Topographia Hassiae: Fridberg

  ← Freudenberg Fridberg Friedewald →  
aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
        Friedberg in der Wikipedia      
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).


[T17]
[59]
Fridberg.

Diese deß H. Römischen Reichs: in der Wetteraw / vnd an dem Gebürg / die Höhe genandt / gelegene Statt / ist zeitlich erbauet / nachmahls An. 1211. vom Käyser Friderico II. wie auch in nachfolgenden Zeiten / von andern Römischen Käysern vnd Königen / mit herrlichen Privilegien / Freyheiten / Regalien / vnd Gerechtigkeiten / begnadet vnd begabet / auch bey denselbigen biß auff den heutigen Tag erhalten worden. Man findet in den Historien / daß die Römische Käyser zum offtermahl ihre Residentz / Zu- vnnd Einritt daselbsten gehabt haben. Es ist vermuthlich / die Statt habe ihren Nahmen von dem (besagten) Käyser Friderico dem Andern / bekommen / daß sie Friderichsberg / oder Fridberg genennet worden; wie dann auch die gefreyhete Käyserliche Burg daselbst Castrum Friderici, Friderichsburg / oder Fridburg / genennet wird. Andere wollen / sie heisse Mons Pacis, Friedeberg; zeigen aber dieses Nahmens keine Vrsachen an. Es ist gewiß / daß die Statt Friedberg lang vor Käyser Friderici Zeiten gestanden / bekannt / vnd berühmbt gewest seye. Man wil sagen / diese Statt seye vor den grossen Brunsten / so sie erlitten / weit vber die halb grösser / vnnd fast bey einer halben Meyl wegs lang gewesen; vnnd soll die Kirch / so jetzt vnder Friedberg bey dem Gutleuthhauß an der Strassen liget / vorhin mitten in der Statt gestanden seyn.

Dem seye aber allem / wie ihm wölle / so muß eygentlich die Statt viel grösser / vnd weitläufftiger gewesen seyn / als sie jetzund ist / dieweil nicht allein viel alte Monumenta, von Brunnen / Kellern / vnnd andern Gemäuren / in den Aeckern / vnnd Gärten / doch mehrertheils zugeworffen / vnd außgefüllet / gefunden werden; sondern auch die Fasten-Meß / so Anno 1340. nacher Franckfurt kommen / daselbst von Kauffherren / vnnd andern frembden Leuthen / in grosser Anzahl gehalten worden / da dann Raum vnd Platz genug gewesen / die Waaren da abzuladen / vnnd nieder zu legen. Weil es aber den Kauffleuthen in die harr vnbequem / vnd beschwerlich war / die Waaren / so auff dem Wasser zu Franckfurt ankommen / noch drey Meyl wegs / mit grossen kosten / vnd Beschwerde / weiter zu Lande zu führen; verlegte Käyser Ludwig der Vierdte / im besagten 1340. Jahr / auß obgemelten Vrsachen / die Fasten-Meß von Friedberg gen Franckfurt an den Mayn / da sie auch noch heutiges Tags / neben der Herbst-Meß bleibet / vnd Jährlich gehalten wird.

Es sind aber hernach / mit der Zeit / vier andere Jahrmärckte / mit Käyser- vnnd Königlichen Privilegien / vnnd Freyheiten / zu Friedberg angerichtet / vnd bestättiget worden; wie sie auch noch gehalten / vnd von einer grossen Menge Volcks besucht werden / darunter der dritte am Sontag nach Trinitatis ist / welchen man das Spiel / oder Spiel-Marck nennet / dieweil von Alters her die benachbarte Flecken / vnd Dörffer / mit besonderer Solennität / daselbst zusammen kommen / vnd die Burgerschafft die Passion / oder ein andere Geistliche Comoediam / von wegen der Kirchweyhe / vnd Dedication deß hohen Altars in der Pfarrkirchen / gespielet haben.

Es hat die Statt hernach zu vnterschiedlichen Zeiten durch Brunst grossen Schaden erlitten. Man findet in alten Jahr-Büchern vnd Verzeichnussen / daß Anno Christi 1383. Neunhundert / vnd An. 1447. abermahls siebenhundert Gebäw / sollen [60] abgebronnen; welches grosse Fewer auß einem Spiel / zwischen zween Bürgern / vmb drey Pfenning willen / solle entstanden seyn / daß einer dem anderen auß Rach das Hauß angezündet / dardurch die Bürger in höchste Armut gerahten / daß ihre eigene Dörffer zu Widerauffrichtung gemeiner Häuser / sie darüber verpfänden vnd versetzen müssen / deren sie noch heutiges Tags in mangel stehen / vnd dieselbe wider an sich zu lösen / ob praescriptionem longi temporis, schlechte Hoffnung haben. Der Mordbrenner ist bald ergriffen / vnnd zu wol verdienter Straaff in heissem Oel gesotten / die Statt auch allgemach in der Grösse / vnd Weite / wie sie jetzund ist / auffgebauet worden.

Zur selben Zeit haben etliche vornehme Geschlechter / vnd darunder die Schwartzberger / zu Fridberg gewohnet / darauß man die Sechsner in Rath gezogen / so sich nach der Brunst / auff Franckfurt begeben. Sonst hat diese Statt vberauß tieffe Keller / vnd offt zween oder drey vbereinander in einem Hauß. Deßgleichen hat auch die Statt ein weite schöne durchgehende Gassen / als man irgend in einer Statt finden mag / vnnd neben andern gemeinen Brunnen mitten in der Strassen drey schöne vnd tieffe Brunnen / mit außgehauenen breiten Brunnschellen / Gestellen / vnnd eysern Rösten / wol versehen vnd gezieret / vff welches Brunnen-Geschell einsmals ein trunckener Schmidt-Knecht deß Abends sich geleget / entschlaffen / vnnd im Vmbwenden in den Brunnen gefallen / daß ihme das Wasser vber dem Kopff zusammen geschlagen / darvon er erwacht ist / vnd im Schrecken die Mawer mit den Händen ergriffen / geschriehen / vnnd endlich von den Wächtern gehöret worden; welche vermeynet / es seye Fewersnoth vorhanden / haben angefangen zu blasen / vnd die Bürger auffzuwecken / welche dem Brunnen zugeloffen / Wasser geschöpffet / vnd sich der Schmidtknecht an dem Brunnen-Seyl gehalten / daß er schier den Schöpffer zu sich hinab gezogen / der von ihme nichts gewust; weil er aber hefftiger geschryen / vnnd sich zu erkennen geben / hat man ihn endlich herauß gezogen / vnnd bey Leben erhalten / nach dem er schon drey gantzer Stunden in dem Brunnen gesteckt / vnd wol gebadet hatte. In der Judengassen daselbst ist ein sehr altes Monumentum, von einem wunderbarlich weitem Brunnen sehr künstlich / vnd / sonder zweiffel / mit grosser Gefahr / vnnd Kosten erbauet. Dann der Brunn ist rund / vnd hat 84. Steine Staffeln biß auff das Wasser / vnnd dreyzehen oder vierzehen vngefehrlich in das Wasser hinab. Ist Bogenweiß also geschlossen / daß man von oben herab biß zum Wasser / vnd wider hinauß steigen kan. Die Juden haben ihn vmb ein Summa Geldts bestanden / vnd brauchen ihn zu ihrer gewöhnlichen aberglaubischen Reinigung.

Es werden allhie Jährlich zween stattliche Synodi, oder Capitul / der nechstgegesessenen Theologen / Pfarrern / Kirchen- vnd Schuldiener / auß der Landgraffschaft Hessen / Graffschafft Königstein / (vor diesem) Hanaw / Solms / Isenburg / vnd der Burg Friedberg / auch andern Adelichen Sitzen / in grosser Anzahl gehalten / vnd mit Christlichen / vnd löblichen Vbungen vollbracht / nemblich an dem Dinstag nach dem ersten Sontag Trinitatis / vnd den nächsten Dienstag nach S. Gallen Tag. Ihr Oberster ist jederzeit deß Orts Pfarrer / welchen die Capitulares ihren Archipresbyterum nennen. Ihme seynd sieben Diffinitores zugeordnet / gleichsamb als Richter in diesem Geistlichen Consistorio, je die Gelehrtisten vnd Verständigsten auß jeder Herrschafft. Welche Zusammenkunfft in eine feine richtige Ordnung / nach dem nicht wenig Vnrichtigkeit sich befunden / gefast vnnd beschlossen worden / Anno 1565. den 15. Novembr. Die Einkommen deß Capitels fallen auß Hessen / Isenburg / Braunfels / Königstein / Statt vnd Burg Friedberg. Vmb die Statt hat es ein schwartz / feistes / vnd fruchtbares Erdreich / welches allerley gute Winter- vnd Sommerfrüchte träget. Nicht weit von Friedberg quillet auch ein guter Sauerbrunn / der vielen Menschen zum Durst vnnd Gesundheit wol bekommet. Vnd so viel auß dem Abraham Sauern.

Obgedachte Burg / so nach ihrem Erbauer / obgemeltem Käyser Friderico II. wie gesagt Friderichsburg genannt wird / ist ein weitläufftige Vestung / auff einem [61] Felsen erbauet / darzu eine besondere Grafschafft / die Graffschaft Keichen genannt / gehörig ist. Vnd hat solche Burg in seiner Bewahrung ein Burggraff / welcher auß dem darzu gehörigen Adel (so zu Fridberg eine besondere Cantzley hat) erwöhlet wird. Es erlegt wegen dieser Burg die Ritterschaft ihre Contribution / neben den Ritterschafften am Rhein / vnd in der Wetteraw / darbey sie auch Anno 1577. seyn gelassen worden. Aber der Statt Friedberg Reichs Anschlag ist Monatlich 12. zu Fuß / oder 48. Gülden / vnd zu Vnderhaltung deß Cammer-Gerichts zu Speyer / nach dem erhöchten Anschlag 54. fl. 10. Kr. 5. Heller / Jährlich. Es hat gleichwol jederweilen zwischen der Burg vnnd der Statt / deß Stands / etc. halber / Streit geben; Davon der Author deß Berichts deß Heil. Reichs Statt Friedberg Stand / Regalien / etc. betreffend / der Statt das Wort thut; hingegen hat die Käyserliche Burg besagten Bericht nunmehr auch wiederlegen / vnd solche Refutation vor wenig Jahren in offenen Truck kommen lassen: So können auch Herr Caspar Lerch von Dürmstein / de 0rdine Equestri Germanico, in fund. 2. summ. 135. so die Burg vertritt / vnnd andere / gelesen werden: Vnd wird ein Vnpartheyischer diesen Streit / zwischen der Adelichen Burg / vnd der Statt / ob nemlich diese ein vnmittelbarer Standt deß Reichs / oder aber besagter Burg Burggraffen / vnnd selbigen Ganerben / vnderworffen seye? auß den getruckten der Statt Privilegien (die auch Limnaeus lib. 7. de Jure publ. cap. 17. num. 4. seqq. setzet) vnd obigen Schrifften erkennen können. Siehe auch Christoph. Besoldum de Civitat. Imper. p. 5. vnnd Wehnerum in pract. observ. pag. 197. daß sie nemlich mit der Reichs-Behd begnadet / ihre Krieg zu bestellen / die Landstrassen mit dem Gleyd zu versehen / Zoll / Mahlgelt / Weggelt / Bruck-Marck-Huffgelt zu erheben / Ordnung / vnnd Satzung zu machen / zu straffen / die Regimenter / vnd Aembter zu bestellen / Rath vnnd Gericht zu halten / Privilegia, vnd Immunitates zu geben / befreyet ist. Im Christmonat deß 1631. Jahrs / ward dieses Friedberg / drey Meylen von Franckfurt / vnd 3. von Giessen gelegen / Statt vnd Burg / von den Schwedischen eingenommen / vnd hat hernach von beyden kriegenden Theilen viel außgestanden. Als auch die Weymarische / nemblich die hiebevor von Hertzog Bernharden zu Sachsen commandirt / aber hernach in Frantzösische Dienste getrettene Regimenter / das veste Hauß Braunfelß / Geelhausen / Vrb / vnd Büdingen erobert / so kam den 10. 20. Januarij Anno 1640. Statt / vnd Burg / Friedberg in ihren Gewalt: Aber noch in selbigem 40. Jahr / den ersten Christmonats / New. Cal. eroberten die Kayser- vnd Bäyrischen / beydes wiederumb durch Accord; welchen Herr Gottfried Huyn / Graf von Geleen / vnnd zu Wachtendonck / etc. auff Käyserischer; vnd auff der andern Seyten / Johann Latomus / gewester Commendant / vnderschrieben haben; vnd ist darauff den 3. Decemb. der Außzug geschehen.

Dieweil H. M. Johann Philip Götzen Glückwünschungs Predig / wegen deß erlangten Reichs-Friedens / allhie / in der Käyserl. Burgk / im Julio Anno 1650. gehalten / vnd von Ihme / Herrn Wolffgang Adolphen von Carben / zu Staden / Burggraven: Item beyden Herren Baumeistern / vnd den samptlichen Regiments-Burgkmannen der Keys. vnd deß H. Reichs Burgk Friedberg / etc. dedicirt / vnd zu Giessen in 4. gedruckt / herauß kommen: Als hab ich folgendes herauß ziehen / vnnd hieher bringen wollen. Der schreibet nun / vnder anderm / p. 48. also: Anno 1309. hat nach Abgang deß letzten Graven zu Kaychen / Keyser Henricus VII. als welchem solche anheim gefallen / neben den Churfürsten deß Reichs / die löbliche Burgkmanne / mit solcher Graffschafft genädigst belehnt / investirt / vnnd confirmiret / auch successu temporis, die Römische Keyser / mit vielen herrlichen Privilegiis, deren Sie noch mit grossem Lob geniessen / begabet / etc. Vnd in der Dedication sagt Er neben anderm auch folgendes: An. Christi 1620. den 14. Tag Decembris St. Vet. Sind erstlich die Spannische Kriegsvölcker / vnderm Commando eines Graven von Nider-Isenburg / hier eingezogen. Auff die kam Anno 21. den 21. Septembr. Rittmeister Oppermondt. Den 22. Octobr. selbigen Jahrs / ward der Span. Don Albero [62] de Lassades, mit seiner Reuterey / herein quartirt / welcher ein fast vnglaubliche Summen Gelds allhier erpreßt / vnd sonsten vber alle massen exorbitirt. Dieser Don Albero zog ab den 22. Tag Martij 1622. wie ingleichem Hauptman Dett (so mit dem obgedachten Graven von Ysenburg Anno 20. hieher kommen) den 6. April. So bald zog herein Hauptmann Caspar Schnitter / mit einer starcken Compagny. Anno 23. kam herein Rittmeister Hans Christoff Scherich mit 100. Reutern / so den 22 Martij 1624. wieder abgezogen / vnnd kam herein Johann Beck von Lützelburgk / Hauptmann / mit 300. Soldaten / vnd vielen Weib / vnd Kindern. Anno 25. kame hierzu Hauptmann Burggraf / so aber hernach bald wider fortgezogen. So ist den 29. Septemb. gemelten Jahrs / Don Francesco de Verdugo, zu obgedachten Beckischen Völckern / mit etlichen Reutern / kommen. Anno 26. hat / neben der Beckischen Compagny / Haupt-Mann Gotthart seinen Musterplatz hier bekommen. An. 28. ist Hauptman Wolff / obgemeltens Herrn Hauptmann Beckens Bruder / mit dessen vberlassenen Compagnia / Commendant worden / vnnd wurde sein Herr Bruder Obrister Lieutenant vnter dem Fürstenbergischen Regiment / hernach General Feldmarschalck / vnnd Gubernator zu Lützelburg. Anno 1629. den 30. Januar ist Hauptmann Burggraf mit seiner halben Compagnia wider herein kommen. Anno 30. den 4. April. ist Hauptman Burggraf weg: vnd Hauptman Harff mit seiner Compagnia herein kommen. Damals war allhie Gubernator Monsieur Louys de Verreicken, vnnd hat bey sich gehabt Hauptmann Baurn / vnd Hauptmann Fourim, mit Wallonen. Anno 31. den 19. Decembr. ist der Schwedische Obriste / Hubalt / Gubernator zu Hanaw / mit etlichem Volck herkommen. Vnd nach dem obgedachter Hispan. Gubernator Verreicken / seine Kriegsvölcker mehrentheils zuvor auff Braunfelß geschickt / Er aber in Person sich obermeltem Obristen Hubalt ergeben / ist Er von Ihme auff Franckfurt gelassen; vnnd hergegen Hauptmann Fischer herein gelegt worden. Anno 34 den 8. Septembr. Ist der Hess. Casselische General Melander mit dem Stab hier gelegen / den 16. October ist der Schwedische Oberster Rosa herein kommen / mit seinem Regiment zu Pferdt. Den 7. Novembr. Hertzog Bernhard von Sachsen Weymar. Den 10. Novembr. Obrister Princk mit seinem Regiment. Den 15. Novembr. ist etlich Fußvolck mit einem Capitain-Lieutenant von den Ramsaischen Völckern / auß Hanau / herein / die Princkische Reuterey aber hinauß kommen. Den 18. Octobr. hat der Keyserische General Wachtmeister Bönnighausen hiesige Keys. Burgk (wohin gedachte Hanauische Völcker sich begeben /) nach dem Er die Statt gutwillig einbekommen / mit Gewalt angegriffen / auch bald erobert: darauff der Obriste Lieutenambt Ernst Papa hie das Commando bekommen / welcher viel schöne Häusser lassen niderreissen. Anno 35. den 24. Decembr. ist Herr Graf Montecuculi anhero kommen / vnnd hat hiesigem Ort ein grosses gekostet. Anno 36. den 28. Febr. ist Obrister Solis, hieher gelangt / auff den ein fast vnglaubliche Summ gegangen. Den 9. Junij / ist / nach Abzug der Solischen Völcker / Obrister Wachtmeister Volpert / mit 200. Mann / von den Bönighäusischen / hier blieben: welcher / bey Fürüberziehung Ihro Fürstl. Gn. Landgraf Wilhelms von Cassel / vff Hanaw / die Vorstatt / die Vfergaß / vnd der Keys. Burgk Vorstatt / zum Garten genannt / mehrertheils abbrennen lassen. Den 21. Julij / ist Hauptmann Donäcker mit seiner Compagny herkommen; Anno 37 hat Friedberg / Burgk / vnd Statt / zu Regenspurg erlangt / auff ihren kosten ein eygne Compagny zu werben / darüber David Paraeus von Heydelberg / vom Herrn General Geleen / verordnet worden. Anno 39. ist Obrister Devoreux, ein Irrländer / mit seinem Regiment / in die Statt gelegt worden / so / bey seinem Abzug. 40. tausendt fl. gefordert / 2000 Reichsthaler empfangen / vnd das Vieh mit weggenommen. Den 15. Decembr. ist ein Lieutenant vom General Geleen / mit viertzig Mann / zu Paraei Compagny gelegt worden. Anno 40. den 10. Januar. ist Herr Obrister Rosa Friedbergs mächtig worden. Den 6. Febr. ist Hauptmann Susewind herkommen / dem / den 7. Martij / gefolget [63] Obrister Balthasar Rüdiger mit seinem Regiment / Obrister Eckart / Jtem / die Doll Rosischen: vnd haben damals 18. Compagnyen ein zeitlang hier gelegen / nach deren meisten Abzug / ist Obrister Wachtmeister Latomus, mit etlich hundert Mann / hier blieben. Den 16. Novem. dieses 40. Jahrs / Alt. Cal. hat Herr General Geleen die Statt / nach geschossener Preß / beym Faurbacher Thor / hinder dem Altenberger Closter / mit Sturm erobert / darauff die Statt sehr außgeplündert worden. Folgents ward die Keyserliche Burck obgedachtem Herrn Latomo, durch Accord / abgewonnen / vnd Herr Obr. Frangepani vom Beckischen Regiment / mit seinem gantzen Regiment / herein gelegt: vmb welche Zeit widerumb viel schöner Häuser allhier abgebrochen / vnd daß weyland schöne vnnd beliebte Friedberg wüst / vnd wie eine Witwen worden / daß zuvor voll Volcks war. Nach Abzug deß Beckischen Regiments / den 16.Tag Maij / An. 41. ist herein gelegt worden Hauptmann Tibante vom Mandesloischen Regim. mit 3. Compagnyen. Den 1. Julij ist hierbey einquartirt worden Rittmeister Westphal vom Konigseckischen Regiment / mit 90. Reutern. Den 22. Sept. ist Herr Obr. Lieuten. Johann Winther mit einer frey Compagny / herein gelegt worden. Anno 42. den 9. Augusti / ist Herr Obrister Johann Jac. von Tullion / an gedachtes H. Winthers Stell kommen. Anno 43. den 29. Octob. sind beyde Graven von Waldeck / vnnd Nassau / mit 2. Compag. Reuttern / zu den Tullonischen gelegt worden. Anno 44. den 7. Jan ist Obrist. Wachtmeister Houtencourt mit einer Compagn. Reutter / herein gelegt worden. Den 12. Januar hat Obr. Lieuten. Winther sein Compagny / vnd Commando / allhier wieder bekommen. Den 24. Julij / hat Herr Obrister von Tullion solche Wintherische Compagny abermals erlangt. Anno 45. den 28. Augusti / ist Rittmeister Maltzoffsky / mit seiner Compagny Reutter / herein kommen. den 28. Septemb. hat der Hessen Casselische Obrister von S. Andre / mit 2000. Mann die Statt am Maintzer: vnnd Faurbacher Thor / angefallen / viel Fewerkugeln in die Statt geworffen / die gedachte Statt-Thore mehrentheils mit Fewer verderbet / endlich / nach stacker befundener Gegenwehr / als Ihm Obrister Heckel / vnnd andere / todt blieben / vnd beschädigt worden / früh morgens vnverrichter Ding / wider nach Hessen von hier abgezogen. Anno 46. 28. Julij / ist Herr Obrister Knöring / mit 1000. Mann zu Fuß herein / vnnd neben Ihm / in die Statt Herr Obrist Wachtmeister Ploß / mit 200. Reutern / einquartirt worden. Diesem nach / ward im Augusto Herr Obrister Reiffenberger allhie Commendant; welcher aber / nach dem Er Anno 47. den 9. Tag Maij / vom Hessen Casselischen General / Herrn Caspar Cornelio von Mortaigne, mit bey sich gehabter Armee / berennt worden / vnd folgenden Montag / den 10. Tag Maij / am Maintzer Thor / die Mauren etwas nider geschossen / vnnd die Statt erobert / hernach folgenden Dienstag ein grosser Ernst gegen der Käyseris. Burgk / mit Stein einwerffen / vnd vngewöhnliche Granaten Ihm gezeigt worden / für sein Person / vnnd Ihm angehörige Sachen / ein sicher Geleyd veraccordirt / die anvertraute Guarnison / vnd Posten / aber / auff gnad vnnd vngnad (oder auff Soldaten Discretion) vbergeben. Hierauff ist erstlich / von den Hessischen / Herr Obrister von Vffeln / vnnd hernach sein Herr Bruder / Obrister Wachtmeister / Commendant worden. Nach diesen beyden / hat Herr Obrister von Stockheim / genant Hasselholtz / mit 8. Compagn. zu Fuß / vnd einer Compagny zu Pferd / das Commando ein geraume Zeit allhie gehabt. Nach dessen Abzug ward Commendant Herr Joh. Bönhauß / Obrister Wachtmeister / so hernach allda verstorben. Auff Ihn hat das Commando bekommen Herr Obrist. Wachtmeister Schiebel / bey dessen Zeit aber / der FriedenFürst JEsus Christus / die gute Zeitung zu Friedberg / von Nürenberg lassen ankündigen / daß hiesiger Ort / vermög deß daselbst auffgerichten Haupt Recesses / der in die 30. Jahr lang beschwerlich gewesenen Kriegs Guarnison / in Primo Termino, in 14. Tagen solte befreyet werden; welches auch glücklich ins Werck gebracht / vnd bey dem am 5. Tag Julij dieses 1650. Jahrs / frühe morgens / beschehenen Abzug / die Keys. Burg / vnnd Reichs Statt Friedberg / wieder in den alten [64] vnd Friedens Stande / gesetzt worden. Vnd so viel auß angezogenem Herrn Autore.

Es ligt nahend Fridberg der Fleck Oxstat / deme von Franckenstein gehörig; wie in dem 5. Theil deß Theatri Europ. p. 925. a. gesagt wird.

  ← Freudenberg Fridberg Friedewald →