Verschiedene Verwertung alter Leinwand

Textdaten
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Autor: H.
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Titel: Verschiedene Verwertung alter Leinwand
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 13, S. 420
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[420] Verschiedene Verwertung alter Leinwand. Keine sparsame und praktische Hausfrau wird alte Leinwand, sei es nun Tischzeug, Handtücher, Laken oder Leibwäsche, fortwerfen, sondern sie wird sie sorgfältig aufheben und zu allerhand praktischen Sachen verwenden, zu denen ihr die folgenden Winke allerhand Anregungen geben mögen.

Vom Tischzeug schneidet man vorerst die besten Stellen heraus und fertigt aus ihnen einesteils Kinderservietten, die mit kleiner Kreuzstichborde oder nur einem farbigen Monogramm in Strickstich verziert werden, oder man benutzt sie zur Herstellung von Obstmundtüchern, franst sie dazu ringsum aus und verziert sie mit Hohlnaht und in einer Ecke mit einer kleinen Stickerei in Stiel- und Zierstich. –

Auch Pudding- und Kuchentücher lassen sich aus mürbegewordenem Tischzeug sehr gut herstellen, sie werden in gewünschter Größe geschnitten und nur einfach gesäumt. Da diese Tücher weder sehr angegriffen noch beschmutzt werden, also auch keinerlei starke Wäsche erfordern, so lohnt sich ihre Herstellung wohl, sie halten immerhin mehrere Jahre. Kleinere Tischzeugreste geben nette Beutel für alle möglichen Sachen, sie werden nur einfach zusammengenäht, mit Zugsaum versehen, durch den ein Leinenband geleitet wird, und erhalten in einfachem Stielstich die Inhaltsangabe mit rotem Waschgarn aufgestickt. Die letzten Reste geben, je nach ihrer Größe, entweder Spültücher oder auch nur Anfasser. Da natürlich nur noch die dünnsten, auch die zerrissenen Stellen übrig geblieben sind, muß man immer fünf bis sechs solcher Stücke – die schlechtesten nach innen – übereinanderlegen und diese kreuz und quer durch- und zusammensteppen. Man braucht diese Tücher einfach. bis sie entzwei gehen, und wirst sie dann fort, Anfasser werden ebenso, nur kleiner hergestellt.

Bettzeug wird man wohl meist erst verwenden, wenn die Betttücher nicht mehr zu wenden und zu flicken sind, man wird deshalb meist nur an den Rändern noch gute Stücke finden, aus denen sich recht gut Bügelbrettüberzüge machen lassen. Feines alles Bettzeug giebt außerdem die besten Erstlingswindeln und liefert die trefflichsten Verbandbinden, die in einem ordentlichen Haushalt nicht fehlen dürfen.

Diese Binden müssen 6 bis 10 cm breit sein, ihre Länge wählt man ganz verschieden. Sie werden an beiden Seiten bestochen, an einem Ende in eine Spitze geschlagen und mit einem Band zum Zubinden versehen. Man rollt sie fest aus und legt sie in die Hausapotheke, in der man auch andere beliebig groß und kleine Stücke alter Leinwand aufbewahrt. Bleibt noch alte Leinwand übrig, so kann man Putz- und Fenstertücher davon nähen. – Abgenutzte leinene Leibwäsche, die zudem immer mehr außer Mode kommt, bietet kaum große Stücke, sie ist meist nur zum Flicken zu verwenden. Bei den Handtüchern ist meist die Mitte abgenutzt, während der Rand noch gut ist. Man thut daher gut, die zerrissene Mitte herauszuschneiden und die beiden Längsstreifen zusammenzunähen und mit doppelter Naht zu versehen, sie können dann als Messer- oder Abreibetücher noch trefflich verwandt werden.

Um die so hergestellten Restertücher von den guten Wäschesachen zu unterscheiden, bindet man sie mit einem andersfarbigen Band zusammen und legt diese Haufen für sich auf ein besonderes Brett des Wäscheschrankes.

H.