Wie das Eckichte Sonne Uhr Stöcklein zu gebrauchen
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Wer brauchen wil die Sonnen Vhr /
Auff disem Stöcklin der merck nur.
Dz er setz nach Compastes Brauch /
Die Magnet Nadel vnd dann auch.
So muß er haben den Bericht /
Welchs da zaiget oder nicht.
Erstlich wöllen wir fangen an /
Von der / die auff dem Grundt thut stan.
Ligt eben auff dem Horizont,Horizontale
Da zeigt der Faden in dem Landt.Ad Ele: pol: 48.
Mit seim Schatten / im Circkl rundt /
Bey Sonnenschein die rechte Stundt.
Das Berlein so am Faden ist /
Zaigt neben auff zu jeder frist.Meridionale
Wo dissen Schatten hinzu geht /
In was Zeichen die Sonne steht.
An zwo seyten ein Zaiger stat /Orientale & Occidentale
Der jeder forn ein Knöpflin hat.
Wohin der Schatt deß Knöpflins sicht /
Das weyßt die Stund / vnd fehlet nicht.
So wol auch der Sonnen Zaichen /
Wirdt der Schatt zugleich raichen.
Darnach auch die Nürnberger Stundt /
Wirdt durch die schlimme Lini kundt.
Oder wie mans sonst nennen mag /
Der Sonnen Auffgang bey dem Tag.
Die Zaiger die stehn allein /
An denen keine Knöpflin seyn.
Ihr langer Schatten jederzeit /
Wie sichs gebürt / die Stund andeut.
Also ist die Vhr angestellt /
Zu zeigen auff all Ort der Welt.
Es sey der Tag kurtz oder lang /
Vnd auch gegen Auff- oder Nidergang.
Gegen Mittag / vnd Mitternacht /
Auff alle seyten recht gemacht.
Vber der Vhr gegen Mittag /
Ist eine stracks dem Polo nach.
Wann man nun dise auch betracht /
Gleich hinden vber Mitternacht / Septentrionale.
So stehet die selb allzumal /
Nach höch deß Æquinoctial. Poluris.
Die halb Kugel so oben an /
Mitten auff dem Stöcklin thut stahn.
Deß Zaigers / den es mitten hat /
Schatten durch schneidt der Sonnen geradt. Aequinoct. Globus.
Da einer von dem Schatten an /
Im Sinn ein Lini ziehen kan.
Auß dem Zaichen zu den Stunden /
So wirdt die Tagszeit gefunden.
Diß ist kürtzlich in einer Summ /
Der Verstand deß Vhrlins ringsherumm /
Wer nur diß Vhrlin brauchet offt/
Findet es selbst wie man verhofft.