Weibliche Aerzte

Textdaten
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Autor: B.
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Titel: Weibliche Aerzte
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aus: Die Gartenlaube, Heft 15, S. 482
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[482] Weibliche Aerzte. Ein bedeutsamer Schritt vorwärts in der Frage des medizinischen Frauenstudiums ist in den letzten Monaten geschehen: die dem preußischen Landtag eingereichte Frauenpetition wurde nicht einfach abgewiesen, sondern der Regierung zur theilweisen Erwägung übergeben, der erste Fall dieser Art. Die guten und einleuchtenden Gründe, sowie der Hinweis auf die völlig befriedigende ärztliche Thätigkeit der Frauen in anderen Ländern haben offenbar manchen früheren Gegner nachdenklich gemacht, manchen bereits Zweifelnden bekehrt. Immerhin bleibt noch ein starker Wall von vorgefaßter Meinung zu durchbrechen, und so ist jede Schrift, die das in logischer und maßvoller Weise fördern hilft, willkommen zu heißen. Neben den ausgezeichneten Leistungen von H. Lange und M. Weber sei hier als besonders glücklich in Ton und Beweisführung eine neuerschienene Broschüre von S. Binder, „Weibliche Aerzte“ (Stuttgart, Göschen), genannt. Die Verfasserin macht es sich zur Aufgabe, alle die landläufigen, von einem dem anderen nachgesprochenen „Unmöglichkeiten“ einzeln zu beleuchten und so schlagende Gegengründe anzuführen, daß ihr ein Unbefangener in den meisten Fällen Recht geben wird. Mit Geist und Humor, auch mit sicherem Takte liefert sie den Beweis, daß die Frauen in dieser gewöhnlich über ihre Köpfe weg abgehandelten Frage selbst noch allerhand zu sagen haben und deshalb Gehör verlangen müssen. Auch wer die betreffende Broschürenlitteratur mit ihren im großen und ganzen stets wiederkehrenden Hauptgedanken verfolgt hat, wird in der Binderschen Schrift mit Vergnügen noch neue Gesichtspunkte und bisher unbesprochene Einzelheiten finden, er wird sie auch mit der Ueberzeugung aus der Hand legen, daß die Forderung berechtigt ist, jetzt nach soviel theoretischem Für und Wider einfach die Probe zu machen, welche ja allein die Fähigkeit oder Unfähigkeit der Frauen zum medizinischen Studium beweisen kann. B.