Zimmerische Chronik/Band 1/Kapitel 37

<<< Kapitel 37 >>>
aus: Zimmerische Chronik
Seite: Band 1. S. 204–206
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[204]
Von etlichen spennen und irthumben, so sich zwischen herrn Wörnhern freiherren von Zimbern an aim und
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herzog Simon und Conradten, gebrüedern von Tegk, auch Albrechten von Magenbuoch anderstails gehalten und zuletst vertragen worden.
Herr Wörnher von Zimbern hat in seiner jugendt, ehe und zuvor die zerstörung und verderplich nachtail der
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freiherrschaft Zimbern durch die statt Rotweil zugefüegt, große spenn [A92a] und irthumb mit herzog Simon und herzog Conradten von Tegk, gebrüedern, gehabt, von wegen das herzog Conradt, iezbemelter herzogen herr vatter, mit her Wörnhern[1] freiherren von Zimbern, vilgedachts hern
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Wörnhers herr vatter, ain vertrag aufgericht, das alle die underthonen und aigen leut, so one wissen und erlauptnus ires naturlichen, angebornen herren aus der freiherrschaft [129] Zimbern geen Rosenveld in das stetle, welches dannzemal der herzogen von Tegk aigenthumb und vor vilen jaren, wie
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obgehört, von der freiherrschaft an sie komen, waren zogen, das dieselbigen underthonen oder aigen leut nichts destweniger irer phlicht und aid gegen herrn Wörnher oder dessen nachkomen nit erlassen solten sein. Als aber hernach über vil jar die sach widerumb erörtert und zwischen baiden thailn
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vil unrats und widerwertigkait dann fürgefallen, ist es nach vilgehaltnen tägen, darauf baider partheien freundtschaft nichts fruchtbarlichs handlen, im jar nach Christi unsers herren gepurt gezelt ain tausendt dreihundert drei, von herzog Hainrichen von Urslingen, grave Herman von Sulz und herr
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Reinharten von Reiti, ritter, dermaßen vertragen worden, das hinfürter die underthonen oder aignen leut aus der freiherrschaft Zimbern, kunftig spenn zu verhüeten, nit zu burgern in Rosenveld angenomen oder behalten solten werden, oder auch derselben stat hergebrachte freihaiten sich kainswegs
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gebrauchen. Über etliche jar hernach ist oftgedachter herr Wörnher von Zimbern von Albrechten von Magenbuch, der dozumal zu Falkenstain an der Tanaw gesessen, welches er

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[205] von den freiherren von Lupfen zu lehen truge, größlichen injuriert [A95b] und seiner eeren geschmecht worden; doch in was gestalt und wie sollichs zugangen, mag man nit wissen. Welches nu herrn Wörnhern unleidenlich und nit
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zu dulden gewesen, derhalben er gedachtem Albrechten von Magenbuoch auf leib und gut abgesagt, auch onverzogenlich seine lehensleut aus baiden seinen herrschaften aufgemannt, der mainung, sein absag in ain ansehenliche würkung zu bringen und gemelten Albrechten zu überziehen, auch an
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seinem leib und gut nach allem vermögen sich zu rechen. Als aber baiderseits freundtschaft dise vecht gern aufgehaben, die dann auch solch gewaltsam fürnemen herrn Wörnhers nit pillichen, auch noch weniger zu gestaten gedachten, ist die sach zuletst, doch schwerlich herrn Wörnhers halb, anno
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Christi ain tausendt dreihundert zwaiundsechzige, durch grave Conradten von Fürstenberg und herrn Ochswaldten freiherren von Wartenberg und Wildenstain und herr Hansen von Blumberg, ritter, als die nechsten verwanten, dergestalt hingelegt und vertragen worden, vermög des vertragsbriefs,
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von wort zu wort also lautende, hierin inseriert: »Wir grave Conradt[2] von Fürstenberg und Oschwalt frei zu Wartenberg, den man nempt zu Wildenstain, und her Hanns von Blumberg, ritter, den man nempt der Gepawer, haißen dich, Albrecht von Magenbuch, des Falkenstain ist, als du hinder
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uns glopt und geschworn hast, von der schmachait und unrechts wegen, die du dem wolgebornen unserm ohaim, herrn Wörnhern von Zimbern, freien herren zu Mösskirch, gethon hast, da sein [A93a] wir all drei übereinkomen und ainhelligclich, das du mit der vorgenanten deiner vesti
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Falkenstain, gelegen an der Tanaw, warten solt von sant Gallen tag, der nu allernechst kompt, nachdem als der brief geben ist, fünf jar, die nechsten [130] nachainandern komend, dem vorgenannten unserm ohem und den us und ein solt lon, so dick und vil er will, er bring wenig oder vil, oder er
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schicke wenig oder vil, one ausgenomenlich wider das hailig reich und one die, denen du vor geschworn hast, zu warten mit der vesti. Wir haisen dich auch mer, das du dem vorgenannten herrn Wörnhern von Zimbern, freien, solt dienen dieselben fünf jar selb viert, gewafnet, erber in disem landt,

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[206] also das er dir cost geb, und ob du icht verlurest, das redlich und kundtlich were, das soll er dir gelten. Wir haisen dich noch mer: Wann du disen brief ansehest oder hörest lesen, ald dir zu haus ald zu hof kom, das du darnach in
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dem nechsten monat reitest geen Mösskirch in die stat und alle die stuck und wort, die an disem brief steen, das du offenlich dem vorgenannten herrn Wörnhern von Zimbern schwerest zu den hailigen, was davor geschriben steet, von dir zu halten. Und darum, das du wissest, das wir dessen
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übereinkomen seien, so haben wir, grave Conradt von Fürstenberg und Oschwaldt von Wartenberg, frei, genannt von Wildenstain, und ich Hanns von Blumberg, ritter, den man nembt der Gepawer, alle vorgenennt unsere insigel gehenkt an disen brieve zu ainer warhait, der geben ward an sant
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Laurenzius tag, do man zellet von Christus gepurt dreizehenhundert jar und im zwaiundsechzigisten jar.« Dises ist der vertrag gewesen, welcher hernach von Albrechten von Magen[A93b]buoch trewlichen erstatet und gehalten worden. Hernach circa annum domini, ungevärlich ain tausendt
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drewhundert neunundsechzige, haben sich Albrechts von Magenbuchs hinderseßen von Krehenhainsteten geeußeret und deren ain tail geen Möskirch under vil gemelten herrn Wörnhern zogen und burger alda worden, welches den Albrechten nit wenig verdrossen und inen solchs zu weren understanden.
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Als sie aber herr Wörnher vermög ires erlangten burgerrechts wider gedachten Albrechten von Magenbuch schützen und schürmen wolt, ist abermals ain span daraus worden, doch haben sie sich zu letsten güetlichen mit ainandern vertragen, dergestalt, so dieselben angenomne burger, vorhin
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zu Hainsteten gesessen, hinach zu Messkirch nit bleiben wurden, das alsdann herr Wörnher sie wider den von Magenbuoch nit schürmen solt, und dermasen sein dieselben burger hinach zu Möskirch bliben.



  1. Wörnhern] B unrichtig Jörgen.
  2. Wir grave Conradt] bis jar, 206, 16, in auszug bei Riezler, Fürstenb. Urkundenbuch II, 247—248.