Zedler:ARS MORIENDI

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Band: 66 (1751), Spalte: 436–437. (Scan)

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ARS MORIENDI, ist der Titel eines Buchs, das in Groß-Quart, 14 Blätter stark, mit Gothischen Buchstaben und Figuren (die, gleichwie der Text, auf ganze hölzerne Taffeln gegraben), sich in der Königlichen Bibliotheck zu Dreßden befindet. Es sind daselbst drey verschiedene Auflagen von diesem sehr raren Büchlein, davon aber die beyden letzten nur mit beweglichen Buchstaben zusammen gesetzet, und gewöhnlicher Weise gedruckt sind.

Das allerälteste Exemplar gehöret unter die Versuche der Buchdruckerkunst, und ist ohne allen Zweifel vor 1457, da man Bücher mit beweglichen Buchstaben zu setzen und zu drucken angefangen hat, verfertiget worden. Die andere Auflage ist betitelt: Ars moriendi ex variis Scripturarum sententiis collecta, cum figuris, ad resistendum in mortis agone diabolicae suggestioni valens, cuilibet Christi fideli utilis ac multum necessaria, in 4, 14 Blätter. Diese Auflage kommt völlig überein mit dem Exemplar, welches Johann Ludwig Hocker in dem Catalago Bibliothecae Heilsbronnensis p. 173 beschreibet.

Allein geschweige, daß dieses Buch sollte zum Anfange der Buchdruckerey gehören, muß es vielmehr unter die zu dem Ende des 15ten Jahrhunderts aufgelegten Bücher gerechnet werden, sintemal es nicht nur mit beweglichen Schriften gedruckt ist, sondern auch bey Anfang der Bogen die Signaturen nach Alphabetischer Ordnung hat, die sonst in den ersten Auflagen nicht zu sehen sind. Sowohl die Worte des Textes, als die Figuren sind mit den Worten und Figuren des oben angeführten [437] Exemplares einerley, nur daß diese etwas kleiner sind, und von einem andern Meister in Holz geschnitten worden. Die dritte Auflage ist betitelt: Ars moriendi ex variis sententiis collecta, cum figuris, ad resistendum in mortis agone diabolicae suggestioni valens, cuilibet Christi fideli utilis ac multum necessaria. Am Ende stehet: Impressum Nürmbergae per Ven. Dnm. Jo. W. Presbrm. in 4, 14 Blätter. Diese Auflage ist noch neuer, als die vorgedachte, indem dieser Prieser Johann Weißenburger, nach Aussage Doppelmayers von Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern p. 180, erst um das Jahr 1504 Bücher zu drucken sich beflissen.

Da beym Trithemio de scriptorib. Eccles. stehet, daß Jacob Junterbuck, Vicarius der Carthäuser bey Erfurt, so 1466 gestorben, Artem moriendi geschrieben; so will uns diese Nachricht überreden, daß diese Ars moriendi das obige Buch sey. Von denen drey beschriebenen Auflagen findet man umständlichern Bericht in den Merkwürdigkeiten der Königl. Bibliothek zu Dreßden, Samml. I p. 11 u. ff. die aus D. Johann Christian Götzens Feder geflossen sind.