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aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
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Drefurt / Dreffurt.


Oder Dreyfurt / vor Zeiten Drivordia, bey der Werra / vnd nahend Wanfried gegen Merthaussen werts / an einem ziemblichen gähen Berge / gelegen; wie dann das Ampt Trefurt / mit dem Ampt Wanfried gräntzet. Hat vorhin eygene Herren gehabt. Als aber vmbs Jahr 1329. dieselbige Herren viel Vnlusts in Thüringen vnd Hessen angerichtet / wie Brouver. auch gedencket / lib. 2. Antiq. Fuld. cap. 11. pag. 148. So seyn sie von Hessen / Mäyntz / vnd Thüringen endlich belägert / vnd zu Vbergebung deß Schlosses / vnnd der Herrschafft gezwungen worden; dannenhero Trefurt noch jetzt Drey-Herrisch ist. In einer geschriebenen Thüringischen Chronic stehet / daß Anno 1329. Stättlein vnd Schloß Trefurt / als Herman Herr zu Trefurt seine Räuberey nicht lassen wolte / an Mäyntz / Döringen / vnnd Hessen / kommen / vnd in drey Theil getheylet worden seye. Melchias Nehelin, Exegesi Thuringiae meldet / pag. 231. also: An Thüringen ligt das Ampt Trefurt / vnd die Vogthey Dorla / seynd Drey-Herrisch / nemblich zum halben Theil Mäyntzisch / vnnd Sächsisch; die ander helffte Hessisch; vnd dieses sagt Nehel.

Vnd solcher Vrsach / vnnd deß dritten Herrens wegen / nemblich deß Herrn Landgraffens in Hessen / haben wir auch diese Statt hieher gesetzt. Es helt jeder Fürst in der Statt / seinen absonderlichen Amptmann; hat auch jeder seine besondere Burgerschafft / vnd Gassen. Vnd ob zwar die Herren auch jeder absonderlicher Religion seyn / bleiben doch die Vnderthanen bey der Lutherischen vnperturbirt. [135] Die Statt soll Anno 454. erbauet worden seyn / wie Johann Binhard in seiner Thüringischen Chronic lib. 1. p. 15. meldet. Besiehe Johann Becherer in der Thüringischen Chronic p. 337. woher dieser Statt der Name kommen solle / haben wir in Beschreibung der Chur-Mäyntzischen Orth / vnd Heiligen-Statt auff dem Eychsfeld / anzeiget. Oberhalb der Statt ligt / auff einem Steinfelsen / das alte zerflossene Schloß / Nothmanstein genennet / dessen Inwohner man vor Jahren die Nothmänner geheissen; vnd stehen daselbst noch 3. hohe feste steinerne Thürne / deren jeder Grundherr / oder GanErbe / einen innen hat: vnnd wann eine Landhuldigung deß Orts geschiehet / müssen die Vnderthanen zu diesen 3. Thürnen / schwören. Vnder diesem Schloßberge / zu nächst bey den Ampts-Höfen / springet auß einem / in Steinfelsen tieff gehauenem Gange / ein schöner heller / vnnd starcker Brunn / welcher so bald / nach seinem Außfluß / ehe Er gar hinab /durch die Statt / in die Werra fleust / (so vberall eines Doppelhackens-Schuß weit sein mag) 14. Mühlen treibt. Gegen dieser Statt vber / disseit der Werra / ligt der hohe Bergk: vnnd gewaltig gehe abscheuliche Steinfels / der Hellerstein genannt / davon die Alten melden / daß einsmals ein vornehmer Herr / mit einem Pferde herab gesprenget / vnd beyde vnbeschädigt erhalten worden seyen. Diß Ampt hat noch ein absonderlich Gericht / neben einem grossen stuck Waldes / vnfern von Mülhausen ligend / das Gericht wird die Vogtey / vnd der Wald dz Heynich genannt. Joh. Bange / in seiner Thüringischen Chronick / schreibet p. 119. erstlich / also: Anno 1295. zog Keyser Adolff für Dreffurt / vnd machte vber der Statt einen Furth durch die Werra / der heist noch auff diesen Tag deß Königs Furth; da lag Er 9. Wochen für der Statt / vnd Burgk vnnd mochte Sie nicht gewinnen. Zu letzt schoß Er Fewer ein / verbrannte die Statt / ließ auch gegen der Burgk vber / ein groß Blockhauß aufschlagen / vnnd hieß es die Adolphsburg; wird vom Landvolck die Arlsburg genant; darauß thet Er dem Schloß mit werffen solchen schaden / an Gebäwen / vnnd Dächern / daß es das Kriegsvolck auffgeben muste. Hernach aber / p. 129. seq. hat er folgendes: Die Herren von Drefurt thatten Mäyntz-Thüringen / vnd Hessen / mit Rauben / schaden; daher diese drey Fürsten Dreffurt einnahmen / vnd für sich behielten / Anno 1327. sampt dem Hause Nortmandi. Vnd dieses sagt gemelter Bange / nicht wissend / ob etwan ein Druckfähler / in dem Nahmen Nortmandi / stecket.

Henricus Haverus von Kempen / ein Jesuit / hat deß Bergs Meliboci (den theils Malcheberg nennen / theils auch ihme andere Namen geben) hohe vnd grosse Jöcher erforschet / welcher angezeiget / daß er dem Hartzwald eingeschlossen seye / vnnd auch in die Landschafft / oder den Theil von Thüringen reiche / welcher vnter dem Titul Eichsfeld von dem vbrigen Düringischen Gebiet abgesondert / die alte Päpstische Religion behalte / vnnd dem Ertz-Bischoff zu Mäyntz gehörig seye: Vnd was Tacitus erzehle / daß die Catti, oder Hessen / von dem Hartzwald begriffen werden / dasselbe er von dem Meliboco, so Hessen noch der Zeit nachfolge / vnd ende / wahr seyn / zu bestättigen gepflogen hat.

Dann dorther werde die Weser / wie Ptolomaeus recht geschrieben / derivirt, dessen Hülff-Arm / oder Bronnen / so die Werra genannt werde / dieser Berg am nechsten gelegen. Vnd seye deßwegen deß Ländleins Eichsfeld Gräntze der Melibocus, da dieser Berg gegen Abend das Land Hessen ansiehet / inner den Wassern Werra / vnd Vnstrut / eingeschlossen; deren eines vor Zeiten Sachsen von Hessen; die Vnstrudta aber solches von Thüringen vnterschieden hatte. Vnd ist also an den Gräntzen Düringen / vnnd Sachsen der Orth in acht genommen worden / allda Käyser Carolus Magnus in der Herberg deß Mütterlichen Leibleins erstlich zu seyn angefangen hat. Daher auch dieser Käyser / in einer Schanckung dem Closter Fulda beschehen / die Landschafft vmb den Fluß Vnstrudt / vnd auch seinen Hof zu Vargalaha (daselbst er / neben der Mühl empfangen worden) das Land seiner Empfängnuß nennet.

Besagte Werra ist / ohne Zweiffel / ein Zukömbling der Weser / wann es nicht die Weser selbsten ist. Dann was von alten Brieffen bey dem Stifft Fulda vorhanden / [136] in denselben wird gewiß die Werra / VVisara, oder VVesara, genennet: Wiewol sie den jetzigen Namen Werra (welchen / wie theils muthmassen / sie vom Guerra, vnd Verwirren / von der Krümme ihres Canals / vnd dem Streit / vnnd Kampff / den sie mit andern Flüssen / so sie zu sich nimbt / biß die Schleuß mit ihr vereinigt wird / hat / bekommen) nicht ehe von sich legt / biß sie mit der Weser sich vermischet. Wie Christophorus Brouverus lib. 3. Antiq. Fuldens. cap. 12. schreibet: Vnd wir / wegen der Nachbarschafft der Statt Trefurt / allhie vermelden wollen.

Anno 1640. seyn die Bäyrischen den Schwedischen zu Trefurt eingefallen. Es haben vor Zeiten gen Trefurt / Grossen-Beringen / Oster-Beringen / vnnd Wolfes-Beringen / gehört / so hernach die von Wangheim besessen haben.

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