Thüringer Sagenbuch. Zweiter Band/Die Wassernixe in der Zaucke

Die Frau des wilden Jägers Thüringer Sagenbuch. Zweiter Band
von Ludwig Bechstein
Der Pestmann zu Schleiz
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[147]
278.
Die Wassernixen in der Zaucke.

Unter Reitzengeschwende in der Zaucke, zwischen Leutenberg und der Saale, wohnte eine Familie Wassernixen, freundlich und behilflich, in drei Teichen. Wenn man sie brauchte, durfte man nur rufen, gleich kamen sie zur Stelle, und halfen mehr als gewöhnliche Menschen helfen konnten. Deshalb lebten auch die Leute dort herum im besten Einverständnisse mit ihnen. Nur ein Mann aus Reitzengeschwende neckte die guten Nixen, wo er wußte und konnte, und warf Steine in die Teiche, worin sie wohnten. Als er hierauf einstmals über den Damm eines der 3 Teiche fuhr, brach der Wagen zusammen, und alle 4 Räder waren auf einen Ruck zerbrochen. In solcher Noth [148] rief er die Nixen um Hilfe an; aber nur eine Nixe kam auf einer Krücke daher gestelzt und sprach: Sieh her, so hast Du mich mit deinem Steinwerfen zugerichtet und elend gemacht; trage nun die Strafe dafür. So oft Du noch über diesen Damm fährst, wird jedesmal der Wagen unter Dir zusammenbrechen. –