Zimmerische Chronik/Band 1/Kapitel 1

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aus: Zimmerische Chronik
Seite: Band 1. S. 1–8
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[1][1] Wo[2] die Cimbri erstlich gewonet und was lender sie eingenomen, auch wie sie die Römer angriffen, die mermals geschlagen, doch letstlich von inen überwunden worden.

Es ist zu wissen, das vor jaren die Cimbri ain mechtigs,
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streitbars und sighafts volk gewesen, auch vil großer, gevärlicher krieg ain lange zeit gefüert, mechtige königreich und lender eingenomen, diselben mit gewalt erobert und ingehabt haben. Ire vätterliche, angebornne erste sitz und wonungen sein gewesen in cimbrischen Chersoneso, so ain
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landtschaft teutscher nation gegen mitternacht, die weit in das mer sich zeucht und zwischen dem brittannischen und teutschen Oceano gelegen, diser zeit Hollstain und Schleswig genannt wurdt. Auß diser landtschaft sein ir ain wolgerustes hör sambt weiben und künden zogen, ungevärlich hundert
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jar vor dem fürtreffenlichen Homero, so do gewesen nach anfang der welt zwaitausendt neunhundert und vierzig, und vor der gepurt unsers seligmachers tausendt neunhundert und fünf jar. Die haben in kurzer zeit ain großen[3] thail Europæ und Asiæ durchstraifet; dann demnach sie in ain
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große macht erwachsen, ist ain aufruor und burgerlicher krieg under inen, wie gewonlichen beschicht, so ain reich am höchsten schwebt, entstanden, derhalben ain große und streitbare anzall volks sambt irem könig Liddamio ire angebornne wonungen verlassen, newe länder zu erobern. Dise
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haben nachmals unsäglichen schaden vast allen septentrionalischen lendern zugefüegt; sein dergestalt biß an den meotischen see und Pontum exinum[4] komen, alda sie den Chersonesum und vast alle lender, darumb gelegen, eingenomen, ain mechtige statt darin gebawt, Cymericum genannt,


[2] auch ain besonder königreich angericht, daher nachmals dieselbig landtschaft Bosphorus cimbricus genannt worden, und auß anziehung Strabonis, so hat auch der arm des mers sambt dem gepürg daselbst den namen von inen empfangen.
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Und wiewol sie solche lender gewaltigclichen ain [2] guote zeit ingehabt dergestalt das sie auch Joniam, Rhodum und andere insulen und provinzen oftermals beraubt und verderbt, nochdann sein sie zu letst von den Schytis gar darauß vertriben und verjagt worden; also haben sie den Bosphorum,
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den sie vil jar geruwigclich besessen und ingehabt, verlassen und sich in Asiam begeben müeßen. Dieweil sie aber allenthalben großen schaden thätten, die lender blinderten und beraubten, warden sie bei sibenzig jaren, nachdem sie vormals von den Schytis vertriben, von könig Halliate auß
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Lidia geschlagen und auß ganzem Asia auch widerumb verjagt[5]. Dises ist die erst histori der Cimberer, so mit hörs craft in Asiam zogen und darauß widerumben vertriben worden. Was sie aber volgends gehandelt, biß ungevärlich auf ain hundert und zwainzig jar vor Christi unsers herren gepurt,
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ist von länge wegen der zeit, auch das sie vor gemelten jarn den Römern unbekant, villeucht verloren oder aber unverzaichnet, in ain vergess komen, und ist zu vermuoten, das sie in ir vatterlandt, den cimbrischen Chersonesum, darauß sie dann vormals in ainer aufruor, wie obgehört,
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verjagt worden, wider komen seien oder zum wenigsten ain landtschaft, nit weit davon gelegen, darinen sie sich nidergelassen, eingenomen haben. Aber ungevärlich sechshundert und dreißig jar nach erbawung der statt Rom, und vor der gepurt Christi unsers
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seligmachers hundert zwainzig und zwai jar, hat sich begeben, das das teutsch meer außgeloffen[6] und das bemelt landt der Cimberer mit wasser bedeckt, also das kain trost oder hoffnung des wassers abfallung mehr gewesen, zudem das iezund alles, so in gedachtem landt von gebew und
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veldern, verderbt und verwüestet, derhalben sie mit weib und künden sich erhebt und von varender haab, was sie erfüeren und ertragen mögen, mit sich genomen und die Boios, so den hercinianischen Schwarzwald derzeit inegehabt, gewaltigelichen überzogen, von welchen sie aber geschlagen;


[3] sein fürter biß an die Tonaw kommen, volgends mit sambt den Scordiscis (ist ain volk in teutsch landt gewest) widerumb zu rugk gewichen und mit irem könig Biorige oder Bolo und etlichen herzogen, sambt anderer irer herrschaft und
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vom gemainen adel, zwaimalhundert tausendt stark, iren weg durch Westphalen und Nidersachsen, diser zeit Frieslandt, genomen, und nachdem [3] sie über Rhein komen, haben sie die Eburones, so Plutarchus Ambrones nennt, und die Tungros, diser zeit Leutticher und Bräbanter, in ir buntnus
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und fürgenomen rais gebracht, sein also mit großer macht in Burgund, darin sie schlössern, stötten und flecken, was an dem wasser Rodano und derselben landsarten gelegen, großen schaden zugefüeget; fürter durch Frankreich über die montes pironeos, diser zeit der Runzeval[7] genannt,
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gezogen, und Hispaniam überfallen, darin sie vil stött geblindert; aber nachdem sie von den Celtiberis etliche mal geschlagen, sein sie widerumb in Frankreich, dozumal Gallia gehaißen, gewichen. In dem hinundwiderziehen haben sie nicht destoweniger
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ir pottschaft zu den Römern geschickt und sie umb land, darin sie wonnen und sich niderlassen mochten, angesucht und darbei ire freind und bundsverwandten zu sein sich anerbotten, darauf inen die Römer, als dozumal under in selbs unainig und misshältig, alles ir begern und freuntlichs
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ansuochen abgeschlagen. Darüber die Cimbri größlichen bewegt, sich mer starkten, machten mit Teutobocho, dem könig in teutschen landen, ain verstand, tailten sich darauf in zwen haufen, der mainung, an zwaien orten Italiam zu überfallen und nit allain Rom, sonder auch ganz Europam zu
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zwingen und under iren gewalt zu bringen, damit, was sie mit freuntlichem ansuochen, auch dienstlichem erbieten nit erlangen mögen, dasselbig mit gewalt zu erobern. Als sie nun auf Italiam eileten, zochen inen entgegen Papirius Carbo und Junius Sillanus, römische consules. Die wurden baid in Gallia
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in zwaien schlachten erlegt und Carbo erschlagen. Dessgleichen ward Cassius Longinus, consul, unlangs hernach von den Tigurinis, das sein die Zürcher, so mit den Cimbris ain verbundtnus gehabt, dermaßen überwunden, das die überigen überbelibnen Römer geisel geben und das halbtail irer


[4] wöhr und güeter dahinden lassen muosten. Nachvolgends ist von Servilio Cepione und Mamilio Maximo, proconsulibus, ain treffenliche, namhafte schlacht beschehen, in welcher die Römer abermals unden gelegen und bei achtzig tausendt
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streitbars volks sambt vierzig tausendt im tross verloren haben, das, wie Antias[8] schreibt, nit über zehen darvon komen, die ain solche große niderlag zu Rom hetten anzaigen künden. Es ist auch ain consularis von Rom, ains alten fürstlichen geschlechts, genannt Scaurus Aurelius, in
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gemelter schlacht gefangen und über etliche täg hernach von dem cimbrischen könig Polo oder Biorige in ainem zorn erstochen worden. Nach [4] dem sich aber dise namhafte schlacht, wie oben gehört, erobert, haben sie der zwaier proconsulum Mamilii und Cepionis leger gesturmbt und eingenomen,
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darin sie mechtig groß gelt und guet, wie wol glaublich, gefunden, welches sie alles nit geachtet, sonder haben der feind harnasch und wör zum thail verbrennt, zum thail zerschlagen und verwüestet, die pferdt ertrenkt und, was von gelt oder guet gewesen, alles in den fluß Rhodanum
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versenkt; die gefangne Römer haben sie ohn alle erbärmbd erhenkt und erwürgt. So bald solche mör erschollen und zu Rom angezaigt, ist ain solcher schrecken entstanden, dergleichen auch zu Hanibals zeiten nit gewesen, das sie besorgen, seitmals die
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Cimbri so große victorien erlangt und iezo über die Alpen in Italiam zu ziehen sich understanden, sie wurden desto beherzter und durstiger sein, wa sie kain widerstand funden, Rom sambt ganzem Italien zu blundern und zu verhergen. Derhalben erforderten sie eilendts C. Marium Nepotem aus
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Africa, welcher unlangs darvor den konig Jugurtham von Numidia überwunden und in seinen gewalt gebracht, auch der grösten und sighaften hauptleut ainer war, den Rom ie gehabt. Disem Mario Nepoti ward der krieg wider die Cimbrischen und Hochteutschen zu fieren bevolchen. Aber
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seitmals die Cimbri und Hochteutschen in zwen underschidliche gewaltige haufen sich gethailt, ist Marius den Hochteutschen und Ambronern mit ainem gewaltigen hör biß in Galliam entgegen zogen, sein lager unfer von inen geschlagen; aber dieweil er sie nit angreifen dorft, hat er furbetrachtigelich


[5] verzogen und verweilt, auch sein kriegsvolk im leger behalten so lang, bis zu letzst die Teutschen durch die guoten speis und drank in irem grimen gemültert und nachgelassen haben; derhalben gedachter Marius hernach zwai mächtige
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sighafte hör erlegt. Mit was vorthail und geschicklichait aber sollichs beschehen, mechte mit wenig worten nit beschriben werden; dann ain hör was von eitelen Hochteutschen und andern irs angenomnen kriegsvolks. Das geschach in den Alpen und clausen Italiae, bei ainer gegne, gehaißen
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ad Aquas Sextias, als etlich darfür halten, nit ferr von Salzburg. Es was allain die zall der gefangnen ob zwaimalhundert tausenden, sambt irem könig Teutobocho, so meins bedunkens in teutscher sprach könig Dieppolt genennt werden mag. Von disem mechtigen haufen der Hochteutschen
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kamen über dreitausendt nit darvon, die doch mit vil arbait, müeh und sorgen das Teutschland, (dann Salzburg und dieselb gegne ist dozumal nit teutsch, sonder welsch gewesen) haben erraichen mögen. Der ander hauf, so auch von den Römern erschlagen, waren die Cimbri; die lagen an der
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Etsch unferr von Trient, und schicket sich also. Q. Luctatius Catulus, [5] proconsul, der auch ain römischer oberster, der hett sein wagenburg in dem eingang der Clausen wider die Cimbrischen also verbawen und bevestigt, dardurch die Cimbri irs fürnemens etwas gehündert. So bald er aber
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den sig seines mitobersten C. Marii vernomen, besonder das derselbig ime entgegen zoch, nam er sich lüstigclich ainer flucht an, verließ sein wagenburg den Cimbris, welche ime eilends nachvolgten, zochen über das tridentisch gepürg in allem winter und tiefe des schnes in Italiam. Nun
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wurden sie in irem grimen fürnemen etwas gehündert; dann wiewol sie in willen, für Rom sich zu legern, iedoch, nachdem sie in Italiam kamen und der speis, auch anders wollusts gewonnten, zu ainer ergötzlichait irer arbait und harten lägers in Alpen, begaben sie sich ganz aus irer
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kriegsrustung in ain unordnung; darzu brachten die zwen römische obersten, C. Marius und Luctatius Catulus, ire haufen zusamen, hetten auch zu allem glück den wind und den staub, der gegen den Cimbris und von inen gieng, zu ainem vorthail; zogen also nit weit von Verzell (ligt in Piemont) mit
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großer macht an sie. Nit weniger begerten ir die Cimbri auch, welcher im raisigen zeug bei fünfzehen tausendt gewesen sein, in iren kurissen auf den pferden gehalten, haben


[6] ire helm mit thierköpfen von aufgespörten meulern, die ganz ainer greusenlichen gestalt und form, auch mit flügeln, die ain solche gestalt haben, das man maint, sie weren vil größer und gereder, dann sie waren, geziert gehabt. Dise erzaigten
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und thätend treffenlichen großen widerstandt, dergestalt, das die Römer kain hörtern stand nie gethon. Iedoch nach langem und ernstlichem streiten behielten die Römer den sig. Es ward der könig Biorix (mag in teutscher sprach könig Weirich genannt werden) und ain großer thail
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der Cimbrischen erlegt und geschlagen; auch warden Claodicus, Klagreich, und Cesorix, Zerrich, auch könig und hörfüerer under den Cimbrischen, gefangen, damit dann zwen andere fürsten bewegt worden, damit sie nit in der Römer gewalt kemen und in dienstbarkait ir leben verschließen
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müesten, sich selbs zu ertödten. Nun hetten aber ire weiber, die sie bisher mit inen genomen, in ansehen, das sie noch kain land oder haimbwesen nie gehabt, ain besondere wagenburg. Die thäten nit weniger, dann ire menner, den Römern mit gegenwör widerstandt; zu letzst, wie sie
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vermarktend, das ir gegenwör, ainem sollichen gewaltigen und sighaften hör vil zu gering und schwach, nichs verfahen möchte, baten sie die obersten, sie wollten sie doch frei lassen abziehen. Dise pitt ward inen von C. Mario abgeschlagen. [6] Ehe sie nun in der Römer gehorsami und
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unerlichen dienstbarkait zu schandtlichen sachen komen wollten, ehe erstachen und erwürgten sie zuvor ire aigne künder, hankten sich selbert an die wägen, doch das lager zuvor allenthalben angezündt, und sich also selbert, auch alle ire hab und güeter, umbracht und jämerlichen
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verderbt.

Das aber die raisigen Cimbrischen, wie gehört, ir hauptharnasch mit flügeln und thierköpfen gezieret, gibt nit ain claine vermuotung, sondern gar nach ain unablainig argument, sie haben ain treffenlichen adel under inen gehabt, under

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welchen sonder zweifel der sitt gewesen, das ain ieder vom adel sein helmclainat auf dem hauptharnasch hab gefuert, wie dann vil hundert jar hernach allain in turniern dasselbig im brauch beliben. So man noch die alten statuas der kaiser und großen fürsten, so sich inmaßen, wie sie in die
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schlachten geritten, abgießen haben lassen, besicht, befundt man, das solichs noch vor sechshundert jaren die gewonnhait gewesen, alsdann zu Maurkirchen im land zu Bayrn


[7] sollichs befunden wurt. Es sagt Cornelius Tacitus[9], welcher bei hundert und achtzig jaren nach der Cimberer niderlag gelept, das die edlen auß Teutschland bei seiner zeit in brauch gehabt, ire schilt mit den aller edlesten und bösten farben
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malen zu lassen; haben dieselbigen nachmals mit sich in die schlachten genomen; darauß wol abzunemen, das sie ire wappen auf ire schilt oder tartschen zu ainem underschaid und dem kriegsvolk zu ainer bösseren erkanntnus gemalet haben, wiewol Tacitus solchs als ain Römer, der
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disen teutschen brauch nit verstanden, auch villeucht nit geachtet oder sonst nichs darauf gehalten, dergestalt nit anzeucht.

*[10] [1355] Über etlich hundert jar hernach hat der adel ire wappen an den schilten gemalt und öffentlich gefüert;

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das gibt nachgeende historia warhaftigclichen zu erkennen. Es ist vor vil jaren ain mechtig geschlecht zu Menz seßhaft gewesen, genannt die zum Jungen[11]; die haben schilt und helm gleich gefiert wie die grafen von Neufen, nemlich drei weiße jägerhorn in ainem roten feldt. Uf ain zeit ist ain
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krieg in deutschen landen entstanden und ist uf der ainen parthei ain graf von Neufen, uf der andern ainer vom Jungen gewesen. Nun hat ain ieder sein wappen offentlich am schilt, wie dozumal der sitt, gefüert, damit, wer wol oder übel sich hilte, erkennt wurde. Begab sich in ainer schlacht,
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das der graf von Neufen und der vom Jungen gewesen; [uf ainander][12] stießen. Wie der graf sein wappen bei dem widerthail [1356] ersicht, gedenkt er, es seye seiner vettern ainer, derhalben verlasst er in und setzt an ain andern. Hernach aber, als er erfuere, das es ainer vom Jungen von
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Menz und kain graf seins geschlechts, war er übel zufriden, wellt auch lenger nit gedulden oder zusehen, das ain wenigerer seins stands ein gleichförmiges wappen füeren oder sich des geprauchen sollt. Als den vom Jungen sollichs anlangte, ließ er den grafen berichten, das er und seine
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voreltern zum Jungen solch wappen lenger gefüert und hergebracht hetten, dann der grafen von Neufen geschlecht


[8] geweret het. Diser stritt kam letzstlichen für ain römischen kaiser, der nach langer verhöre und genugsamer erkundigung sie güetlichen vergliche, also das baide geschlechter hinfüro schilt und helm, wie sie hergebracht, füeren sollten,
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und der stritt, welches geschlecht elter, genzlichen geschwigen, nimermer sollte gerechtvertiget werden. Damit aber dennost unter denen wappen etwas underschidts, so begabt derselbig kaiser den zum Jungen, auch seine erben, und ziert im das helmkleinat zu ehren und gnaden mit ainer
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kronnen. Also haben auch hernach die zum Jungen ir schilt und helm hinfürter gefüert. Man waist nit grundlich, under welchem römischen kaiser sich dise historia begeben; aber auser vilen vermuetungen abzunemen, es seye under denen Heinricis beschehen[13]. Dise historia ist des orts allain der
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ursach inverleibt, seitmals darauß zu erlernen, das die alten Deutschen ire wappen offenlichen in allen kriegshandlungen und vechden gefüert, auch darbei vor andern haben begert erkennt zu sein, und ist von unseren vorfarn, den alten Deutschen, nit übel angesehen worden. Aber der geprauch,
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die helmklainat uf dem hauptharnisch zu fieren, ist vor vilen jaren in abgang kommen und allain in turnern bliben. Die von Jungen zu Menz sein statlich, wolhebig burgersleut gewest, under denen ainer vor jaren so mechtig und so reich, das er die statt Oppenheim am Rhein von aim
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römischen kaiser verpfendt, dieselbig er und seine erben ain guete zeit ingehapt und besessen haben. Vor vil jaren habent sie nahendt die ganz statt Menz regiert. Des zu ainer anzaigung so sicht man noch heutigs tags ire wappen vast an allen turnen gemalet, sonderlichen aber gegem Rhein. *



  1. seitenzahl der handschrift B.
  2. der anfang der chronik bis gegen ende von s. [8] fehlt in A.
  3. hs. gorßen.
  4. d. i. euxinum.
  5. vgl. Strabo VII, 2.
  6. vgl. Strabo VII, 2; Mommsen; Römische Geschichte II, 174.
  7. d. i. Ronceval, lat. Roncivallis, thal in den Pyrenäen; die hs. hat Rhunczenal.
  8. Valerius Antias. s. Bahr, Gesch. der Römischen Literatur (3. aufl.) II, 23.
  9. Germania 6: »lectissimis coloribus distinguunt.«
  10. die stellen mit * am anfange und ende sind in den text eingefügte nachträge, welche die hs. B von s. 1182 bis s. 1557 (schluß) enthält.
  11. s. Joannis, Rerum Moguntiacarum II, 767; 873.
  12. so dürfte die lücke in der handschrift ergänzt werden.
  13. vgl. die urkunde kaiser Sigismunds bei Senkenberg, Selecta juris I, 264 ff.