Zedler:Knie, derjenige Theil eines Fusses

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Knie, in der Bau-Kunst

Band: 15 (1737), Spalte: 1111–1112. (Scan)

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Literatur
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Knie heisset derjenige Theil eines Fusses, wo z. E. an einem Menschen das obere dicke Bein und das Schien-Bein zusammen stossen. Dieses Gelencke bedecket ein noch anderes dickes rundes Bein, welches die Knie-Scheibe heisset; doch ist diese nicht durchgängig bey allen Füssen derer andern unvernünfftigen Thiere anzutreffen, sondern nun bey einigen und zwar bey denen vier-füssigen an denen vordern Schenckeln zu finden. Siehe auch Genu, Tom. X p. 902. Das Wort Knie aber soll eigentlich so viel als eine Verbindung und Zusammenhalten bedeuten, und von dem alten Teutschen meen herkommen, davon die Wörter nieten und Knütten übrig sind. Eccard Legg. Sal. & Rip. p. 89. not. Es wird daher in alten Schrifften offt vor die Verwandtschaft genommen, wie denn das Chron. Ryhthm. Princ. Brunsu. s. 14. apud Leibntz Script. Rer. Brunsu. Tom. III. p. 25. von Otten dem Grossen sagt: He was Hertoget. Bruno an den verden Kne, und von Otten dem II. He was öme an den vessten Kny. Ingleichen Bodo Chron. Brunsu. pict. apud Leibnitz l. c. Tom. III. p. 298. von Herzog Ludolphen, und was von Hertoge Wedekindes flechte in den andern Kny Eccard l. c. p. 89. not. Die Knie beugen ist ein Zeichen der Ehrerbietigkeit und [1112] Unterthänigkeit, daher es nicht nur bey dem Gottes-Dienste, sondern auch bey weltlichen Handlungen, feyerlichen Begängnissen, Huldigungen, Beleihungen, u. d. g. gebrauchet wird. Absonderlich ist in Engeland hergebracht, daß die Könige sich kniend bedienen lassen. Bey denen Tattern, so das Reich China beherrschen, ist nach Neuhofs Zeugniß das Kniebeugen nicht nur gegen den König, sondern auch gegen den hohen Bedienten gar gemein.