Zimmerische Chronik/Band 2/Kapitel 10

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Autor: Froben Christoph von Zimmern
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Titel: Was herr Johanns Wörnher freiherr zu Zimbern nach eroberung der herrschaft Messkirch zu Meskirch fürgenomen, und wie sein vetter, herr Gotfridt der alt, Wildenstain das schlos wider zu seinen handen gezogen und auch behalten etc.
Untertitel:
aus: Zimmerische Chronik Band 2. S. 76–83
Herausgeber: Karl August Barack
Auflage: Zweite Verbesserte Auflage
Entstehungsdatum: 16. Jahrhundert
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck)
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Erscheinungsort: Freiburg und Tübingen
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Quelle: Digitalisat der UB Freiburg
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[76]
[A286a] Was herr Johanns Wörnher freiherr zu Zimbern nach eroberung der herrschaft Messkirch zu Meskirch fürgenomen, und wie sein vetter, herr Gotfridt
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der alt, Wildenstain das schlos wider zu seinen handen gezogen und auch behalten etc.

Gleich nachdem herr Johanns Wörnher freiherr zue Zimbern etc. Messkirch die stat und herrschaft eingenomen, ist im in acht tagen ain schreiben von grave Andressen von 1

[77] Sonnen[350]berg von der Scheer auß zukommen, darin bemelter grave Endres ine sampt denen vom adel allen, so er dozumal noch bei ime zu Messkirch gehapt, zu der Scheer auf ain benennten tag zu kommen, geladen. Uf söllichs
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ist herr Johans Wörnher mit seinen edelleuten und dan den raisigen ains tails, doch ob den anderthalb hundert pferdten, zu der Scheer geriten, und als sie daselbst zu morgen gessen, alda sie dann treffenlichen wol tractiert und gehalten, dann grave Endres ain besonder gros wolgefallen darab
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gehabt und darinen, wiewol er sonst ganz gnaw gewest, idoch denen von Werdenberg zuwider und zu leidt kain costen sich bedauren lassen, ist herr Johanns Wörnher sampt denen vom adel und sinem gesind wider auf den aubendt neben Sigmeringen der stat auf Messkirch zue geritten. Nu sein
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dozumal die von Werdenberg, nemlich grave Haugo, grave Hanns und grave Christof, zu Sigmeringen gewest; die haben solchs erfaren und sie im fürreiten wol gesehen, wiewol inen sollichs ain claine freud gewest, dann sie dozumal nit darvor sein, vil weniger sich, demnach ir gemiet, beweisen
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künden. [A286b] Nu hat herr Johanns Wörnher gleich hernach Lorenzen Münzern von Sünchingen, obervogt der herrschaft Zimbern vor Wald, geen Messkirch erfordert, also das er baide herrschaften zu gleich verwalten. Es sein aber der
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mererthail vom adel und namhaftigsten kriegsleut nit gleich, nachdem die huldigung beschehen, von Messkirch verruckt, sonder in ansehung das täglichs ain geschrai ausgieng, der römisch künig wurde sie aus anstiften und anhalten deren von Werdenberg widerumb von der herrschaft Messkirch
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abtreiben, bei ainem halben jar und ainstails lenger alda beliben, als nemlich die Stumpfen, die Speeten und andere etc. Die haben nu mererthails mit herrn Johannsen Wörnhern sich verbunden, leib und gut zu im zu setzen, damit sie in und seine geschwistergit bei der herschaft Messkirch, darzu
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sie im getrewlichen geholfen, erhalten und, sovil inen möglich, darbei handthaben mögten, in somma, sie haben sich wider die von Werdenberg und menigclichem one die künigclichen Majestat und das hailig reich verbunden, also das Wildenstain iren aller offen hus sein solte. Auf solch schlos
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haben sie gemainlich Ludwigen von Stetten, der gar ain reuterisch mann ist gewest, zu aim vogt geordnet, sollichs inzuhaben und zu verwalten, dem sie auch solch schlos ein-

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[78] geben. Darneben haben die edlleut denen von Werdenberg trutzenlichen geen Sigmeringen entpotten, sie, die von Werdenberg, sollen sich anderst nicht versehen, dann sie wellen die von Zimbern, sovil inen möglich, bei dem iren, darzu
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sie inen geholfen, getrewlichen schützen. Mittlerweil [1] als die edelleut ainsthails bei herrn Johannsen Wernhern noch zu Mösskirch waren, gieng bemelter herr Johanns Wernher mit denselbigen oftermals spazieren. Begab sich uf ain feirtag, das sie abermals für unser Frawen thor
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uf ain wisen, genannt der Brüel, spazierten; fanden sie daselbs die jungen gesellen und burgers söne. Die sprangen und kurzweilten, wie dann domals der brauch war, ehe und zuvor das schandtlich, gottlos saufen und zutrinken also in schwank kommen. Also sprang herr Johanns Wernher mit
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seinen edelleuten auch mit inen. Nun war ainer under den jungen burgers sönen, genannt Jacob Stainhewer, mit dem zunamen Renisfeldt, der sprang für die andern alle, und als ieder, so böst er konte, das weitest zil zu legen sich understande, so nimpt derselbig jung Renisfeldt [351] ain zulauf
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und springt mit ebnen füeßen über die Ablach, dess sich dann herr Johanns Wernher und die edelleut nit allain verwunderten, sonder auch hinnach springen wolten. Es wolt aber kaim geratten und fiel herr Johanns Wernher, auch alle, die bei im waren und sich dessen understanden, in die
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Ablach, das das wasser ob inen zusamen schlueg. Sie sprangen hernach nit vil mit im, dann er war inen damit allen überlegen. Bemelter Renisfeldt ist ain alt mann worden, hat zu Mösskirch die höchern empter lange zeit verwalten und ist anno 15 . . zu Mösskirch gestorben und
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begraben; und als sich die herrschaft sein gar wol vermocht, ward er in seiner unvermeglichait Schleichinsfeldt für Renisfeldt genennt. Also hilft kain sterke, kain geradigkait, es geet zu seiner zeit alles dahin wie der rauch, letstlich nimpt uns der todt gar hin.
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* [1286] Es haben ainest die alten allerlai mittel an die handt genomen, die jugendt zu ziehen und mit ainem bösen ain ergers zu fürkommen, alsdann sein gewesen die gemainen frawenheuser in den stetten. Also auch ist von vil jaren her ain sollich gemain frawenhaus zu Messkirch gewesen
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in der undern statt an der ringkmaur an der Ablach. Bei

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[79] zeiten aber und regierung herr Johanns Wernhers freiherren zu Zimbern des jüngern do ist ain solichs verwegens und frechs wesen bei etlichen weibsbildern zu Mösskirch worden, das die armen huren im frawenhaus sich nit mer erneren
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künden, sonder haben ir haus sampt der muetter verlassen und haben, wie man sagt, ein fatzenetlin an ain stecken gepunden, damit sein sie mit fliegendem fendlin ußer der statt gezogen. Volgendts ist solch haus von der obrigkait verkauft und verwendet worden, und ist zu besorgen, das
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kemmet sei dozumal im haus zersprungen, die funken hin und wider zerstoben. Und bedarf man ains[2] sollichen haus diser zeit gar nit, ein solliche große leuchtfertigkait ist in der welt. Zu unsern zeiten wonet ain burger in solchem haus, Hanns Caspar genannt, welcher, wie das gemain geschrai,
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dem haus seinen alten namen begert und will erhalten, derhalben, wie man sagt, «Volenti et patienti non fit injuria», und ist auch. Gott helf uns allen! etc. Man sagt von aim guetem schwank, der aim burger zu Mösskirch, Hanns Sparvöglin genannt, daselbst begegnet sei. Derselbig wardt uf
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ain nacht, wie es gar finster, von seinen zwaien gesellen, Marx Kucheman und dem alten Claus Reichen, genannt Kolben, in ainer gesellschaft zu disem haus gefüert. Nun war aber darvor ain niderer galgbron, welcher tags mit aim lidt wardt gedeckt; aber die zwen obgenannten hetten
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zuvor das lidt ab dem bronnen gethon. Wie sie nun mit sparvöglin zum haus naheten und in zwischen inen füerten, do lassen sie ine in den bronnen fallen. Da lag er; wolt er wider herauß, so must er inen gute wort geben und sich vexiren lassen.
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[1287] Als anno [1499] der kaiser Maximilian den krieg mit den Schweizern[3] ußer der statt Costanz het und das kriegsvolk zu ross und zu fueß ußer der statt füerte in das Schwaderloch, do machten die hauptleut die ordnung vor der statt. Under andern aber war ain edelman under inen,
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hieß Eck von Reischach, der war zu ross und macht mit seim pagen vil verworrnus under den knechten, sprechende: «Also sollt ir geordnet sein und euch gegen denen feinden halten!» und mit dem do tritt er ain Möskircher knecht, ain waidlichen gesellen, hieß Hanns Sparvöglin, auf den
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fueß. Der war aber nit unbehendt, schlueg den Reischacher

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[80] mit seiner hellenbarten über die lauten, das er am satel hieng. Darauß ward ain großer lerman, dann die reuter woltens nit guet haißen; aber die knecht schoben den gueten Sparvöglin hünder sich, und ward die sach also verduschet.
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Da der kaiser schon selbs erfarung, wardt es im doch verhalten und blib also ersitzen. Man sagt, es haben vil vom adel dem von Reischach solche schlappen wol gegunet. Damit hat kain han mehr darnach gekreiet. * In wenig zeit hernach, [A287a] als Ludwig von Steten
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zu Wildenstain also ain gemainer vogt gewest, hat herr Gotfridt von Zimbern besorget, Wildenstain möchte villeicht hiedurch leichtlichen von dem stammen und namen Zimbern verwent und in andere frembde hend kommen; desshalben, als auf ain zeit Ludwig von Steten, der gemain amptman
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von Wildenstain, anderer gescheften halben verriten, hat herr Gotfridt in seinem abwesen sich geen Wildenstain verfüegt, das eingenomen und die, so Ludwig von Stetten daselbst gelassen, geurlaubt und hinwegk ziehen lassen. Demnach aber nu Ludwig von Stetten widerumb geen Messkirch
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kommen und sollichs alles hievor gemelt vernommen, hat er ain groß misfallen und beschwerdt darab empfangen, dann er vermaint, sollichs sei im zuwider, auch aus ainem missvertrawen beschehen; hieraus erwachsen, das er, Ludwig, gegen herrn Gotfriden ain vechdt fürnemen wellen.
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Demnach aber solchs dem stammen und nammen Zimbern, sonderlich aber der eroberung der herrschaft Messkirch höchlichen abbrüchig het sein mögen, haben die vom adel, so noch zu Messkirch gewest, als die Speeten, die von Rechberg, die Stumpfen und andere mere, sich in die handlung
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geschlagen und hern Gotfriden, dessgleichen Ludwigen von Steten widerumb in der güete vertragen, dergestalt das herr Gotfridt bemeltem Ludwigen ain gut pfert, wie er dann dessen vermaine lob und dank zu haben, für alle ansprüch geben und zustellen, damit dann alle widerwertigkait füro
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aufgehaben und abgestelt sein solte. Dozumal ist herrn Johannsen Wörnhern von etlichen fürnemen kriegsleuten und vom adl geratten worden, er solte die stat Messkirch, damit sie nit [A287b] leichtlichen von iren widerwertigen mögten überzugkt werden, sovil
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möglichen, zu bevestigen. Sollichs ließ nu herr Johanns Wörnher die kriegsverstendigen beratschlagen, und ward Wilhelm Herter von inen allen zu aim bawmaister erkiest und ge-

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[81] ordnet. Und waren anfengclichs die mauren allenthalben, wo von nöten, gepesseret, darneben hinder dem schlos ain großer grab und darhinder ain waal aufgeworfen, bei dem spital anfahende und durch und durch bis hinab an
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Mettenbach sich endende. Im innern graben aber bawet herr Johanns Wörnher zwo groß hilzi pasteien, dessgleichen ain groß hilzi plockhaws mit schutzlöchern. Dasselb ließ er besetzen und mit geschütz und aller notturft, wie er dann solchs dozumal vermöcht, versehen. Zu solchem paw braucht
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er die fron in der stat und aus der herrschaft, und war menigclich gut[352]willig, dann sie hiedurch ain gut herz gewunnen, und verhofften, ir angeborne herschaft beharrlichen bei inen zu behalten. Als nu solcher baw bei ainem halben jar geweret, ist herr Johanns Wörnher durch etlich
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seiner herren und freundt verstendigt und vertrawlichen sovil vertröst worden, das er sich von der künigclichen Majestat kainer ungnade oder nichts zu versehen, hierauf er den angefengten baw ersitzen lassen. In[4] ermeltem 1503 jhar, in wenig wochen nach
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eingenomner statt und herrschaft Mösskirch, ließ herr Johanns Wernher die früchten vom zehenden und vom baw anfahen dreschen. Begab sich, das ainer under denen dröschern dem becken im schloß ein gulden verborgenlicher weise ußer der deschen name und darob begriffen ward, derhalben
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er von Lorenzen Münzern, dem vogt, gefengklichen eingezogen und außer bevelch herrn Johannsen Wernhers fürgestellt und rechtlichen beclagt wardt. Nun war ainer des gerichts dozumal zu Mösskirch, genannt Caspar Spindler oder Schwarz, des iezigen alten Hainrichmans, so noch lept,
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vatter; dem megt villeucht der tröscher verwant oder verfreundt sein, oder nit; der name sich des armen manns im rechten an und war sein fürsprech. Derselbig wellte nun wider die beschehenen clag excipiren und pracht vor gericht für, herr Johanns Wernher, oder auch andere freiherren
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von Zimbern weren vor jharen in ungnad der kaiserlichen Majestat kommen, derhalben in die acht des hailigen reichs declariert und aller freihaiten privirt worden, und seitmals diser zeit ainiche restitution oder absolution von der kaiserlichen Majestat [nicht][5] vorhanden und der bluetbann verwürkt,
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so hetten die herren kain juris diction, ainicher regalien oder

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[82] hochen gericht sich zu gebrauchen, sonder müesten das erst von newen dingen an gepürenden orten wider aufspringen und erlangen. Hieruf vermaint er, dem armen man sein leben zu fristen und uf die clag zu antwurten nit schuldig
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sein, vil weniger das die richter weiter procedieren kenten; begert auch derhalben ein urthel. Aber so bald herr Johanns Wernher solchs faulen außzugs bericht, ließ er sein vogt, den Lorenzen Münzern, denen richtern die freihait mit dem pann über das pluet in originali fürbringen und verlesen,
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mit angehenktem bericht, das nit weniger, es sei weilunt sein herr vatter selliger in ain declaration und acht des reichs, wiewol ußer unschult und allain ußer prattiken der graven von Werdenberg, kommen, dess müeß und sei er gestendig, wie sie dann auch dessen alle guet wissens haben;
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es sei aber dieselbig acht in anno 14[93][6] uf anhalten etlicher chur- und fürsten, auch anderer stende uf recht, auch noch bei leben seins herrn vatterns, ufgehept und eingestellt worden; und ob gleichwol dasselb nit were, so sei in sollicher declaration allain sein herr vatter begriffen gewesen und
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berüere weder ine noch seine brüeder, dann sie irer freihaiten nie privirt seien worden; beger desshalben, der fürsprech welle solliche nichtige und unbegründte exception, wie recht, erweisen und war machen, dessen alles uf die declaration gezogen. Also war mit urthel erkennt, das uf
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herr Johannsen Wernhers gerichtlichs begern die declaration sollte offenlich gehört und verlesen werden. Das beschach. Dieweil dann dieselbig allain uf herr Johannsen [353] Wernhers des eltern leib, hab und güeter gestellt, aber sich uf seine künder oder erben nit erstrackte, ward abermals
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erkennt, denen freiherren von Zimbern were ire freihaiten durch die declaration nit benomen und berüerte sie gar nichs, sonder stiende allain uf die personn und güetere des alten herren Johannsen Wernhers, ires herren selligen, und nit weiter; derhalben sollte der fürsprech an statt des armen
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beclagten manns, unverhündert beschehener inrede, schuldig sein, uf die clag zu antwurten. Also nach ergangnen reden und widerreden warde dem beclagten ein unrecht erkennt und letzstlichen, das er sollich unrecht bessern und mit dem strick sollte gericht werden. Und wiewol herr Johanns
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Wernher des vorhabens nie gewesen, wie ich dann sollichs

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[83] von den alten mehrmals gehört, den armen mann am leben zu straffen, in bedacht, das der diebstal so gar wenig und gering, iedoch hat in sein aigner fürsprech, der Caspar Spindler, wie gehört, mit seiner ungereimpten,
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unbedechtlichen exception umb sein leben bracht, dann er warde, unangesehen das von gaistlichen und weltlichen personnen, auch den umbsessnen und vernachpurten ain groß fürbitt für in beschach, nach ergangner urtel unverzogenlich mit dem strang gericht. Also ist zuvil witz nit allweg guet,
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sonderlichen in rechtshandlungen; bevor, so es des mentschen leben belangt, were guet, das wolbedechtlichen gehandelt wurde. Es ist dem Spindler hierum von vilen gar übel geredt worden, also das offenlichen gesagt warde, er het den armen mann umb sein leben gepracht. Und wiewol
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im sonst nichs weiters hernach gienge, so hat er doch die zeit seins lebens sollichs gegen ainer herrschaft wenig genossen. Man hat in aber bleiben lassen und ime desshalben weder liebs noch leids zugefüegt. * [1489] In wenig jaren, als herr Johanns Wernher die
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herrschaft Messkürch ingenomen, do ist ainsmals ain junger gesell an aim offenlichen diebstall in der statt Messkürch ergriffen, darum er auch für recht gestellt worden, und nach dann gepreuchlich, das in sollichem fal der gefangen man im abstand ainmal, zwai oder drei in ain behausung am
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Mark, alda man das gericht helt, wurt gelassen, sich mit seim fürsprechen zu underreden, das beschach do auch, und ward derselb gefürt in ain haus, so am Markt über den bach ist gebawen und diser zeit die Schwarzacher, genannt Spindler, inhaben. Nit waiß ich, wie es zugieng, ob im mit
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vleiß ward durch die finger gesehen, oder ob es sonst ward one geferd verwarlosset, der gefangen man bekam gelegenhait im haus und hub etlich fleckling uf, die über dem bach lagen, ließ sich hinab und kam also under [1490] dem haus im bach durch das volk hinauß und darvon. Und wie die
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alten haben vermaint, das domals seie das geschrai gewest und der leumet, so soll die oberkait damit wol sein zufriden gewest. *
  1. Mittlerweil] bis gar hin [z. 34] fehlt in A.
  2. ains] hs. ain.
  3. 31 Schweizern] hs. Schweistern.
  4. In] bis schluß des capitels fehlt in A.
  5. nicht] ergänzt.
  6. 14[93]die minderzahl wurde ergänzt.