Zimmerische Chronik/Band 1/Kapitel 21

<<< Kapitel 21 >>>
aus: Zimmerische Chronik
Seite: Band 1. S. 97–101
von: [[{{{AUTOR}}}]]
Zusammenfassung: {{{ZUSAMMENFASSUNG}}}
Anmerkung: {{{ANMERKUNG}}}
Bild
[[Bild:{{{BILD}}}|250px]]
Wikipedia-logo.png [[w:{{{WIKIPEDIA}}}|Artikel in der Wikipedia]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
[[Index:{{{INDEX}}}|Wikisource-Indexseite]]
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[97]
[70] Ain erholung der zehen gebrüeder freiherren zu
20
Zimbern, auch was von denen vieren, namlich hern Wilhelmen, herrn Eberharten, herrn Wörnhern und herrn Johannsen gefunden würt, under denen herr Johanns sich in Frankreich vermehelt und kinder bekomen.
Dieweil hievornen angezaigt, das herr Gotfridt freiherr
25
von Zimbern der elter zehen sön gehabt, auch hernach, wie derselbigen zwen, herr Jerg [A49b] und herr Cuno, in aim gemainen landtsterben todts verschaiden, ferner wie diser herren noch zwen, herr Conradt und herr Albrecht, von denen ungleubigen bei Nicea erschlagen, und herr
30
Fridenreich gleicherweis über meer gezogen und in Syria mit tod abgangen; dessgleichen wie herr Gotfrid der junger die freiherrschaft Zimbern ingehabt, von dem hinfürter mer gesagt, so wurt in disem capitl angezaigt von denen überigen vieren geprüedern, was und wievil von inen gefunden.
35
Nemlichen so ist herr Wilhelm, der sibendt, von jugend auf bei herzog Fridenreichen von Schwaben erzogen worden, und

1

[98] als herzog Herman von Schwaben ain turnier geen Augspurg gelegt, hat er denselben mit seinem herrn, herzog Fridenreichen, besucht, und ist diser turnier gehalten worden im jar nach der gepurt unsers herren ain tausend und achtzige,
5
under der regierung kaiser Hainrichs des vierten. Demnach aber ain grose suma von fürsten, graven und herrn ire helm zu der schaw gestelt, also das sie zumal nit einreiten möchten, warden sie gethailt. In dem andern und letsten turnier, darin sechshundert und sechs helm, waren der obgenannt
10
herzog Fridenreich von Schwaben und mit im dise nachvolgende graven und freien: grave Lupolt von Calv, herr Ruodolf von Weinsperg, herr Wilhelm von Zimbern, grave Ludwig von Helfenstain, herr Wilhelm von Breuberg, grave Wolfart von Feringen, grave Rudolf von Werdenberg, sampt
15
vilen andern[1]. Durch dises herrn Wilhelms von Zimbern rat und angeben warden über etliche jar hernach seines bruders [A50a], herrn Gotfridts, sön, herr Albrecht und herr Wilhelm, zu denen jungen herzogen von Schwaben, herzog Friderrichen und herzog Conradten, gethon, von welchen
20
fürsten sie erzogen worden. Diser herr Wilhelm ist sein leben lang bei herzog Fridenreichen zu hof gewesen und nach seinem tod in dem closter zu Lorch bei Gemundt begraben worden. Von den überigen dreien gebrüedern findt man im closter zu Sant Jergen und zu Herrenzimbern in
25
aim seer alten messbuoch, daraus vil gezogen, erstlich, [71] wie dann auch hievornen angezaigt, das dieser herren zwen, herr Wernher und herr Eberhardt, mit irem herren vatter und iren brüedern zu Augspurg auf ainem reichstag gewesen; mer, als sie zu ainer andern zeit anhaimsch worden, (dann sonst
30
seind sie den mererthail in frembden landen und nit im reich gewesen) hat sich begeben, das herr Ludolf freiherr von Gröningen auf dem Schwarzwaldt, im Brigenthal gesessen, der letst seins stamens und namens und denen freiherren von Zimbern gar nahe mit sipschaft verwant, herrn
35
Wernhern und hern Eberharten beschicket hat und in ir gegenwurtigkait sein letsten willen geordnet, under anderm dem closter zu Sant Jergen etliche höfe, in dem Brigenthal gelegen, im zu ainer memoria und eewiger gedechtnus, die er im dahin sambt seiner begrebtnus verordnet hat; mer
40
schaffet derselbig herr Ludolf der freiherrschaft Zimbern

1

[99] seinen aignen kirchensatz und zehenden sampt etlichen höfen zu Asen in der Baar, dasselbig aber mit der zeit von der herschaft [A50b] Zimbern denen von Sunthausen zu mannlehen gemacht und hernach an die von Almanshofen komen.
5
Das obangezaigt gemecht geschach in gegenwurtigkait diser obgenannter zwaier freihern, herrn Wörnhers und herrn Eberharts, anno domini tausendt ainhundert vierundzwainzige, zu Sant Petter auf dem Schwarzwaldt. In der fundation[2] wurdet dises herrn Wörnhers von Zimbern auch gedacht;
10
welches closter von weilund bischof Wittho von Chur mit bewilligung bischof Ulrichs von Costanz, der ain graf von Kiburg gewesen, gestift, auch mit renten und gülten nach notturft versehen worden. Bei solcher stiftung sind gewesen als zeugen hernachvolgende prelaten, graven, freiherrn und
15
vom adel, nemlich apt Eppo, erster prelat zu Sant Petter, apt Bruno von Hirsaw, ist von seim geschlecht ain graf von Würtenberg gewesen, apt Ruso von Sant Blasio, apt Adelbert von Schafhausen, apt Dietgen von Sant Georgen, apt Otten von Rinaw, apt Egon von Augspurg, item graf
20
Adelbert von Gammertingen; mer dise freiherren: herr Adelbert freiherr von Hornberg, herr Wörnher freiherr von Zimbern, herr Friderrich freiherr von Wolfach, herr Walther freiherr von Weilhaim, und drei vom adel mit namen Gerung von Brunnen, Lupolt von Manspurg[3] und Conradt von Zeringen.
25
Solche stiftung, wie obgemelt, ist beschehen im jar nach Christi unsers lieben herrn gepurt gezelt ain tausendt ain hundert und drewzehne, den letsten tag des herpstmonats. * [1182] Man hat noch bei zwainzig jharen ain alte lateinische bibel, uf pergamen geschriben, [1183] im closter
30
Schutter gefunden, dann nach dem propheten Malachia nachvolgende mainung mit ainer wunderalten, unleslichen geschrift, lateinisch gewesen: »anno 1113 indictione 7a, im achtenden jhar der regierung kaiser Hainrichs, 2 cal. Octobres ist das münster zu Sant Pettern ufm Schwarzwaldt mit
35
großer herligkait geweicht worden von bischof Witone von Chur und bischof Ulrichen von Costanz in beiwesen siben fürnemer abten, benanntlichen abt Eupone von S. Pettern, abt Brunone von Hirsaw, abt Radstein von S. Blasio, abt

1

[100] Adelwerten von Schafthausen, abt Dietgern von Sant Jörgen, abt Ottone von Reinaw und abt Egenone von S. Ulrichen zu Augspurg. Nachdem nun die weihung des münsters und das ambt volbracht, haben herzog Bertoldt und herzog
5
Conradt von Zeringen, gebrüeder, das gotzhaus mit etlichen zeitlichen güetern im dorf Gundlungen begabt in beiwesen hernachvolgender gezeugen: Adelwert von Gammertingen, Adelwert von Hornberg, Friderrich von Wolfach sambt seinem son Arnolden, Walther von Weilhaim, Gerunc von
10
Brunen, Rumo von Askach, Wernher von Zimbern, Lupolt von Merspurg, Eckenbold von Keinzingen, Conradt von Zeringen, Erchenbold von Vorcheim, Eberhart und sein brueder Burkart von Aistag[4], Henrich von Wittelsberg, Ulrich von Ametingen, Rudolfen von Buchen, Walko von
15
Waldeck, Otto von Regensperg, Ludoldt von Degerfeldt, Rudolf von Curtweil, Ego von Burbach, Erchinger von Stainenstatt, Chrafto von Eptingen, Guido von Weiler, Rutger von Bleideshaim, Ruprecht von Hausen, Berchtoldt und Folco von Emingen[5], Lamprecht von Adelshausen und Burkhart
20
von Gundelfingen. Dise alle von graven, herrn und vom adel sein bei obgenannter weihung und übergab gewesen. Darbei ist sich ab der alten unserer vorfarn einfalt und frombkait nit genugsam zu verwundern, das sie also sich gedemüetiget und deren wenig irem stand und herkommen
25
gemeß sich geiebt oder auch schreiben haben lassen, sonder, so vil sie künden, ire herkommen und geschlechternamen verschwigen und nit schreiben oder verzaichnen lassen, sonder allain sich irer taufnamen gebraucht, oder aber, da sie gleich irer geschlechter namen benennen lassen, haben
30
sie ires stands, ob sie fürsten, graven oder herren seyen, bedächtlichen geschwigen, auch ohne alle ordnung und durch ainandern vermischt sich ufschreiben lassen; dann wer solt sonst glauben, das der jung herzog Conrat von Zeringen sich erst in der ailften zal het lassen verzaichnen, dergleichen
35
graf Adelwert von Gammertingen, das er sich kain grafen het wellen lassen beschreiben; item, das herr Burkhart von Gundelfingen, dessen voreltern und nachkomen fürnem und berüempte freiherren gewesen, sich am allerletzsten und nach so vilen edelleuten het lassen ufschreiben? Ich geschweig,

1

[101] das herr Adelwert von Hornberg, herr Friderrich und herr Arnold von Wolfach, sein sone, herr Wernher von Zimbern, herr Otto von Regensperg und herr Ludolt von Degerfeldt, alle freiherren und ains fürnemen und berüempten herkommens
5
gewesen, haben aber iren freiherrenstand nit allain nit benennen lassen wellen, sonder auch sie haben die edlen knecht (also hat man die edelleut einest geschriben und genennt) vor inen und ainstails nach inen schreiben lassen. Villeucht ist es selbiger zeit also der sitt gewesen, oder
10
aber sie haben sich also de[1184]müetigen wellen und benüegig sein, das Gott ir herkomen und standt in irem leben und nach irem todt wisse, als wir dann von den alten dergleichen exempla vil haben, und nemlich zu Menz ist ain herzog zu S. Alban begraben, der hat uf sein grab schreiben
15
lassen »Megingossus dux;« dergleichen herzog Bilgrin, so die bropstei Beuron an der Tonaw gestift, hat sich in der fundation und sonst anders nie benempt, dann »Peregrinus dux.« Die baide haben uns nachkomen irer geschlechter namen verhalten, das man die grundtlichen nit wissen mag,
20
wiewol zu vermueten, der erst sey ain herzog ußer dem geschlecht Salicorum, der ander aber ain herzog von Schwaben gewesen. Aber der ewigen weishait, der nichs verborgen, sein sie ohne alles felen wol bekannt. * Von herrn Johannsen [A51a] von Zimbern, auch weilund
25
herrn Gottfriden des eltern sun, ist ain gemainer leümat, er seye in seiner jugendt in Italiam, volgendts in Frankreich komen und die zeit seins lebens dorin verharret. Ob er aber verheirat oder in ledigem stand gestorben, ist unbewist.
30
* [1450] Als ich ainest in Frankreich gewest, hab ich nit weit von dem königclichen schloß Mun, in Berri gelegen, ain edelmans behausung gesehen, darauf waren fendli, wie sie dann uf die techer und türn gemacht werden; an selbigen war das wappen Zimbern, namlich ain guldiner leo
35
mit ainer hellebarde in blawer feldirung. Und wiewol domals weiters nit hernach gefragt worden, als dann der jungen leut geprauch, das sie weiter nit gedenken oder underfahen, dann irer facultet und manier, noch dann so will ich den nachkommen des geschlechts diß geschriben haben, den
40
sachen nachzuforschen, und zweifelt mir gar nit, da fleißige erkundigung derhalben beschehen, man wurde insonderhait in Frankreich allerhand berichts und anlaitung fünden. *



  1. andern] s. Rüxner, Thurnierbuch (ausgabe 1566 bl. LXVIb)
  2. fundation] s. Schöpflin, Historia Zaringo-Badensis V, 48 ff.
  3. Manspurg] heißt s. 100 z. 11 Merspurg; Schöpflin a. a. o. V. 49 hat z. 30 Limpolt de Merderburch.
  4. Aistag] Schöpflin a. a. o. V, 49 Eistat.
  5. Emingen] Schöpflin a. a. o. Deningen.