit wenig fuegen ingenomen, dann es gehöre dem alten gestift daselbs und nit ime! waverr er nun [uf] überfeltige beschehne warnungen nit abstanden werde, so
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seie im diser sessel auch zuberait, darnach soll er sich wissen zu richten.» So baldt dise reden dem jungen Hannsen Gremlichen und seinen sönen, Diepoldten, Hannsen und Jacoben fürkommen, haben sie bei des mädlins freuntschaft und andern gepürlichen orten sovil angehalten, das dem
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mädlin silentium imponirt und hievon weiters nichs reden dürfen; also ist der sachen geschwigen und allerdings wider erloschen. Gott waist, wie es umb dise oder andere abgestorbnen ain gestalt hat, dann welcher ist ihe wider kommen von dem todt, der aigentlichen und mit aim grundt von
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jener welt warhaftigclichen hab reden künden? * [1280] Die dochter, so den alten Gremlichen in ainem feurinen sessel sehen sitzen, hat wollen von Nickhofen getn Dietfurt geen. Wie sie aber durch den waldt, genannt der Butz, gangen, sein zwen schwarz reuter [5] ir begegnet. Der
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ain hat ir die hendt gebotten, aber sie hat sich gewideret. Do haben dieselbigen raisigen ainandern geholfen und sie in ein dunkele hüele gefiert, unferr von der straßen. Daselbst hat sie wunderbarliche ding von denen Gremlichen gesehen, wie das die historia vermag. Und als der alt
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Gremlich allerlai mit ir gespracht, do ist hendtschuch bei dem außgang der hüelin gehangen, hat er zu ir gesagt: «Eil geschwindt, das du disen hentschuch anrüerest! oder du muest ewiglichen hieinnen bleiben.» Das hat sie gethon und ist damit erledigt gewesen, das sie wider darvon kommen,
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und hat sich darnach [1281] oftermals vernemen lassen, sie vermain grundtlich, waverr sie des gaists warnung übersehen, sie hett daselbst innen bleiben müeßen. * * [1540] Es hat noch, wie man sagt, die manier kain ort. Der iezig Jacob Gremlich soll seiner gemaind, denen
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von Menningen, ain wisen, genannt der Brüel, haben einge-

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[154] zogen, so vorhin ain gemaine waid ist gewesen, und wiewol das mit großem nachtail der underthonen beschicht, so müeßen sie doch schweigen und dörfen wider iren junker nit reden. Er gibt für, er müß sein lehen besseren, seie
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das von wegen seiner lehenspflicht schuldig. Die bauren werden ime nach seinem dodt auch in ain solchen feurin sessel ordiniren. * Man sagt, es seie vor jharen ain feine alte stiftung zu Bittelschieß gewesen, uf etliche priester und caplöne; wer
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aber die anfengclichs gestift und zu welcher zeit, auch wie es wider zergangen, oder wer ursachen darzu gegeben, das hab ich nie gehört, ist aber noch wol zu erfaren, wil auch hiemit denen, so hernach komen, solchs und anders mehr zu erkundigen, ein ursach geben.
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* [1497] Man sagt, das diser Gremlich nach seinem absterben zu mermalen den baurn von Bittelschieß und ander im feld bei hellem tag entkommen uf ainem ross, das sie ine wol kennt und gar forchtsam gewest, das er etliche mal inen gütig zugesprochen [6] und gesagt, sie sollen [7] inen nit fürchten,
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allain das sie für sich gangen und nit hinder sich sehen; sei auch allweg one iren nachtail von inen abgeschaiden. * * [1250] Büttelschieß [8] ist ain klainer, aber gar ain alter fleck, hat vor zeiten ain schlössle under dem dorf herab ob der mülle und ain aigens geschlecht gehabt, sein die edle
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knecht von Bittelschieß genennt worden. Sonst sein noch zwai schlösser dem Andelspach nach ufhin gelegen gewesen, wie man die burgstall noch alle sehen und erkennen kan. Das nechst ob Büttelschieß hat Weienwang gehaißen. Do sagt man grundtlich, das vor jharn außer iezgehörtem
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Weienwang, es sei dann gleich dozumal ein burgstall, oder noch ain schloß gewesen, ain lebendiger drack an die kirch zu Büttelschieß ge[1251]schossen sei, da soll er sich angestoßen haben, das er geschweist. Solcher schweiß ist an der kirchen von unverdechtlichen jharen biß uf den
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heutigen tag bliben, und do es schon vilmals seithero darüber ist gedunchet und geweisget worden, so sicht doch der schweiß hindurch und lasst sich das wunderwerk Gottes nit verbergen, wie ich selbs das durch meine darumb ab-

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[155] gesandte diener erkundigen lassen. Vor vil jaren ist ains priesters magdt oder kellerin von Hausen, daselbs am Andelspach gelegen, gegen aubents hinüber geen Bittelschieß gangen; dero ist das wuoteshere[9], wie vor zeiten vil
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beschehen, am wege ufgestoßen, oder villeucht ist es sonst ain gespenst gewesen. Sollich gespenst, so da wie ain jeger gewest, hat die kellerin begriffen und die gewaltigclichen den weg mit sich genomen und vor im anhin getriben. Die guet fraw hat sich gewideret und geschrawen, aber nichs
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erschießen oder helfen mügen, sonder ires undanks fort gemiest. Indess ist ain kriegsman, ein thail sagen, es sei ain farender schuler gewesen, wie man derselbigen vor zeiten vil gefunden, andere aber wellen, es sei ain paursman gewesen, genannt Jacob Algewer, der kellerin und dem
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gespenst ohn alle geverd begegnet. Den hat die kellerin umb Gottes willen von ferrem umb hilf angeschrawen und gebetten, sie zu erledigen, mit vermeldung, waver er so durstig und mit der bloßen weer sie und das gespenst werd dürfen bekraisen, so meg sie erlediget werden. Derselbig soll so
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mannlich gewesen sein, das er dem gespenst begegnet und wie die kellerin begert, in der eil aber allain sie bekraiset hat. Und wiewol sie uf der statt also im kraiß bliben, so hat sie doch das gespenst nit allenclichen verlassen wellen, derhalben der kriegsman oder farend schueler, oder wer er
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dann gewesen, mit der weer nach im gehawen, und in selbigem straich soll er dem gespenst das jegerhorn vom maul hinweg gehawen haben, das solchs in den kraiß gefallen und auch bliben. Damit ist der jeger mit allem seim gescheft in lüften [10] mit aim großen gedös, klingln und geschrai
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darvon gefaren, und hiemit soll die pfaffenkellerin erhalten sein worden. Das jegerhorn, so in kraiß gefallen, ist dozumal zu ewiger gedechtnus der sachen in die kirchen zu Büttelschieß ufgehenkt worden und vil jhar darin bliben, ist aber bei wenig jharen darauß kommen, das niemandts waist,
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wohin. Und wiewol es ain unachtbares horn an im selbs, so ist doch güetlich zu glauben, das es von aim antiquario, oder aim, so diese iezgehörte abentewr bewist, von wunders wegen erhebt und abwegs gethon seie worden. Dieses

1 [156] Jacobs Algewers erben haben sich nachgendts geen Schmeihen dem dorf und volgends geen Guetenstain an die Tonaw gethon, alda sie noch wonen.

Wie lang es aber seie, das die edelleut von
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Bittelschieß abgestorben, mag man grundtlich diser zeit nit wissen, wiewol auser allerlai vermuetungen nit abzunemen, das es weit ob den zwaihundert jharn seie. Aber nach irem absterben ist es an die von Bodman kommen; welcher gestalt in aber das zugestanden, in kaufs oder erbs weis, oder
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auch wie lang sie solche güetere ingehebt und besessen, das ist außer lenge der zeit und unfleiß [1252] der alten, die das nit ufgezaichnet, vergessen bliben. Aber von denen von Bodman hat es kaufsweis umb ain dodten pfening, wie man sprücht, an die Gremlichen gelangt. Nun ist aber von
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alter here ein stiftung zu Büttelschieß gewesen, das etliche priester alda zu auffnung und meerung seiner göttlichen diensten haben erhalten sollen werden; denen sein die zehenden zu Büttelschieß und andere, sich darauß zu erhalten, vor vil jharen geordnet und übergeben worden. Welche
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stiftung ob die von den letzten edelleuten von Büttelschieß beschehen, dess ich doch ehe glauben wellte, oder aber von denen von Bodman, das kan man diser zeit auch nit wissen. In nachvolgenden zeiten ist die stiftung abgangen, aber die zehenden und nutzungen, so vormals den priestern
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zugehört, haben baide thail, der Gremlich zu Menningen und Hasenweiler, wie man sagt, mit ainandern gethailt und nutzen das alles von jhar zu jhar, ain thail umb den andern, daher die sag erwachsen, es sitzen etlich der Gremlichen in der hell in fürinen sesseln, allain der ursach halb, das sie die
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gaistliche güeter und zehenden, der alten stiftung zugehörig, aigens gewalts haben eingezogen und inen selbs die geaignet; auch so lang sie die einnemen, künde iren kainer, so die nutzung also wissentlichen darvon empfahe, sellig werden, sonder müeßen, interim es restituiert, die pein im
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feurinen sessel leiden. Es sein iren etlich der Gremlich also gesehen worden, wie hievor in der historia darvon gemeldet worden, insonderhait der alt Gremlich, dem ain Schmellerin von Ringingen vermehelt gewesen. * [1244] Es haben die Gremlich vor jharen vil zuflucht
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und trosts zu der herrschaft Zimbern als iren lehenherren gesucht und gehabt. Wie das in vil weg mag anzaigt werden, so hat doch sonderlichen der Gremlich zu Menningen

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[157] sich alles underthenigen willens gegen der herrschaft bewisen. Bevor aber hat er, Gremlich, uf ain zeit herr Johannsen Wernhern und sein gemahl, die grevin von Öttingen, erbetten, das sie zu im geen Menningen kommen und
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ine nachpurlichen haimgesucht; haben der alt Gremlich und sein weib, die Schmellerin von Ringingen, herr Johannsen Wernhern und seim gemahl allen gueten willen erzaigt und sich vil bemüehet, allerlai frewden und kurzweil anzurichten. Wie nur das frawenzimmer ire spaciergeng und gesprech
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ad partem, hat herr Johanns Wernher, als der alt Gremlich, der patter familias, engstig und sorghaft, damit denen gesten rath beschehe, hiezwischen mit den jungern des Gremlichs künden sprach gehalten, under [1245] dem ain junger Gremlich gesagt, war des Hannsen Gremlichs brueder, der die
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von Ehingen hernach überkommen: «Mein herr, was thuon ir alhie? ir glauben nit, wie unwerth ir seien; mein junker und mein muetter haben ungern gest, die liebsten gest die bleiben inen auß.» Herr Johanns Wernher nam die red lachend uf, wie man dann gemainlichen spricht: «Narren,
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kündt, volle leut, die reden die warhait,» und ist kain heling hünder sie zu legen. Er war frölich, macht sich mit seinem gesündt ufs fürderlichist wider darvon, und wie man sagt, ist er darnach nimmermer dahin kommen. Seine successores hernach haben den wein nit gespart, sonder mit den
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gesten wol ufgeen lassen. Darumb were guet, das die kündt in gueter disciplin ufgezogen und erhalten wurden, dann sonst durch solch geschwetz und klapperei [11] manichmal vil unwillens und unfreundtschaft geschafft wurt. * * [1336] Ich glaub, es seie der Gremlich und sein weib
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sollicher gasterei ganz unwillig haimlichen gewest und haben villeucht derhalben vor dem kindt, das sie nicht gescheucht, reden lassen ußgeen, wie bei unsern zeiten zu Zwifalten im closter beschach. Do hett der abt zu [im] herr Jörgen truchseßen von Walpurg, den stathalter in Würtemberg,
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geladen, sampt graf Wilhelmen von Eberstain, herr Ruedolphen von Ehingen und andern mehr ußerm regiment zu Stutgarten. Wie nun die unversehenlich und über des abts verhoffen kammen und ins kloster reiten, sprücht der abt in ainer ungedult: «Wol einher ins teufels namen!« Er hett
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aber ain naren bei sich, hieß Petter Zerenhaut, kam dar-

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[158] nach zum landtgrafen von Hessen, der hört dise wort. Indess so geet der abt den gesten entgegen, empfacht sie mit lachendem mundt und sprücht, er hab in langen zeiten keine gest gehabt, die im so lieb und angenem gewesen.
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Es standt aber der nar nit weit vom abt, und wie er in also hört liebkosen, do kont er nit inhalten, sonder sprach überlaut: «Fürwar, also sagtestu nit doben in der stuben.» Die redt trib er etliche mal. Letzstlich fragt in herr Ruedolf ad partem, was doch der abt in der stuben hette geredt,
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sprücht der narr: «Ja, er sagt, wol einher ins teufels namen! der hat sie einher getragen.» Es wardt ain groß gelechter darauß, und bekannt der abt, es were war. Und es hat sich darnach befonden, das der abt domals andere gest im closter, die er lieber het festeiet. Darumb ist nit guet, vor
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kindem, narren oder vollen leuten zu reden, dess man sich pergen will, dann sie söllten was verschweigen künden; sagen denen leuten die warhait. Diser narr kam darnach zu landtgraf Philipsen von Hessen, und als er den narren zu winters zeiten in ain belz klaiden wellen, sprach er: «Ich
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darf kains belz, wann ich dich ansiche, so ist mir haiß.» Das aber sonst auch ain solliche karkait bei den clöstern, beschaint sich wol bei der iezigen ebtissin von Waldt, der Helena von Reischach, hat auch die gest am allerliebsten, die ußbliben. Es kam doctor Valentin Butzlin, der medicus,
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das vorder jar etliche mal geen Waldt, war am fürreiten bei ir eingekert, ußer bevelch des grafen von Zollern, in dess schürm sollich closter. Wie nun der abtissin vermainen nach sollicher abenteur zu vil wolt werden und der doctor zu oft kommen, sprücht sie: «Herr doctor, kommen ir zu
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mir alher, in mein gotzhaus als ain pfründ, so ist es vil zu wenig, kompt ir aber als ain gast, so ist es zu vil.» * * [1519] Es möcht dise abtissin auch gesagt haben, wie der probst von Riederen, genannt herr . . . . als grave Eitelfritz von Lupfen mit seinem gesindt vilmals zu ime kam
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gen Riederen und [mit] großem uncosten uf ime ligen blib, das ime also der abenteur zu vil wolt werden, darumb sprach er zu im: »Her graff, ich höre, eure ross haben schöne schwenz, die möcht ich doch gar wol ainmal sehen,» und lobt damit die rossschwenz über alle maßen, biß doch
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zu letst der graff markt, warum er die rossschwenz so gern gesehen, namlich das sie wider hinweg weren geritten. Wie aber das nit beschehen wöllt, sprach er: «Wolan, herr!

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[159] verthon irs baldt, so habt ir dester ehe feierabent.» Also mochte die ebtissin doctor Veltins rossschwenz auch vil lieber und begirlicher, dann seinen rosskopf im closter gesehen haben. Es hetten deren gest wol für die abtissin von
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Wald gefüegt, wie sie zu zeiten in andere closter kommen, als bei kurzen jaren zu Waldsaxen beschach. Dahin kam ainsmals herzog . . . von Mechelburg wol mit fünfzig oder sechzig pferden, alles in dem schein, als ob er nur ain nachtfuter begerte und des andern tags gleich widerum
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darvon wollt raisen. Aber er blib wol vierzehen tag aldo still ligen[12], gab doch alle tag für, das er des andern tag darvon wellt. Und ich glaub, er hab vermaint, das bier wurde sonst saur werden und der haber verderben. Es haben gleich wol unser fürsten ainstails disen reimen auch
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gelernt, das sie nit weichen, so lang die profant in kellern, im casten und in der kuchen thut weren. * * [1465] Bemelte abtissin, seitmals sie so unger gest, mögt sie gesagt haben, wie ainest vom kargen apt von Ursperg erschollen, sollt sie haben merken lassen, der mist
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und die gest seien im feldt zum besten; da er nur auch in sein closter geschriben hett nachfolgende carmina, die ich ainest zu Ochsenhausen im gastgemach gefunden an der stubenthur:

»Post tres dies vilescet piscis et hospes[13].« *

* [1403] Es gerath dise karge und filzige weis der
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gaistlichen nit iederzeit so wol, das mans für gut hat, sonder müeßen dess oft höchlichen entgelten. Dess haben wir ein guets beispill an dem abt von Marsmünster. Demselbigen hat herzog Hanns Jörg von Veldenz, pfalzgrafe, ein guets panket geschenkt, wie man sagt, dann wie er des künigs
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von Schweden schwester vermehelt, hat er bei dem churfürsten bei Rein die grafschaft Lützelstain verpfendt, auch sampt seinem gemahl ain zeit lang sich alda zu Lützelstain im schloß enthalten. Nachdem es aber ain rauche landtsart und da wenig früchten waxen, do hat der herzog uf ain zeit
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zu obbemeltem abt geen Marsmünster geschickt und umb ain anlehens einhundert Elsäßer vierteln habern angesprochen, mit erpieten, im das mit gueter bezallung wider zu erstatten. Der abt, nachdem es dann ain grober, raucher man, hat er dem gesandten ain kurzen beschaid geben und

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[160] ohne ainiche praefation oder hofrede gesagt, man künde den habern nit über die berg ußhin füeren. Diser antwurt hat sich der herzog wenig versehen gehabt, iedoch wol vermerkt den groben floder, so der münch im hürn gehapt, derhalben
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im über etliche zeit zuenbotten, er wellte des andern tags hernach zu im kommen ins closter und sich des kaufschillings umb den habern mit ime vergleichen. Wem ist engster gewest, dann dem abt? Er hat gleich erachten künden, das er ohne berampt hievon nit wol mehr kommen megen. Wie
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nun nit gewisst, wo hinauß, do ist er geen Zabern geritten zu des bischofs von Straßburgs räthen, sich raths und trosts bei inen zu erholen. Die sein nach erzellung aller sachen, auch was der abt hievor gehandelt und geredt, damit er den jungen fürsten ufgeredt, übel zufriden gewest,
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haben im sein dorheit und grobkeit wol verwisen, darbei anzaigt, das er mit den fürsten dergestalt nit handln müeße. Dameben hat er bei inen an rath erfunden, das er des fürsten im closter erwarten und den wol tractiern sölle. Es haben im auch die rät ein vom adel zugeben, der in namen
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des bischofs die kirchen und anders zu Marsmünsters bestellen und versehen solle, damit sich der herzog nichs hab zu beclagen. Also ist der herzog, wie er dem abt zuentpotten, geen Marsmünster kommen, hat vil pferdt und vom adel mitgepracht, ain tag oder etliche im closter gelegen,
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prassen und dempfen, haben den wein, auch den habern wol versuchet. Dem abt ist gar nahe sovil haberns und anders ufgangen, also so er schon dem fürsten wilfaret und den habern laut seins begerns het zugeschickt, und hat dennost kain dank verdienet, waist auch nit, ob der fürst noch
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zufriden mit ime und mit den überfall genugsam gebüest hab. *

Derselbigen [der Schmellerin] geschlecht ist bei iren zeiten abgestorben, auch sie und ire schwestern die letsten ires stammens und namens gewesen.

* [1243][14] Es sein die alten von Ringingen freiherren
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gewesen, sein hernach in ain abgang und villeucht zu armut kommen, das sie den herrenstand verlassen und sich für edelleut gehalten. Sie sein umb die jar nach Cristi geburt gezellt 1279 noch freiherrn gewest. Das beschreibt herr Ulrich von Baldeck [15], ain edelman, ain gelerter conventual

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[161] zu Bebenhausen[16], in seinen historien. Der izig abt zu Bebenhausen [Eberhard von Bidembach] ist des Brenzii dochtermann, soll auch etlich historias beschreiben, sonderlich aber vom closter Bebenhausen. Quo candore id fiat, oder auch
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wie sinistro mertails sachen werden angezogen und fürgeben, kan ain ieder leichtlichen erachten. Herzog Cristof von Würtenberg hat im das closter eingeben mit ainer maß; das weib hat der abt bei sich; ist ain rechts clösterlichs leben. Mögt auch ainer nit unbillich sagen, dem münch
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were biß an etliche pfundt verschnitten worden. * Von irem vatter, dem letsten Schmeller, sagt man ain wunderbarliche und fürwar ainer tragedien vergleichende historiam, welche kains wegs denen nachkommen zu verschweigen ist. Bemelter Schmeller hat ain sitz und
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haimwesen uf der Alb und in dem schloß zu Ringingen gehabt und ist bei seinen lebzeiten ein solcher greusenlicher, herber man gegen seinen underthonen zu Ringingen gewesen, wie sich das nach seinem todt wol beschaint hat. Als er uf sein alter kommen, ist er gestorben und hat sein hausfraw,
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auch drei döchtern nach im verlassen. Zu außgang des dreißigisten und auch hernach ist ain solchs ungehewrs leben im schloß zu Ringingen gewesen, das darvon nit zu sagen. Dergleichen ist er, der Schmeller, in der gestalt und uf dem ross, wie er bei seinen lebzeiten gewandelt, zum
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oftermals den paurn in helzern, auch uf dem veldt, so sie zu acker gangen, helles tags begegnet, die er ganz tugentlichen grüest, allerlai mit inen gespracht und ohne ainichen nachtail wider von inen abgeschaiden. Des nachts ist er im schloß zu Ringingen umbher terminirt; do hat er die
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fraw (wess geschlechts sie aber gewesen, ist unbewist), auch sein aigne döchtern, auch das ganz hausgesündt heftig geplagt und unrüwig gemacht, darbei inen angezaigt, wamit im zu helfen. Aber sein begern hat nit erschossen, sonder die tägliche genieß haben sein begern und willen
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hünderhalten. Zu letsten ist aber der abentewre sovil worden, das die witfraw [1253] sampt iren döchtern das schloß verlassen, öde steen, und sein ain zeitlang geen Rotenburg an

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[162] Negker gezogen. Da ist inen der Schmeller nachgefolgt und sie nit weniger, als vormals uf dem schloß, unrub gemacht. Mitlerweil und sie zu Rotenburg gewonet, auch das schloß öde gestanden, haben etlich paurnknecht und jung
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volk zu Ringingen im würtshaus hünder dem wein sich versprochen, ain nacht uf dem schloß zu sein und, was doch der gaist für ain abenteur treib, zu erkündigen, derhalben sie helles tags in das öde schloß gangen, essen und trinken, auch liechter nach notturft für ain nacht mit sich genomen,
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haben das böst gemach eingenomen und beschlossen, und dieweil es aber winters zeiten und ser kalt, haben sie die stuben zuvor wol gewermbt und sein nachgends ganz frölich gewesen. Nach dem nachtessen haben sie ain rüebigen schlaff gethon und nichs gehört, sonder ganz still gewesen.
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Umb mitternacht aber hat die hitz in der stuben nachgelassen, dann das feur im offen schier gar abgangen gewesen. Als sie nun umb die mitternacht erwacht und ganz kalt in der stuben, hat kainer für die thür dörfen, das feur scheurn, sonder ihe ainer den andern ermanet. Wie nun
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kainer hinauß dörfen und ain guete weil ainandern darumb angeredt und gespait, ist der gaist zu letst die stegen hinauf gangen, das sie in wol hören mügen. Er hat das feur gescheurt und die stuben in ainer kürze also erhaizt, das sie ersticken wellen und inen kain anderer behelf sein, dann
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das sie die köpf zum fenster hinauß botten, also des tags und der gelegenhait zu entrinnen erwartet. Wie sie nun in gröster not, hat er die stubenthür, unangesehen das die gar wol verriglet gewesen, unversehenlich ufgethon, ist under der stubenthür gestanden in mentschlicher gestalt, wie sie
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in alle hievor vilmal gesehen und erkennt gehabt, und gesprochen, ob es aber warm genug seie; und als im niemands antwurten dörfen, sonder so erschrocken gewesen, das sie mehr den dodten, dann den lebendigen gleichnet, do hat er die stubenthür wider zugethon, ist darvon zogen,
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inen weiters kain nachtail zugefüegt. Morgens, als es heller tag worden und die son wol aufgangen, haben sies gewagt und sein mit großer forcht und erschrecken widerumb auß dem schloß in das dorf gangen, und hinach hat sie nit mehr gelust, in disem ungeheuren schloß übernacht zu sein, oder
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umb ain solchen sorgclichen offenhaizer sich zu bewerben, gleichwol inen weder an irem leib, oder leben weiters nichs hernach gefolgt. Ist inen derhalben glücklichen ergangen

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[163] dann ich ainest in meiner jugendt ain historiam in Frankreich hören sagen, die sich warhaftigclichen in aim schloß zwischen Orleans und Paris begeben. Dasselbig schloß ist auch etlich zeit ungeheure halb unbewonet bliben, derhalben
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sich auch etliche kecke gesellen hünder dem wein zusamen verbunden, haben sich in das schloß verfüegt, ein schönen sal eingenomen, den wol verspert, doch zuvor mit liechter, holz und nottürftigen victualien wol versehen. Sie haben inen selbs gekocht und ires erachtens wol gelept. Wie es
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nun spat in die nacht worden, haben sie sich zu ruwe gethon, doch ire brinende liechter, auch ain guets feur im camin gehapt, derhalben sie verhofft, sie wurden vom gespenst unangefochten bleiben. Aber ain kleine weil vor der mitternacht ist das gespenst mit aim großen getümmel
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für den sal kommen; den hat es gleich [1254] ohne alle verhündernus geöffnet, darab sie alle erwacht. Indess ist ain großer, langer man, in aller form und gestalt wie ain koch, in den sal gangen, er hat ain lang fürtuech angehabt, ein hafen an der gürtel hangen und ain pfannen über die
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achsel, in der andern hand ain kochlöffel, und ohne alles gesprech oder ainiche rede ist er den nechsten dem fewr und camin zugangen, die pfann hat er über das fewr gethonn und etwas außer dem hafen an der girtl genomen und in die pfannen[17] gethonn, damit ain sollichs greusenlichs
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rösten und bachen gehabt, das es laut brazlet und die funken und gnaist darvon gangen. Was kurzweil und frewd die frischen Federhannsen darvon empfangen, ist leuchtlich zu gedenken, hat sonder zweifel blaich nasen geben müeßen. Wie nun das fricassiern ain guete weil geweret, ist derselbig
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koch mit der pfannen zu dem, der im am nechsten uf aim bank gesessen, kommen und mit dem kochleffel hat er ain bachenen frosch (also hat sie bedeucht) ußer der pfannen genomen. Den hat er im mit dem löffel für den mundt gehebt und mit verstendtlicher sprach gesagt: «Iß das!»
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Der ander aber hat sich dessen verwideret, sprechendt: «Ich iß es nit, dann es mein speis nit.« Darauf der wider gesagt: «Iß das!» und im darbei getrewet, auch so erschröckenlich gegen im erwisen, das der arm teufl außer großer forcht den mundt ufgethon, darauf im das gespenst
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den frosch in mundt geschoben. Der ist aber alsbald wider

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[164] lebendig gewesen und in im leib hinab gefaren. Gleicher gestalt ist er zu dem andern und dem dritten gangen, die er auch gleichfalls frösch zu essen genettiget hat. Der viert hat ein solchen grawsen ab diesem fricasse gehabt, das er
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im endtlichen fürgenomen, dem gespenst nit zu wilfaren, oder sein leib und leben daran zu wagen; derhalben, als das lachen theur umb in, hat er sich von innigkait seines herzens dem allmechtigen Gott bevolchen. Indess ist der koch Sudrich mit seiner pfannen und dem kochlöffel
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kommen und im das guet schleckerbissle zugleich auch wie den andern seinen gesellen dargepotten und auch gesagt: «Iß das!» Der guet gesell widersprach das kecklich etliche mal und ruefte Gott trewlichen an. Wie nun das gespenst kain willfarung bei im befindt, ergreift es in bei der achsel und
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dem hals, gibt im ain griff, das im geschwindt und für todt uf dem boden lag. Hierauf der koch wider der thür zugeet hinauß und thuot die thür nach im zu. Die überig zeit selbiger nacht war es ganz still im schloß. So baldt es tag, machten sich die vier gesellen ganz schwach und krank
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darvon, kamen in den nechsten flecken, da legten sie sich zu bett. Under denen die drei, so die frösch gessen, am dritten tag starben, der viert kam nach langem legen wider uf, aber die überig zeit seins lebens blib er lam in der achsel, das er sich der nit mehr behelfen mogt. *
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Aber das ich widerumb uf mein angefengte historiam kom, als der Schmeller sein weib gleichfalls zu Rotenburg vil plagen und unruhe gemacht, ist die fraw mit irem gesündt und aller haushaltung widerumb geen Ringingen in das schloß gezogen. Mitler[1255]weil aber und der Schmeller
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sich also oftermals im veldt und an andern orten sichtbarlichen sehen und mit den paurs- und andern leuten sein notturft geredt, ist uf ain zeit ain kriegsman von Killer dem dorf, der dann zuvor den Schmeller wol gekennt, aber von seinem absterben und der unruhe nichs gewist, sonder, als
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er etlich jhar außgewesen, außer aim krieg wider heim kommen, wie der nun durch ain waldt, so zwischen Killer und Ringingen gelegen, gangen, ist im der Schmeller zu ross in aller gestalt, als ob er lept, entkommen und gegen im daher geritten. Also hat in der kriegsman angesprochen
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und gegrüest, auch gefragt, wa er hin reite; hat im der Schmeller geantwurt, er sei todt, darauf der kriegsman gesprochen: «Warlich, junker, ir seind nit todt.« Darauf der

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[165] Schmeller weiter gesagt, er sei todt. Also hat der kriegsman sich außer der sach nit wol verrichten künden, sonder vermaint, es seie dem edelman nit recht im haupt, wie dann oft beschicht, das aim mentschen ain bledigkait des hürns
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zu stet, und gesagt: «Fürwar, junker, ir sein nit todt; dann, so ir abgestorben, wie ir vermainen, so wurden ir da umbher nit reiten.« Hierauf im der Schmeller weiter anzaigt, er sei gewisslich todt, die ursachen aber, darumb er also nach seinem absterben wider den gemainen brauch der
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todten hin und wider wandle, seien dise: erstlichs hab er bei seinen lebzeiten seinen armen leuten die früchten und velder mit seinem reiten, auch baisen und anderm waidwerk, besonder manichmal ußer haimlichen neidt und urenbunst ohne alle not verderbt und verwüstet; zum andern, so ain
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undergang vorhanden, hab er sich auch beflissen, darbei zu sein; alsdann, nach dem er aim genaigt, oder nit, hab er außer gunst dem ainen geben, dem andern genomen; darin hab er kain gewissen gehabt; für das dritt hab er seinen underthonnen zu Ringingen alle bachoffen in iren heusern
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verbotten, darob hab er hart gehalten und auch über das verprechen gestrafft; er aber hab ain bachoffen uf dem almut machen lassen, darzu er ain becken geordnet, bei dem hab menigclich im dorf bachen müeßen, gleichwol mit irer höchsten ungelegenhait und nachthail; dem becken hab ain ieder,
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so bei im gebachen, den zwainzigisten laib geben müeßen, und hab dann er dem becken uf solchen gemainen bachoffen auch ain schweren zins geschlagen; für das viert, so hab er der gemaindt zu Ringingen, als er inen neben andern gesuchen nit mehr abbruchs oder leids wissen zu thuon,
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ain kelberwaidt eingezogen und im selbs darauß wissen mit großem nachtheil der armen leut gemacht; in solchen stucken allen er die arm gemaindt daselbs so größlichen überforthailt und damit Gott so hoch erzürnt; alle dieweil dise unbilliche gesuch nit abgestellt und was er dem gemainen
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dorf wider die billichkait und alles recht eingezogen, widergeben oder in ander weg widerlegt, so müg er nit behalten werden, vil weniger das er ainiche ruw werd haben künden, sonder müeße also umbher faren in großer pein und marter. Hierauf der kriegsman gesagt: «Ach, junker, so das ewer
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hausfraw und künder wissten, zweifelt [1256] mir nit, euch wurde geholfen werden.» Darauf der Schmeller gesprochen: «Ja, sie wissen es gar wol, dann ich inen das mehrmals

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[166] gesagt, auch darob vil plagen angethon, damit sie die bösen breuch abstalten, auch das unrechtfertig guet widergeben, aber es hilft an inen nichs, sie wellen sich des genieß ungern verzeihen; aber pitt dich, wellest sollichs alles, was
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ich mit dir geredt, nochmals meim weib und künden, darzu auch im dorf anzaigen, ob sie doch sich nochmaln über mich erbarmbten, mir, wie oblaut, zu hilf kemen, damit ich ußer diser unruhe, auch schweren pein megt erlediget werden.« Wie nun der kriegsman im sollichs
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trewlichen anzubringen versprochen, iedoch die fürsorg trieg, man wurts im nit glauben, diewil man sonst nit vast lustig wer, vil wider zugeben oder solchen genieß zu verlassen, hierauf gab im der Schmeller ain hüetlin, das er selbs abgezogen; das setzt er im uf, sprechend, bei dem warzaichen
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wurd im die fraw sampt den kündern glauben geben. Dabei verwarnet er in, wann er von ime schaiden, sollt er nit hünder sich sehen, dann so das von im übertretten, wurd seins lebens nit mehr vil sein. Wie sie nun von ainandern schieden und ieder sein weg nam, war der kriegsman
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ain gar kurzen weg von im kommen, da erhueb sich ain solch prastlen und grausams wesen hünder ime, als ob perg und thal alles zusamen breche. Nichts destoweniger gieng der kriegsman sein weg schnell darvon, dann im nit vast gehewr bei solchen ceremonien, und wie er geen Killer
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kompt, ward er von seinen freunden und verwandten nit gekennt, dann er war an har und bart allerdings weiß worden, das sich menigclichen ab im verwunderet. Er gieng unverzogenlich zu seins junkern frawen und kündern; denen sagt er alle ding zum getrewlichisten, wie ims der Schmeller
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im waldt erzellt und darauf gebetten hat. Aber die fraw wolt sich von diser red, wie auch zuvor, nit erwaichen lassen oder widerkeren. Do hat sie der gaist noch mehr erschreckt und geplagt. Er hat drei döchtern gehapt, under denen die jungst Agnes gehaißen, er hat sie aber nur Engelin
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genempt, die ist im die liebst gewesen; so er dann unversehenlich daher kommen und das weib, auch die ander erschrecken wellen, hat er alwegen die jungst dochter vor angeredt und gewarnet, sprechend: «Engelin, hüet dich! liebes Engelin, ich kum.» Zu zeiten hat er, da es gleich im
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sommer am aller wermsten, weib und kündt in ain stuben beschlossen und darnach in der grösten hitz der sonnen also eingewermbt, das sie schier erticken wellen und die

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[167] köpf zum fenster außbieten müeßen. So sie dann alles holz abwegs gethonn und sicher zu sein vermaint, so hat er das holz selbs getragen und darnach, wie vorgemelt, eingeheizt. Darneben zu manchen mal, so sie gekocht, hat er
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sie außer der kuchin mit seiner ungestimbe abgetriben und darnach ain solche somma holz angelegt, das inen alle cost am herdt verbrunnen [1257] und verdorben. Etliche mal ist er nachts in seins weibs kammer komen, sie vom bett ufgehebt und dergleichen gethon, als ob er sie zum laden
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welle hinauß werfen. Und als das alles nit helfen wellen, ist uf ain zeit er gegen tags abermals kommen und hat die frawen außerm bett im leinlachen gehebt, die vier zipfel zusamen geknipft und sie für den laden hinauß an ain hilzin nagel gehenkt und also ain guete zeit hangen lassen, darab
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die fraw dermaßen erschrocken, das sie im bei höchster trew verhaißen, alles wider zu erstatten und zu thuon, wie er dann das hievor begert hat; dann sie in höchsten sorgen stehen, so der nagel mit ir gebrochen, das sie ain hochen sprung thuon het müeßen. Also ist die fraw dem allem
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nachkommen, wie sie im verhaißen gehapt. Man hat im in der kirchen allerlai nachgethon, wie er das begert hat. Derhalben, wie im die priester uf dem kirchhoff zu Ringingen das De profundis gesprochen, ist er inen sichtbarlichen erschinen, inen getrewlichen gedankt, mit anzaig, das im
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geholfen und hinfüro aller pein erlediget, ein künd sei der ewigen freud. Demnach ist er von inen abgewichen und hat man in hinfüro weder gesehen noch gehört. Man sagt, sein schloß Ringingen sei unlangs hernach in aim krieg zerstört worden, wiewol das ungewiss, aber die maurn steen
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noch mehrtails, und ist ain schöner ansehenlicher edelmanssitz gewesen. Er hat drei döchtern verlassen, under denen die jungst, Agnes, so er, der Schmeller, am liebsten gehapt und nur Engelin gehaißen, ist lang nach seinem absterben, als sie erwachsen, eim von Ow, genannt Friderrich,
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verheirat worden. Die haben auch kündere verlassen und ain dochter zu Stetten im closter under Zollern gehabt, und sie baide ligen daselbs begraben. Die elter dochter ist aim Gremlich worden, daher demselbigen die güeter herkommen, die sie von den Schmellern ererbt. Aber das burgstall sampt
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dem dorf Ringingen ist hernach an die graven von Werdenberg und Zollern gelangt, die haben das gemeinlich ieder zu seiner gepür ingehabt und genossen. Und wiewol der

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[168] Schmeller, wie gehört, nachdem die spolia restituiert und anders nach seinem begern verricht worden, hernach rüebig und der gaist nit mehr gesehen oder gehört, iedoch, wie man sagt, so ist noch vil jhar hernach an etlichen orten
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umb und bei Ringingen uf der Alb zu etlichen sondern zeiten ain ungehewrs wesen gewest. Ich hab mermals von ainem erbarn priester zu Mösskirch, ist noch caplon daselbs uf S. Cathrinen pfrundt, genannt herr Hanns Spindler, gehört, wie er vor jharen ain student zu Tibingen gewesen
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und ainsmals von Mösskirch widerumb hinab geen Tübingen geraiset, hab er sich bei etlichen seinen verschwegerten und befründten, so zu Burlendingen zu im kommen, verspättiget, des willens, dieselbig nacht noch geen Salmendingen zu raisen. Wie er nun uf den weg kommen, den er gleichwol
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hievor vilmals gepraucht, und etwas spat worden, ist im in ebnem veldt wunderbarlich zu mut worden, dann ine nit anders bedeucht, als ob er in und durch ain großen waldt müeße wandlen, unangesehen das er sich wol gekennt und gewist, das er im veldt und selbigs orts kain holz oder
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wildtnus seie. Derhalben, wie es herpstzeiten gegen abents, hab er sich darab etwas entsetzt, iedoch ist er fortgangen, zum andern und zum dritten [1258] mal umbkert. Letzstlich ist in ain solche forcht ankommen, das im alle har gegen berg gangen und im den huet ufgehebt. Also hat er doch
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bei zeiten gar widerkert und vermaint, wider zuruck geen Burlendingen zu geen, do ist er recht und für sich gangen, ist dieselbig nacht geen Salmendingen kommen, und wie er ins würtshaus eingedretten, hat er aim dodten gleicher, dann aim lebendigen gesehen. Hinfüro hat er sich gehüetet,
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der enden sich uf den weg so spat zu lassen. Man sagt, es sei daselbst uf der Alb oft gar ungehewr. Gott waist die ursach, warumb es beschicht. * * [1219] Es sein ainest[18] deren sachen vil fürgangen, als wir dessen auch ain exempel haben in unsern landen bei
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den graven von Fürstenberg, under denen grave Wolf, so weilunt kaiser Maximiliani marschalk gewest, nach seinem absterben gar nahe gleicher gestalt, wie der Schmeller, geritten und gangen, das er von vilen zum ofternmal gesehen worden. Er hat zeitlich bei seinen lebzeiten den

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[169] großen weier zu Toneschingen[19] machen lassen, sagt man, es seie ohne nachtail deren umbligenden flecken und dörfer nit beschehen; denen hat man waiden, grundt und boden, dergleichen den privatpersonnen ecker und wisen genomen und
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gleichwol keine widerlegung gethon darfür. Er ist darnach mit künig Philipsen, kaiser Maximiliani sone, in Hispaniam geraist, darin[20] ist im zugleich wie seim herren, dem künig, vergeben worden. Er ist sein aber nit gleich gestorben, wie der künig Philips, sonder ist widerumb herauß in deutsche
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landt kommen. Da haben sich seine sachen von dags anfahen zu üblen, das er sein letzstlich sterben müeßen; ist zu [Wolfach][21] beschehen, anno 15[09] und ist zu [Neudingen] begraben. In seinem absterben hat er under anderm verschafft, das sein herz geen Wolfach söll begraben werden.
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Das ist beschehen. Wie man ime nun den leib geöffnet, do hat man befonden, das im sein herz voller löchle gewesen; es hat sich auch das gift aller umbs herz und precordia gelegt, das man ime nit wol helfen künden. Also gieng es auch dem herren von Sibenberg, war gubernator
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in Würtemberg. Wie der gestarb und man ine ufthet, do het sein herz ain gestalt, wie ain weseme rüeben. Kürzlich darnach do ist graf Wolf sampt ainem amptman und andern, die auch gestorben gewest und ime, dem graven, zu sollichem weir geholfen, offenlich, so tag, so nachts, gesehen
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worden uf und an dem weir hin und her reiten und wandlen, in aller gestalt, wie er das bei seinen lebzeiten ist gewon gewesen. Man hat auch zum oftermal ain solichs ungehewrs, ungestims wesen und grewlich geschrai uf und bei dem weir gehört, das sich die nachpurn und anstoßer zu gewonlichen
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zeiten nachts in iren heusern enthalten und nit leuchtlichen zum weir gangen sein. Sollich gespenst hat etliche jar geweret, ist aber doch entlichen mit almuesen und anderm vertriben und abgestellt worden[22]. Es hat der graf alters

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[170] halb noch vil jar leben megen, so im sein leben nit were also verretterisch gestollen worden. Aber wie solts dem diener ergeen, so der herr selbs mit gift[23] ist ermürt? Da ist nun, wie man sagt, also zugangen. Der frum künig Philips
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ist bei seiner gmahl, der künigin von Hispania, in ain verdacht kommen, ainer bulschaft halb, darin [1220] ime doch unrecht, wie sich das hernach grundtlichen befonden, beschehen. Solches hat sie so gar hoch uf und zu herzen genomen, das sie ir entlichen fürgesetzt, iren herren und
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gemahl, den künig, darumb umbzubringen, wie dann die weiber leuchtlich glauben und sich bald zu rath bewegen lassen, nach altem sprüchwort, das sie lange klaider und kurze sinn haben. Also beschach do auch, sie vergaß sich selbs und vergab dem unschuldigen und frumen künig, das doch imer
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schad war. Kurz vernam sie darnach, das sie unrecht an der sach war gewesen und sich iren gehen kopf hat lassen überwinden. Do gerowe es sie, inmaßen man von dem Herode list, do er sein weib, die Mariannen, von unschuldt wegen tödten ließ. Das alles beschach alhie auch, sie kunt
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kain rhuo, noch rast haben, also triben sie die Furiae, und do sie den gemahl nit mer het oder haben kunt, do het sie in erst gern gehapt und war ir lieb. Kam dahin, das sie desshalben sich erkommert, das sie von sinnen kommen und zu aim lautern kindt worden. Man hat sie in ain closter
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gethon, do hat sie noch vil jar gelept in ainer sollichen unbesinten, dollen weis, das sich menigclichen darab verwundert. Er ist ir leiblicher son, kaiser Carle, mehrmals zu ir kommen, das sie ine nit kennt, auch nit als ain son erkennen wellen. Was dorheiten sie begangen und für seltzamer hendl
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gehapt, darvon wer ain besonderer tractat zu schreiben. Und wiewol die weltlich obrigkait ein sollichs greusenlichs parricidium nit straffen wellen, so hats der allmechtig in diesem zeit wol gerochen, das er sie so lange und vil jar in so großen engsten, jamer, trüebsal und marter irer aignen
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gewissne leben lassen, das sie nit ersterben kinden. Der almechtig verzeihe der seel und laß sie eins sollichen großen mordts nit entgelten! Denen hochen leuten laufen die bösen stuck ungestrafft hin, es gehörte aber ein liderner sack darzu,

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[171] wol zustrickt und in das schwebisch mer damit, da wer lustig zuzesehen. Man hat das groß mordt und den todt künig Philipsen kaiser Maximiliano, seinem herrn vattern, nit sagen dörfen, sonder, do er schon ein guete zeit todt
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gewesen, ist er seiner kranhait und wie die teglichs zuname, von posten zu posten verstendiget worden, biß man ime zu letzst alle gelegenhait entdeckt. Mit so großer beschaidenhait ist mit ime gehandelt worden, und, wie man sagt, so hat er seins ainigen sons absterben ganz großmüetigclichen
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ufgenomen. * * [1511] Dises grave Wolfen von Fürstenbergs bruder, grave Hainrich, war in hohem ton und bevelch bei kaiser Maximiliano, unangesehen das ine kaiser Friderich vorhin sampt andern graven und herren in die acht declarirt het.
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Er starb one leibs erben, ward in dem fünfunddreißigisten jar seins alters, anno 1499, sampt ainem ritter von Randeck[24] von den Schweizer erschlagen und zu Dornach[25] begraben. Sein dodt bekommert kaiser Maximilianum nit wenig, und das war auch ain ursach, das sein bruder, grave Wolf, so
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baldt darnach bei ermeltem kaiser ward befürdert und Ir Majestat marschalk und landtvogt in Elsäß und der Ortnaw ward. Er starb hernach anno 1509[26] im funfundvierzigisten jar seins alters, den letsten tag Decembris; geschach zu Wolfach. Ußer seiner verschaffung und letsten willen do
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ward sein leib geen Neidingen ins closter begraben, in die fürstenbergisch begrepnus, sein herz aber plib zu Wolfach, so waren die derm und alles ingewaidt geen Hasslach verordnet und daselbs der erden bevolchen. Ußer dem zu vermerken, das die alten von Fürstenberg ain sonderliche
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lieb und anmutung zu dem Kinziger[27] thal getragen. Sein nachgelassne witib, die grefin von Solms, hat ußer seinem verschaffen die wonung zu Wolfach gehapt und ain lange zeit iren widdem sich da gehalten. Es ist[28] ain höffliche und brengische fraw gewest und dessen sovil, als uf ain zeit ir
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son, graf Friderichs, und ainstails ire aigne dochter zu ir gen Wolfach kommen, so dann uf ain haimfürung gen Bußweiler, hat sie under dieselbigen sich alle gestellt, das ir

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[172] sone, graf Friderich, darzu geredt und sie hinauf über die andern gefürt und gestellt hat. Man sagt, es si ainsmals herr Gangolf von Geroltzeck, landvogt in ober Elsäß, zu ir kommen; als sie aber gesehen, das er an stiffln ganz
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unsauber gewesen, und im doch zusprechen müßen, hat sie ganz ernstlichen gesagt: «Ach vetter, ich besorg, ich werde euch mit meinem hurlenbauß (also hat sie iren rock und beklaidung genennt) unsauber machen.» Dessen hurlebuß ist hernach wol gelacht worden. Sie ist hernach anno 15[40][29]
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zu Wolfach gestorben. Uf[30] irem dreißigisten ist es abenteurig zugangen. Grave Wilhelm von Fürstenberg, ir son, kam auch dahin, dergleichen die grefin von Zoller, ain nachgelassne wittib des großen graf Cristofs von Tengen, und gieng ganz kostlich zu. Dieselbig war wol heraußgebutzt,
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verhofft ie, sie wellt disen raisigen grafen erwerben, aber er war gehetzt und hingeloffen und in disem handtwerk geüebt. So lief ain schöns klainet im weg umbher, das ward ain guldiner schwan, mit edlem gestain versetzt, kundt aber ain prattig anrichten, das ime der schwan wider ward.
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Noch begab sich was uf disem dreißigisten. Graff Jerg von Lupfen kam mit seinem sone, graf Jochamen, der zeit auch gen Wolfach, dergleichen beschach auch von dem corfrewlein von Buchen, fröle Margret von Geroltzeck. Die bracht mit[31] ires bruders, herr Gangolfen, unverheurate dochter, frölin
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Anna Magdalena. Nit weiß ich, was man für ain rais anschlug und ain kurzweil. Der jung graf Jocham satzt das frölin von Geroltzeck hinder sich ufs ross und ersprachten sich nach notturft, und erstrackt sich solch gesprech so fer, das sie ain andern uf dem ross die ehe verhießen. Hernach,
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do solchs ußbrach, do wollten baid schweher, auch ander der sachen nit gern zufriden sein. Grave Hanns von Lupfen wollt seinem vetter nur ain reich weib geben, und namlich die reich von Walsperg in der Etsch, herr Carls dochter, die doch hernach unverheurat mit dodt abgangen. Und also,
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damit vil gezenks [1512] irenthalben underbliben, so wollt herr Gangolf sein dochter auch wol in ander weg versorgt haben, und waren desshalben anfangs vil frösch im bach und allerlai anschleg hin und wider. Aber do es lang umbher gieng, do verainten sich die schweher selbs und ward die

1 [173] hochzeit zu Geroltzeck und hernach die haimfürung zu Engen gehalten und dorft nit vil underhandlens, sonder liesents zu allen tailen beim nechsten bleiben. *

* [1527] Also haben wir vor jaren deren gespens vil
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gehabt und das der bes gaist an vil orten sein gaugelspill getriben. Bei unser vätter zeiten, vor fünfzig jaren, do hat es auch ain wunderbarlichs gespens manche jar gehabt in aim holz zwüschen Ravenspurg und Zustorf, genannt das Gartenholz, hat den Cremlichen zu Hasenweiler zugehert,
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auch denen von Ravenspurg, gen Wesetsweiler[32]. Das gespens ist gewesen in ainer gestalt, wie ain klains fülhe, schneeweiß, und hat mertails denen, so durch das holz gewandlet, auch helles dags, vil bosshaiten und widertriefs zugefüegt, sonderlich denen, die es haben gefürcht oder
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entsessen, wie sich der vilmals hat begeben, das etliche sein erschreckt worden, das sie gestorben. Und sagt man sonderlichen, das es zu selbigen zeiten ain pfaffen hab gehapt zu Hatzenweiler[33], dem hat es vor ander leuten sovil blagen angethon, das er sein krank worden und darob erlamet ist.
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Man sagt, es sei ainest ain mair ab dem markt zu Ravenspurg kommen und an aim sambstag spat durch das holz geriten, do sei dis füle hinder in ufs ross gesprungen, hab das ain gute weil hinder ime füren müßen, darab er dermaßen erschrocken, das, wie er haim kommen, im die zen
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ußgefallen, krank worden und am dritten tag gestorben sei. Gründtlichen hat man nie erfaren künden, woher diß gespenst kommen, oder uß was ursachen es sich erhept. Umb die jar nach Cristi gepurt 1510 ongevärlich soll es ain anfang genommen und zum ersten gespürt und gesehen sein
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worden. Die alten haben fabulirt, es hab der bes gaist vor jaren ain pfaffenkellere[34] hingeführt, die hab er in solcher gestalt eins weisen füles daher geordnet, aber man hat dessen kain rechten grund. Es haben etliche von Dankertschweiler einsmals wellen gen Ravenspurg, do ist es inen under wegen
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helles tags vorgeloffen. Sie sein nichts desto weniger fürgangen, do hat sie bedeucht, das füle blib im weg still sthen und werde so hoch, das sie under ime durch gen wellen. Iedoch sein sie immer fortgangen, do ist es zu letst vor

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[174] inen verschwunden. Im jar, als man gezellt 1520, do sein iren etlich von Dankertschweiler und Zustorf von Ravenspurg geritten, haben haim gewolt. Als sie nun zum Gartenholz kommen, do hat ainer under inen, ist werdenbergischer
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amptman oder keller zu Heureute gewest, in ainer weinfeuchte und aim gespai, gleichwol es den andern seinen mitgeferten nit ist lieb gewesen, dem fülhe geruft und gelockt. Er hat das gefert nit lang getriben, das gespenst ist daher kommen geloffen in des fülhes gestalt und
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angesichts irer aller hinder in ufs pferdt gesprungen. Do hat es ine dermaßen mit den fordern füeßen beschlagen und geengstiget, das er nit reden oder sich regen künden, sonder hats sichtbarlichen in beisein der ander aller, denen doch nit geheuer darbei gewesen, ain guten weg durchs
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holz biß an bach, genannt die Ach, hinder ime füren müßen. Alda hat es ine verlassen, ist von ime gesprungen ins holz, von inen geloffen, das sie nit wissen mögen, wohin es kommen. Man sagt, das etwan zu sondern zeiten diß gespenst die leut dermaßen hab molestirt, das sie nit durchs holz
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haben dürfen wandlen, sonder haben underwegen wider ires undanks [1528] müßen umbkeren. Und hat diß gespenst ungevärlichen gewert biß in das jar 1550, wiewol es stettigs abgenommen, und da es schon nit gar hin, so beschicht es doch selten noch, und hat gar nahe biß in die vierzig jar
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geweret. Im jar 1566, umb Johannis Baptiste, do ist in ainer nacht unversehenlich ein gespenst zu aim bauren ins haus kommen zu ..., das hat im sawen und schaff erwürgt, was mentschen es im haus begrifen, zu boden gerissen und umbher
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geschlaift. Das ist mer dann ain nacht beschen. Man hats etliche mal gesehen, hat es ain gestalt gehapt, wie ain catzen. Einsmals ist es dann zwaier man lang worden. Also hat und treibt der leidig teufel sein fassnachtspill. * * [1354] Umb die zeit, als der Schmeller also sein
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geferdt hin und wider gehapt, do hat sich ein erschrockenliche that zu Hechingen begeben. Es hat ain metzger daselbst, so unferr von der kirchen gesessen, uf ain zeit ein kalb vor seiner behausung gestochen und gemetzget. Indess hat der messner, als ain priester in der kirchen mess
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gehapt und elevirt, klingelt. Der metzger, wie dann ainest vor jaren mehr andacht in der welt gewest, dann laider iezo beschicht, lauft der kirchen zu. Darin verhündert er

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[175] sich so lang, das hiezwischen seiner söne zwen, waren ieder über acht jar nit alt, mit ainandern sprachten vom metzgen, und wie sie dann mehrmals gesehen iren vatter das vich stechen, also überredt der ein knab sein brueder, das er
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sich auch uf den schragen nider leget. Den selbigen stach er. Wie nun der knab heftig anfacht, wie billich, zu schreien und blueten, aber gleichwol baldt darauf verschiede, so badet ohne alle geschicht und zu unfahl der knaben muetter ein junges kindt im haus. Die erhört das geschrai baider knaben
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vorm haus, lauft eilends herauß, den jamer zu stillen, aber es war zu spat. Interim vergist die guet fraw ires jungen kinds im badt, und dieweil sonst niemands im haus, der desshalben zugesehen, do ertrinkt dasselbig auch. Der metzger kompt ußer der kirchen, ersicht das groß herzlaidt.
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Das bekommert in so hoch, das er angesichts aller umbstendt mit ainem brottmesser sich entleibet. Die betrüebt muetter wardt verhüetet etlich zeit, damit sie ir nit auch den todt anthete. Die stiftet über etlich zeit hernach ein ewig liecht geen Stetten ins closter, zu langwiriger
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gedechtnus der sachen. Aber der knab, so sein brueder also, wie oblaut, entleibt, der wardt von dem alten graf Jos Niclausen von Zollern diser begangnen that halben fengclichen eingezogen und für recht gestellt und peinlichen beclagt. Also nach erwegung aller umbstende do legten die richter dem
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knaben ain glitzenden newen goldtguldin für und darneben ein schönen, großen epfel, darunder gaben sie im die wal[35]. Also ußer ingeben des glücks do name der knab den epfel; domit bewis er sein kündtheit und unverstandt und erhielt im auch damit selbs das leben und das der dolus malus
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bei im entschuldiget wardt; kam also mit dem leben darvon. Er ist hernach verschiffet worden, das man gründtlichen nit wissen mag, wohin er kommen, aber wol zu achten, er sei auch umb den bronnen gangen. Fast ain gleichförmige historiam haben wir, so bei
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wenig jaren, circa annum domini [1355] 1520, unfer von der statt Bremen in ainem stettlin, dem stift gehörig, beschehen. Alda auch ain metzger gewonet, der het zwen junger söne; die sachen ainsmals umb fassnachtzeit iren vatter die schwein

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[176] stechen und würst machen; sprach der ein zu seim brueder: «Lieber, leg dich nider, ich will dich auch stechen und wurst aus dir machen, wie unser vatter thuet.» Der ander antwurt: «Ja, wen du mir nit welltest wee thuen.« Und
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als im das vom brueder versprochen, da legt er sich nider. Der ander facht an und sticht; do ist der jung auch nit unbehendt, zuckt ain brottmesser und schneidt dem andern die gurgel ab, das sie gleich baide uf der stett bleiben. Die muetter, die auch ain jungs kindt, ein kneblin, badet, die
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lauft dem geschrai zu, befindt den jammer und baide knaben in zügen ligen, eilt wider zum jungen kind, das war schon auch ertrunken. Do fallt sie in solliche verzweiflung, das sie an ain girtel[36] sich erhenkt. Der man kompt gleich hernach ins haus, rueft der frawen, sie der ursachen des großen
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unfals zu befragen, sucht sie damit allenthalben im haus und findt die nach langem erhenkt und todt. Darab nimpt er ain sollichen kommer, das er in ainer onmacht niderfelt und vor laidt stirbt. Das alles bleibt biß an dritten tag verschwigen, dann das haus beschlossen, iedoch wardt von
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den nachpurn, so tags, so nachts, ein große ungestime im haus gehört. Wie das der freundtschaft fürkompt, brechen sie ins haus und finden den jammer. Das verkündten sie dem bischof. Der verordnet, in der sach fleißige nachforschung zu haben, und bewilliget darneben, so etwar were,
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der dieser verloffner sachen übelthätter und stifter gründlichen konte offenbaren, dem wellte er die böst pfrondt, so selbiger zeit ledig, sein lebenlang übergeben. Wie das der messner in selbigem flecken vernimpt, berueft er den bösen gaist zu sich. Der erscheint im und macht ain pact
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mit ime, so er ime die thatt eröffnen und zu der pfrundt helfen werde, so well er mit leib und seel sich im ergeben. Der bös gaist versprücht im das, befilcht im darauf, er soll unverzogenlich zu der obrigkait geen, so wen er im beistendig sein und einsprechen, was er reden solle. Das thuet
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der messner, und wiewol er vorhin gar wenig kont, so erzellt er doch den handel offenlich durch nachvolgende carmina:
Fervex et pueri, pueri, puer unus, nupta, maritus
Cultello, nimpha, fune dolore cadunt. *
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In bemeltem jhar 1508, wie dem Hailpronner, wie ob-

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[177] gesagt, mit dem gespenst misslungen, do ist ein caplon zu Mösskirch gewesen, hat s. Sebastians pfrundt gehabt, genannt herr Johann Molitoris, der ist neben dem, das er wolgelert und fürbündig uf der canzel, auch wol bestimt im
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chor, so hoffertig und hochtragendt gewesen, zu dem auch das er mit seiner klaidung schier zuvil weltlich und cöstlich, das menigclich darab ain misfallen. Derhalben, als uf ain feueraubent die priester und andre, wie noch gepreuchlich, uf den Mark spaziern giengen, wardt er seiner
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überschwengklichen hoffart halb von aim andern caplon, seinem mitchorbrueder, angeredt und mit senften und gueten worten darumb gestraft. Darauf gab herr Hanns Molitoris kain andere antwurt, dann «ich vermags, ich vermags,» als wolt er sagen, ich habs mit der kunst und sonst in meinem
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vermegen, das ichs waiß hinauß zu bringen. Darbei bleibe es uf dißmal. Aber herr Hanns Molitoris name dise rede und brüederliche straff seins mitcorbrueders so hoch zu herzen, gieng in sich selbs, vermaint villeucht, seiner seelen sonst in andere weg nit reten künden, sonder resignirt sein
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caplonei herr Johannsen Wernhern als dem collatori; beschach nit über acht tag, nachdem ime sein mangel, wie oblaut, undersagt war worden. Gleich des andern tags schied er von Mösskirch und ergab sich uf derselben rais in die Charthus zum Gutlenstain[37] bei Urach, darin er den
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Charthaüser orden anname; ist auch vil jhar in solchem orden verharret und letzstlich darin gestorben. Die zeit er in der Charthaus gewesen, ist er vom bösen gaist vil angefochten worden; der hat im so [399] vil plagen angethon, das er gar nahe weder tag oder nacht ainiche ruhe vor ime
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gehabt. Solliche beschwerde hat er vil jhar gedulden müeßen und sich damit vil erlitten. Der allmechtig waist die ursach, warumb es beschehen, oder was er damit über in verhengen hat wellen. Von alter und von unverdechtlichen jharen here haben
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unsere eltfordern dem hochloblichen sacrament vil und großer ehr bewisen, insonderhait uf das vest unsers herren fronleichnams dag und dann uf den uffart dag, so man umb den esch pfligt zu reiten. Uf denselbigen und dann den fron-

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[178] leichnams dag sein neben andern ehrerbietungen die jungfrawen gewon gewesen, dem hochloblichen sacrament vor allen chorschuelern, priestern und menigclichen vorzugeen und zu belaiten, wie dann auch an vil orten solche
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gewonhait noch im prauch ist. Und wiewol hievor mehrmals sich begeben, das neben und mit andern jungfrawen etliche, die gleichwol zimlichen beschrait gewesen, sich eingemischt und eintrungen hetten, noch dann war derselbigen dozumal gueter mainung verschonet worden. Es schikt sich aber in
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obbenempten 1508 jhar, gleich vor herren Johannsen Wernhers hochzeit, das uf den uffart tag nach der nonzeit, als der pfarrer, herr Adrian Dornfogel, mit dem hochwürdigen sacrament umb den esch reiten wolt, do giengen die jungfrawen dem sacrament abermals in großer menig vor, wie
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dann hievor auch gepreuchlich gewesen. Under denen warn zwo, die giengen groß mit künden, wiwol sie das nit gestendig sein wolten, sonder, sovil müglich, das zu verquanten begerten, wie sich dann das hernach wol beschainte, dann ehe ain monat vergieng, hetten sie sich baide gejungt. Die
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ain hieß Elsa Kölbin, die ander Elsa Westerne; die gab das kündt eim müller, hieß Jacob Hürnlinger, das ander künd wardt wunderberlich under der hant[38] verkauft, wiewol niemandts dessen schuldig sein wolt, als dann von alter here ein gemain sprüchwort ist, das nit ain geringe kunst seie,
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dem kündt ein vatter zuzurichten und zu bekommen; also gieng es do auch zu. Gleichwol das kündt in ainer kürze hernach starb. Aber wie dem allem, die künder seien gleich gewesen, wess sie wellen, so haben sich idoch herr Johanns Wernher freiherr von Zimbern mit seinem seelsorger, herr
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Adrian Dornfogel, also hierab geergert, daz sie sich verglichen, hinfüro weder uf den uffart oder auch den herrn fronleichnams dag zu ewigen zeiten die jungfrawen nimmer mehr dem sacrament sollten vorgeen, obgehörte oder andere inconvenientia, auch die bösen reden damit zuvorkommen,
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wie es dann mit solcher ceremonia dannzumal ufgehört und an dessen statt etliche kerzenstangen sein gemacht worden, die von den fürnembsten handtwerkern mit brinnenden kerzen, Gott zu lob und ehren, in der procession werden vorgetragen.



  1. creuzweg] über die bedeutung der kreuzwege im volksglauben s. Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube, register unter Kreuzweg. Vgl. Faustbücher.
  2. er] fehlt in der hs.
  3. irer] hs. iren.
  4. extasi] hs. extosi.
  5. schwarz reuter] über gespenstige reiter s. Birlinger, Volksthümliches I, 24 ff. Aus Schwaben I, 220 ff.
  6. zugesprochen] hs. zugesproch.
  7. sollen] hs. soll.
  8. Büttelschieß] näheres darüber s. bei Lichtschlag, Die Feste Bittelschieß an der Lauchert und ihre Besitzer, in den Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Hohenzollern. III. Jahrg. 1869/70, s. 1 ff. Name: Alem. VI 146 ff.
  9. wuoteshere] hs. wuosteshere, s. hierüber Birlinger, Volksthümliches aus Schwaben I, 33. 37. 40. 47, und desselben Wörterbüchlein zum Volksthümlichen s. 68. Aus Schwaben I 89 ff.
  10. lüften] hs. lusten.
  11. klapperei] hs. kapperei. geschw. und kl. bei Geiler.
  12. ligen] hs. bliben.
  13. hospes] s. Eiselein, Sprichwörter und Sinnreden s. 171; Binder, Thesaurus adagiorum nr. 2625.
  14. WS: Ausgabe 1932 schreibt [1423]
  15. Baldeck] über die Annales Bebenhusani s. Hess, Prodromvs Monvmentorvm Gvelficorvm, pars historica 253 ff; Ludewig, Reliqvia Manvscriptorvm X, 407 ff.; zuletzt herausgegeben von K. Pfaff in den württembergischen Jahrbüchern 1855, heft II, s. 174—185. Der chronist nimmt hier bezug auf den § 40 bei Ludewig a. a. o. s. 417. WS: Die auf der nächsten Seite fortgesetzte Fußnote Baracks wurde auf dieser Seite vervollständigt'.'
  16. Eberhard von Bidembach] die hs. hat an stelle dieses namens eine lücke; vgl. Steinhofer, Wirtenbergische Chronik II, 116.
  17. pfannen] hs. girtel.
  18. Es sein einest bis gewest [171,34] auszugsweise abgedruckt bei Riezler, Fürstenb. Urkundenbuch IV, 429—30.
  19. großen weier zu Toneschingen] Riezler, a. a. o. IV, 430, führt einen beleg an, welcher den bericht der chronik über das verhalten Wolfgangs gegen die umliegenden flecken und dörfer bei anlegung des weihers unwahrscheinlich macht.
  20. darin] bis ufgenomen [171, 10] ist theilweise abgedruckt bei Münch, Geschichte des Hauses Fürstenberg I, 462 ff. anmerk.
  21. Wolfach] die hs. hat an stelle des namens eine lücke, ebenso fehlt die volle jahrzahl und Neudingen in der hs. Münch a. a. o. I, 466 giebt als ort, wo Wolfgang starb, sich auf Gerbert, Historia nigrae silvae II, 326 berufend, Ortenberg an; s. dagegen unten 171, 24.
  22. worden] vgl. Schnezler, Badisches Sagen-Buch, 1. Abtheil. s. 457 ff.
  23. gift] s. Roth von Schreckenstein, Zeitschrift für Geschichte von Freiburg I, 131, wogegen einen vergiftungstod Wolfgangs zweifel geltend gemacht werden.
  24. ainem ritter von Randeck] nach Freher, Rervm Germanicarvm Scriptores II, 552, »succubuerunt duo equites aurati et nobiles De Randeck, Burckardus et Henricus.
  25. Dornach] hs. Dornhaim.
  26. 1509] hs. hat irrthümlich 1510.
  27. Kinzinger] hs. krigiger.
  28. Es ist] bis gelacht worden [s. 172 z. 9] s. bei Münch, Fürstenberg I, 466, note 5.
  29. 1540] die minderzahl fehlt in der hs.
  30. Uf] bis bleiben [173, 3] s. Münch a. a. o. I, 467 ff. anmerk.
  31. mit] hs. mir.
  32. Wesetsweiler] d. i. Wechsetsweiller.
  33. Hatzenweiler] d. i. Hassenweiler.
  34. pfaffenkellere] über pfaffenköchinnen, die vom teufel in pferde verwandelt und auch von ihm mit hufeisen beschlagen und geritten werden s. Liebrecht, Germania XVIIII, 180.
  35. die wal] Liebrecht führt diese prüfung der urtheilsfähigkeit auf eine jüdische sage zurück; s. Germania XIV, 394 ff; vgl. das sicilianische volkslied »La Donna da Calatifimi,« Göttingische gelehrte Anzeigen 1871, s. 662.
  36. girtel] hs. grittel.
  37. Gutlenstein] die Karthause Güterstein, ad lapidem bonum, volksetymol. uralte sagenhafte Marienkirche; Gütelstein siehe Ob.A.Beschreibung von Urach S. 142 ff.
  38. hant] hs. haut.