Verschiedene Empfindungen an Einem Platze

Textdaten
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Verschiedene Empfindungen an Einem Platze
Untertitel:
aus: Friedrich Schiller:
Musen-Almanach für das Jahr 1796, S. 40 – 42
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1796
Verlag: Michaelis
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Neustrelitz
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: HAAB Weimar, Kopie auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[40]
Verschiedene Empfindungen an
Einem Platze.

Das Mädchen.


     Ich hab’ ihn gesehen!
Wie ist mir geschehen?
O himmlischer Blick!
Er kommt mir entgegen,

5
Ich weiche verlegen,

Ich schwanke zurück.
Ich irre, ich träume!
Ihr Felsen, ihr Bäume,
Verbergt meine Freude,

10
Verberget mein Glück.


Der Jüngling.


     Hier muß ich sie finden,
Ich sah sie verschwinden,

[41]


Ihr folgte mein Blick.
Sie kam mir entgegen,

5
Dann trat sie verlegen

Und schaamroth zurück.
Ists Hoffnung? Sinds Träume?
Ihr Felsen, ihr Bäume,
Entdeckt mir die Liebste

10
Entdeckt mir mein Glük!


Der Schmachtende.


     Hier klag ich verborgen
Dem thauenden Morgen
Mein einsam Geschick.
Verkannt von der Menge,

5
Wie zieh ich ins Enge

Mich stille zurück.
O zärtliche Seele,
O schweige, verhehle –
Die ewigen Leiden,

10
Verhehle dein Glück.
[42] 
Der Jäger.


     Es lohnet mir heute
Mit doppelter Beute
Ein gutes Geschick.
Der redliche Diener

5
Bringt Haasen und Hühner

Beladen zurück.
Hier find ich gefangen
Auch Vögel noch hangen.
Es lebe der Jäger!

10
Es lebe sein Glück!
GÖTHE.