Zedler:Becmann, (Iohann Christoph)

Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste
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Band: 3 (1733), Spalte: 878–879. (Scan)

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Becmann, (Iohann Christoph) ein Sohn des vorhergehenden Christian Becmanns, war zu Zerbst an. 1641 gebohren. Nach seines Vaters Tode ward er in die Schule zu S. Ioannis geschickt, in seinem 15. Jahre begab er sich auf das Gymnasium, und nach einiger Zeit auf die Vniuersitaet zu Franckfurth.

An. 1662 trat er eine Reise an, und bekam von dem Churfürsten zu Brandenburg, bey dem er sich durch ein Carmen beliebt gemacht hatte, eine Pension dazu, mit der Bedingung, daß er sich vornehmlich auf die Historie legen sollte, um mit der Zeit einen Professorem darinnen abzugeben. Er gieng über Hamburg nach Gröningen und Franecker, woselbst er sich mit Maresio, Deusingio, Schokio, Schotano und andern Gelehrten bekannt machte. Von dar reiste er über Amsterdam nach Leiden, und hörte vornehmlich Gronouium und Hornium. An. 1663 kam er nach Amsterdam, und ließ sich allda von Rabbi Iacob Abendana in Arabicis und Talmudicis unterrichten. Er besuchte auch Fridericum de Wit und Ioannem Bleau sehr fleißig, um die Geographie aus dem Grunde zu lernen. An. 1664 setzte er seine Reise nach England fort, und gieng über Londen nach Oxford, daselbst blieb er bis an. 1666, machte sich die vortrefflichen Bibliothequen zu Nutze, und kam in Wallisii und anderer genaue Bekanntschafft. Bey der Königl. Societät derer Wissenschafften zu Londen war er gleichfalls wohl angesehen, welche daher auch sein Schreiben, so er an. 1668 aus Franckfurth an sie abgehen lassen, in die transactiones mit eingerückt.

An. 1667 trat er seine Rückreise durch die Spanischen Niederlande und Holland an, gieng über Cleve nach der Marck, und wurde noch dasselbe Jahr Professor Graecae linguae zu Franckfurth. An. 1670 erhielt er die Professionem historiarum extraordinariam, und an. 1676 die Ordinariam, nachdem er an. 1672 den Gradum eines Doct. Theol. angenommen, u. an. 1673 die Stelle eines Bibliothecarii von der Academie erhalten hatte. An. 1677 that er mit Churfürstl. Bewilligung eine Reise durch Schlesien, Böhmen, Mähren und Meissen, u. gerieth zu Wien mit Lambecio, zu Breslau aber mit dem Herrn von Lohenstein ingenaue Bekanntschafft. An. 1678 legte er zu Franckfurth den Hortum medicum an. An. 1687 trug man ihm die Professionem Politices und an. 1690 die Professionem Theologiae auf. An. 1706 machte er bey dem Iubilaeo der Franckfurtischen Universität alle Veranstaltungen, und gab auch nachgehends die Acta heraus. An. 1713 celebrirte er das Iubilaeum religionis reformatae derer Märckischen Lande, wovon die dabey gehaltenen Reden in Druck heraus gekommen.

Er starb den 6. Mart. an. 1717 nachdem er kaum einen Monat zuvor, als den 10. Febr. sein Professorats-Iubilaeum gehalten, wobey ihm der damahlige Rector Schöttgen zu besondern Ehren einen solennen Actum Oratorium von 6 Studiosis angestellet. Grossens Evangel. [879] Jubel-Priester p. 24.

Seine Schrifften sind Historia orbis terrarum geographica & ciuilis: meditationes politicae: Commentarius de Equestri Ioannitico ordine: Historia Anhaltina: Notitia Academiae & Iubilaei Francofurtani: Historia Francofurtana: Notitia dignitatum illustrium etc. Seine Märckische Historie hat er unvollkommen hinterlassen, doch so viel dazu gesammlet, daß sie mit leichter Mühe vollends kan verfertiget werden.