Zimmerische Chronik/Band 1/Kapitel 22

<<< Kapitel 22 >>>
aus: Zimmerische Chronik
Seite: Band 1. S. 102–105
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[72] Dises capitel sagt von herrn Adelberten freiherren von Zimbern, der ain conventual zu Hirsaw gewest, dessgleichen von herrn Eberwin, hern Hartwigen, herren Luitfriden und herrn Hainrichen friherren von Zimbern.

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Ich find in der stiftung und dotation des closters Hirsaw etlich freiherren von Zimbern, deren mit namen gedacht wurt, ainstails, so bemelt gotzhaus mit güetern begabt, auch ainstails, so als [A51b] zeugen, wann sich ain übergab zugetragen, darbei und mit gewesen. Und ist zu wissen, das
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grave Adelbert von Calv das closter Hirsow, so bei seinen altfordern zeiten gar in ain abgang komen, aus bevelch bapst Leons, des neunten dises namens, welcher im dann gar nahe gefreundt und seins herkomens ain graf von Dachspurg war, von newem widerumb erpawen und gestift hat[1],
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ungevärlichen umb die jar nach Christi gepurt ain tausendt und sibezige under der regierung des loblichisten kaisers Hainrichen des vierten. Dises gotzhus ist von vil fürsten, graven, freiherrn und vom adel trefflichen und hoch begabt worden. Es sein auch ain gute zeit anher fürsten, graven, hern und
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vom adl conventuales darin gewest, die sich alda enthalten, den orden angelegt und darin verharret, auch manigmal auf erz- und andere bistumb sein postuliert worden. Insonderhait find ich, das ain freiherr von Zimbern, herr Adelbert gehaißen, in bemeltem closter ain conventual gewest umb
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die zeit Heinrici quinti, dessen wurt in nachvolgender gestalt mit namen gedacht. Wie obgemelt, das aller nechst bei Hirsaw ain frawencloster, auch Hirsaw genannt, gestanden, so ist zu wissen, das vil grävin, frein und vom adel dahin komen, die den orden angelegt und bis an ir ende
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darin verharret. Under andern closterfrawen hat ain geborne gräfin von Ostro[A52a]franken, genannt fraw Geba, dem closter Hirsaw vil güeter zu Stutgarten, die sie von graf Regenbotten von Malsga erkauft, geben; mer zwen wingärten, den ain zu Owensweiler, den andern zu Frubrechtshausen
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gelegen. Nachdem aber ir brueder, graf Goswein, (dann sie zwen brüeder gehabt, graf Egon und graf Goswein) welcher villeicht den weingarten zu Frubrechtshausen gern zu seinen handen gehabt und derwegen mit seiner schwester,

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[103] fraw Geba, gehandelt, da dieselbig sovil bei dem apt und dem convent zu Hirsaw erhalten, das sie irem brueder, graf Goswein, den weingarten umb dreißig mark silbers wider zugestellt haben. Dise dreißig mark silbers sein von
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gemainem convent [73] (dann ongevärlich umb die zeit ob hundert münch da gewest) etlichen hernach benenten[2] conventualn widerumb zu nutz anzulegen[3] übergeben worden, und nemlich herrn Friderichen, dem propst, zwo mark silbers, damit hat er etliche güetere zu Stamheim erkauft; wer
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er aber seines herkomens gewest, mag man nit wissen; mer vierthalb mark herrn Berchtoldten, welcher allen vermuotungen nach, wiewol es nit austruckenlichen befunden, ain grave von Eberstain gewest; der hat damit etliche güeter zu Baurbach und Suttren kauft; mer vier mark herrn
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Walkunoni, der hat damit dem closter die güeter zu Tunzlingen zuwegen gebracht; mer drei mark herrn Adelberten freiherrn von Zimbern, conventualn [A52b], der hat damit ain gut zu Zimbern (doch welches Zimbern das gewest, ist nit bewist) erkauft; item ain halbe mark herr Hainrichen freihern von
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Wurmblingen, der hat damit ain gut, zu Wormbzingen[4] gelegen, an das closter gelöst; mer sein herrn Hugon freiherrn von Rüetingen, achtzehen mark silbers zugestelt worden, der hat damit das dorf Ruderchingen kauft. In welchem jar aber das beschehen, mag man nit wissen, dann die münch
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vor jaren so unfleißig gewesen, das sie solchs nit aufzaichnet, derhalben dann das und anders verloren[5] und in ain vergess komen.[6] Noch findt ich etlich freiherrn von Zimbern mit namen bemelt sein, dann anno domini ain tausendt ainhundert und
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drei hat her Diemar freiherr von Rietingen, ritter, weilund herr Erkenberts freiherrn von Rütingen son, ain Osterfrank, dem closter Hirsaw etliche dörfer und güeter, mit namen Rütingen, Bennendorf, Raitenaw, Alweinsdorf, Brunnen und Carenzhaim, freiledigclichen geschenkt, und ist er demnach
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in bemeltem closter ain conventual worden. Ehe und zuvor er aber den orden angelegt, hat er etlich graven, freiherren und vom adel geen Riethaim beschriben, daselbst er in ge-

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[104] genwurtigkait apt Gebharts von Hirsaw die übergab gethan, in beisein grave Gerharts von Menz, grave Engelharts von Lubenhausen und seins sons, grafen Walthers; mer grave Hainrichs von Rottenburg und grave Braunens von
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Werthaim, item [A53a] herrn Eberweins freiherrn von Zimbern, grave Eppons und seins sons, graven Gosweins von Mergenthaim, herrn Gerungs freiherrn von Rütingen und seiner zwaier sön, herrn Reichmundts und herrn Adelberts. Mer sein die hernach geschribne vom adl als zeugen dabei
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gewest: Emmich und Conradt von Radersheim, gebrüeder, Gundelo von Psisecken mit seinen sönen Conradten und Beringern; mer Burkhart von Uffenhaim sampt Gumprechten und Hainrichen, seinen sönen; item Gumprecht und Megenwart von Eckenbrugk, und Megenwarts zwen söne, Adeloch
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und Burkhart; mer Ulrich und Hertrich vom Eschen-[74]thal, gebrüeder, Ravenolt von Wiblisheim, Adeloch von Dieffen, Reginolt und Weigant von Cuppenhaim, gebrüeder, Hainrich von Hartenbach, Hainrich von Hildenhaim, Rudger von Hirslanden, Otto von Wingershaim, Wolfram von Glatbach,
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Hartman, Hartwig, Hainrich und Solecho von Simprechtshausen; dise alle sein bei obgemelter übergab, zu Riethaim beschehen, gegenwurtig gewest, uf zeit, wie oblaut[7]. In wenig jaren hernach, nemlich umb die jar ain tausendt ainhundert neune, under der regierung kaiser
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Hainrichs des fünften, hat herr Hartman freiherr von Ucklingen den kirchensatz und was er zu Suttren gelegen gehabt, vilbemeltem closter Hirsaw aigenthumblichen zugestelt, in beisein nachvolgender zeugen: grave Burkharts von Ingersheim, graf Wörnhers von Griningen, herrn Adelberts freiherrn von
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Stöffeln, herrn Hartwigs freiherren [A53b] von Zimbern, graf Eckberts von Speir, grave Burkarts von Strubenhart, herrn Ruodolphs freiherrn von Pfullingen, und nachvolgender vom adl: Engelbald von Meringen, Zeisolf von Gretzingen, Eerlewein von Rotfelden, Marquart von Mülhausen, Adelbert
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von Gertringen, Gerung von Oeningen, Wörnher und Ruodolf von Cuppingen, Bubo von Venningen, Bertolt von Hessigkeim, Ego von Baurbach und andere mere[8]. Noch find ich in den hirsawischen monumenten von zwaien freiherrn von Zimbern geschriben, nemlich herrn
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Luitfriden und herrn Hainrichen, gebrüedern. Dieselben zwen

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[105] freiherren haben dem closter Hirsaw etliche irer aignen güeter, so sie zu Eberdringen ligen gehabt, inen, auch iren vorfarn und nachkomnen zu ainer gedechtnus und gutem vermacht und übergeben; in welchem jar aber das
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beschehen, ist lenge halb der zeit in vergess komen, aber vilen conjecturen und vermutungen nach zu achten, ist guetlich zu glauben, sie haben gelept umb die zeit Friderici Barbarosse oder Philippi, dern römischen kaisern, dann kain jarzaal mer verhanden[9].
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Ich find auch nit, ob die vorbemelten freiherrn von Zimbern, nemlich herr Adelbert, der ain conventual zu Hirsaw, wie obgesagt, dessgleichen herr Eberwein und herr Hartwig, gebrüeder, oder auch wie nach sie ainandern verwant gewesen seien. Derhalben, was ich von disen dreien, auch
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von den zwaien gebriedern, herren Leutfriden und herren Hainrichen erfarn, hab ich in diß capitel [A54a] zusamen setzen wellen, damit ich in nachvolgenden, sovil zu ainer ordenlichen und unverlengerten continuation dienstlich, mit merer richtigkait desto statlicher mög nachkomen und
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fürfarn etc.



  1. die stiftung geschah im jahre 1075, s. Kausler, Wirtemb. Urkundenbuch I, s. 276—282.
  2. benenten] A benten.
  3. anzulegen] hs. anzulagen.
  4. Wormbzingen] nach dem Codex hirsaugiensis (bibliothek des litterar. vereins b.I) s. 36 Wormlingen.
  5. verloren] hs. verlorern.
  6. stimmt, doch nicht ganz, überein mit Codex hirsaugiensis s. 36.
  7. s. Codex hirsaugiensis s. 43 ff.
  8. s. Codex hirsaugiensis s. 52.
  9. s. Codex hirsaugiensis s. 67.