Von Einem Bößen Weib welche sich auff einer breytten Heydten mit den Teuffeln geschlagen

Textdaten
Autor: unbekannt
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Titel: Von Einem Bößen Weib, welche sich auff einer breytten Heydten mit den Teuffeln geschlagen
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: um 1625
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Drucker: Rude Loffelsteltz
Erscheinungsort: fingiert: Rumpelskirchen
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Quelle: 23:674863R
Kurzbeschreibung:
Flugschriften des 17. Jahrhunderts
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Von einem Bößen Weib welche sich auff einer breytten Heydten mit den Teuffeln geschlagen, gekratzt, gerissen
Und gebissen, auch endtlich den Sieg gar erhalten, daruber sich der Teuffel verwundert hatt, wie es doch könne muglich sein auff der gantzenn Weiten Welt,
Das die armen Männer, bey solchen Oder dergleichen Ungezieffer Wohnen können.

Ich gieng eins mahls Ober Feldt,
Mein geschäfften nach Zu fordern Geldt.
Als ich kam auff ein breyte Heyd,
Da hett ein böß Weib einen Streitt,
Mitt den Teuffeln das ist gewiß Wahr,
Dann derselben War ein grosse Schar.
Das böße Weib fluchet, Murrt und Zanckt,
Hielt ihr Waffen stäts in der Handt,
Ein Offen krucken Und Gabell lang,
Grimmiglich sie auff und nieder sprang.
Sie schrye als Wans gar unsinng Wehr,
Und sprach; Ihr Teuffel kommet nur her,
Wir wollen da einander reissen,
Stechen, schlagen, kratzen Und beissen,
Daß grewlich böß Weib Voller Unfug,
In einem Streitt stracks drey Teuffel schlug,
Unndt spist sie auch an ihr Gabell ahn
Zuletzt sie auch den Sieg gar gewahn,
Sie erschlug daselbst mit ihrem leib,
Deß Teuffels Mutter. Und auch sein Weib,
Der Teuffel Wurden von ihr verwundt,
Bey dreitaußendt in eintziger stundt,
Ettliche flohen eylendts daruon,
Daß sie von diesem Streit musten lohn,
Sie sprachen: O Wol uns Gesellen mein,
Seyd froh, daß wir da entrunnen sein,
Hatt uns daß böß Weib daß gethan,
Ey wie geschieht dann einm frommen Mann,
Der etwan ein solch böß Weib bekombt,
So nichts thut als nur murrt und prumbt,
Welcher so gar mit bößen Weibern,
Sein Zeit auff Erden muß vertreiben,
Der lebt gewiß im Jammerthall,
Und hat kein Frewd gantz uberall,
Es geschicht ihm Weh und geht ihm hart,
Weh ihm daß er gebohren Wardt,
Will er gehn, so will sie lauffen,
Will er schlagen, will sie rauffen,
Will er essen, will sie trincken.


Will er tantzen, will sie hincken,
Will er reyten, will sie fahren,
Will er zehrn, will sie spahren,
Will er ruhen will sie springen
Will er schweigen, will singen,
Will er weinen will sie lachen,
Will er schlaffen, will wachen,
Will er Dieses, so will sie Das,
Will er wenig, so will sie baß,
Ist er nuchtern, so ist sie voll,
Will er ubell, so will sie woll,
Will er groß, so will sie klein,
Sagt er Ja, so sagt sie Nein,
Sagt der Mann: Weib, huy,
Sagt das Weib: Mann pfuy,
Will er wenig, so will sie viel,
Sie helt alltzeit daß Wiederspiel,
Trinckt er Bier, so trinckt sie Wein,
Ist er frölich, so thut sie grein,
Will er anderst so will sie so,
Ist er trawrig, so ist sie froh
Wann er will schwartz, so will sie weiß,
Daß machet ihn bald alt unnd greiß,
Gewint er etwas, sie wills verthan,
Also ist er ein armer verdorbener Mann.

Beschluß.

Darumb ihr Wittwer Und JungGsellen,
Und die sich Verheyrathen Wollen,
Hutt euch vor eim solchen bösen Weib,
Das sie nicht peinigt ewren Leib,
Und mache euch daß Lachen thewr,
Auch sein ein woh rechtes Fegfewr,
Das Sprichwort hatt in guter achtt,
Darneben auch gantz wohl betracht,
Der Uber alle Pflaster rennt,
Und nimbt ein Weib, die er nicht kendt
Der geschieht nit Wohl, Oder ist verblendt
Und bleibt ein Narr, biß an sein Endt.

Dann Heyrathen, darff guten Rath,
Daß nicht gerewe nach der thatt.
Auff Erden ist kein schwerer Pein
Als bey einem bösen Weib zu seyn,
Bey trachen ist besser zu Wohn,
Das bezeugt mancher frommer Mann,
Das solches hatt erfahren Wohl,
Weist offtmahl nicht Was er thun soll,
Das macht sein grausamb bößes Weib,
Die also peynigt seinen leib,
Ein böß Weib macht viel Hertzenleyd,
Ein fromme bringt viel taußend frewd,
Ein böß Weib regiert ihren Mann,
Ein fromme ist ihm unterthan,
Ein böß Weib treibt viel tausendt Tuck,
Ein fromme ist des Mannes gluck,
Ein böß Weib macht einen gar verkehrt,
Ein fromme ist aller Ehren Werth,
Ja wann ich der bößen Weiber Geschlecht,
Alles Naturlich wolt beschreiben recht,
Und solchs die Zeit hierzu leyden wolt,
Auff ein Ochsen haut nicht Wohlgehen solt
Hie gib ich einen guten Rath fürwahr,
Man nehme ein Weib nur auff ein Jahr
Gefellts einem dann, so behalt ers gar,
Ist sie aber böß, so nimbs beym Haar,
Und Wirff sie dann die Stiegen hinab,
Was gilts sie wirdt nit Lachen drab.
Allein ich doch dieße nicht meyn.
Die offtmals auß noth mußen böß sein

Ein gantzer Company und

Zusammen geschworne Gsellschafft

der bösen Weiber, so auff nimmerstag
den Teuffell gantz undt gar auß der
Höll vertreiben, sich frölich
und unverzagt Unterste-
hen Wollen

Als Nemblih


Die Fraw von Dollenstein Oberst

Befehlshaberin

Die Princessin Von Schlampampen.
Die Fraw von Klapperburg,
Die Fraw von Zörngern.
Die Fraw von Dantzenberg.
Die Fraw von Hurheimb.
Die Fraw von Neydberg.
Die Fraw von Buhendorff.
Die Fraw von Schnaderberg.
Die Fraw von Freßberg.
Die Fraw von Haßfortt.
Die Fraw von Zanckenberg
Die Fraw von Gühleck und Löfflsdorff.
Die Fraw von Hoffartsstätten.
Die Fraw von Seltenfrewd.
Die Fraw von Rochübel.
Die Fraw von Naßweiß.
Die Fraw von Schlafflang.
Die Fraw von Reissenstein.
Die Fraw von Spitznaßen.
Die Fraw von Faulburg.
Die Fraw von Streitburg.
Die Fraw von Murrbach.
Die Fraw von Murbelstein.
Die Fraw von Schwätzenburg.
Die Fraw von Geckerheimb.
Die Fraw von Sauersehen.
Die Fraw von Filtzhoffen.
Die Fraw von Zornberg.
Die Fraw von Ubelhausen.
Die Fraw von Trutzman.
Die Fraw von Weinsberg.
Die Fraw von Falschenburg.
Die Fraw von Schleckstatt.
Die Fraw von Eyfferberg.
Die Fraw von Verthan.
Die Fraw von Verpraß alles daheimb.
Und die Unnütze von Naschhausen.

Ein Jungfraw die gern Brandtewein trinckt.
Den Jungen gesellen mit Augen Winckt.

Und mit Fussen scharrt auff der Erden.
Ist sie kein Hur, wirdts doch eine werden.

Auß Schimpff dieser Spruch gemacht
die fromme nicht dardurch verachtt.

Gedruckt zu Rumpelskirchen im Schwaderloch, bey Rude Loffelsteltz, Drey Meyl hinder der Belzmühl.