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Siebenter Brief aus der Reichsstadt Schwäbisch-Gmündt (Etzdorf)

Textdaten
Autor: Franz Gottlieb Graf von Etzdorf (Anonym)
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Titel: Siebenter Brief aus der Reichsstadt Schwäbisch-Gmündt
Untertitel:
aus: Reißen durch einige Gegenden von Schwaben und Franken. Den Freunden der Wahrheit gewidmet. Siebenter Brief aus der Reichsstadt Schwäbisch-Gmündt, S. 92–112
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1794
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Erscheinungsort: Frankfurt und Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung: Reisebericht über Aalen und Schwäbisch Gmünd
Siehe Schwäbisch Gmünd
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[92]

Siebenter Brief.
aus
der Reichsstadt Schwäbisch-Gmündt.


Von Ellwangen hieher reißte ich durch die Ellenlange am Kocherflüßchen gelegene Reichs Republick Aalen. Dies Reichsstädtchen ist mit einer Mauer umfaßt, und hat 2 Thore, und eine Hauptstraße, die übrigen Gäßchen sind so klein, so elend, und so stinkend, daß man ohne Eckel sie nicht durchgehen kann. Nicht ein einziges, ansehnliches, so wohl privat, als öffentliches Gebäude, die Kirche allein ausgenommen, ist hier zu finden. Alle Häußer einschließlich des Rathhauses, sind sehr elend, und von Holz und Dreck [93] zusammen genagelt, und gepappet. In der Stadt ist, ausser den 2en Geistlichen, und dem Stadtschreiber, kein Mensch, mit dem ein gutgesitteter Fremder umgehen kann, und dies ist um so auffallender, da doch die Lage der Stadt nicht unangenehm ist, besonders macht das Kocherthal, das gute Felder und Wiesen enthält, um so mehr Reiz für das Auge, als die umliegende Gegend sowohl östlich, als südlich mit holzreichen Bergen umgeben ist.

Die Lebensmittlen sind hier überhaupt nicht theuer, auch herrscht eine ganz gesunde Luft, und doch hat sich hier seit der langen Reihe von Jahren, daß diese Republick existirt, noch kein angesehener, vermögender Fremder niedergelassen.

[94] Der Bach, die Aale genannt, fließt auch durch das kleine Gebiet der Stadt, die ihren eigentlichen Namen diesem Bache zu verdanken hat. Die Stadt soll ehedeme, und zwar im 14ten Jahrhundert noch zum Königreich Böhmen gehört, auch diese Könige ein Schloß hier besessen haben, in dem sie sich zu Zeiten aufhielten. Nicht weit vom Städtchen zeigte man mir einen Platz, den man noch den Burgstall heißt, und wo man noch einige Spuren von einer Maur findet, in diesen Zeiten soll Aalen eine ansehnliche Größe gehabt haben; nachdem aber dasselbe von Böhmen an Oettingen versetzt worden, (Oettingen hat auch wirklich itzo noch einen Zoll hier) kam das Städtchen zwar immer mehr und mehr herab, und verlohr sehr viele seiner Bewohner, aber es machte sich doch im 15ten Jahrhundert [95] ganz von der Oettingischen Unterwürfigkeit, bis auf den einzigen Zoll frey, wozu die Entschlossenheit der wenigen Bürger, und die Armuth und Kraftlosigkeit der Fürsten, und selbst ihre unerträglichen Erpressungen und Schuppereyen den Anlaß gegeben haben.

Das Städtchen, und sein spannenlanges Gebiet, bekennen sich überhaupt zu Luthers Religionsmeinung; und nach Angabe des Herrn Pfarrers, war es Doktor Andreä aus dem Würtembergischen, der schon im ersten Viertel des 16ten Jahrhunderts jene Religionsmeinung hier öffentlich gelehrt haben soll.

Das Städtchen ist indessen von allen Seiten gedrückt, denn, der Herzog von Würtemberg benutzt die sehr reichen Eisenbergwerke, die, wie man mir versichert, so ausgiebig sind, daß der Zentner Erz 80 Pfund reines Eisen gibt, [96] und wovon die Stadt nichts weiter zieht, als 2 kr vom Zentner Weggeld. Den Zehenden, und den Pfarrsatz in Aalen hat Ellwangen. Die einzige Freyheit und Nutzen, den die Stadt von ihrer Jurisdiktion hat, ist, daß die Bürgermeister und Senatoren ihren s. v. Mist selbst aufladen, aufs Feld führen, und brav andere schmutzige Arbeit thun dörfen.

Die Regierungsform des Städtchens ist ganz demokratisch, und 16 Personen, wovon 3 Bürgermeister, die alle 3 Monat in der Regierung umwechseln, und ein Stadtschreiber, der ein Studirter ist, und die Kanzleygeschäfte besorgt, und zwey Geheime, die andern 10 aber nur Senatoren sind, besorgen die ganze Regierung der Stadt und des Gebiets. Der äussere Rath enthält 24 Personen; der erstere aber wie [97] der letztere besteht, der Stadtschreiber ausgenommen, aus lauter Handwerks und Akersleuten.

Das Städtchen befindet sich indessen in den besten ökonomischen Umständen, und hat an gemeiner Baarschaft solchen Vorrath, daß jedem angesessenen Bürger, dem Geld gebricht, damit gegen ganz wohlfeile Zinsen, ausgeholfen wird. Die ganze Volksmenge, die das Städtchen, und alle darzu gehörige Dörfchen ausmachen, mag 2890 bis circa 3000 Personen betragen.

Die Nahrungsquellen der Innwohner bestehen in Viehzucht, Ackerbau, und andern in Städten gewöhnlichen Handwerkern. Die Abgaben der Bürger werden nach eines jeden Umstände berichtiget, und sind daher Niemand beschwerlich, und ganz der Billigkeit angemessen.

[98] Aalen hat auf dem schwäbischen Kreiß zu Ulm unter den Städten die 25te, zu Regensburg aufm Reichstag aber die 35te Stimme. Zu den Kreis und Reichs Abgaben trägt diese Republick auch sehr wenig bey, denn zur Erhaltung des Kammergerichts bezahlt sie 23 Reichsthlr auf jedes Ziel; zur Erhaltung des Landvogts in Altdorf jährlich 10 fl, zum Kreiß aber nur 29 fl.

Das Wappen der Stadt ist ein Aal, der sich mehrmalen in einem rothen Feldchen schlängelt.

Das Städtchen hat auch eine Erziehungs Anstalt, die in einer lateinischen und deutschen Schule bestehen; jedoch werden in der lateinischen Sprache nur die Anfangsgründe derselben bey dem hiesigen Lehrer erlernet; der sein Glück durch Wissenschaft machen will, muß natürlich weiter gehen.

[99] Die Reichsstadt Gmündt liegt an dem Bach Remße, über welche man hier eine steinerne Brücke angelegt hat. Die Stadt ist groß, aber sehr schlecht bewohnt, und liegt in einem Thale, wo fast nichts als Graß wächst. Das schöne und fruchtbare Würtemberger Land, das fast die Stadt umgränzt, verliert 3/4 Stunden vor der Stadt ganz seine Schönheit und Fruchtbarkeit.

Die Bewohner der Stadt bekennen sich zur katholischen Religion, ihre Anzahl mag noch itzo 6200 Seelen ausmachen, vormals sollen hier 18 bis 20000 Menschen gewohnt haben. Die Bürger nähren sich theils mit Baumwoll kartetschen, spinnen, stricken und weben, man macht besonders viele baumwollene Strümpfe, Handschuhe, Müzen und Tücher; theils in Gold- und Silberarbeiten, jedoch haben letztere, [100] seit dem man in Hanau, in Pforzheim, in Ludwigsburg, und in andern Orten mehr, angefangen hat, die nämliche Waar nachzumachen; sehr abgenommen. Die Stadt hat mehrere hübsche und große, so wohl öffentliche als privat Gebäude; auch sind die meisten Straßen breit, und gut gepflastert, die Luft gesund, und die Preißen aller Lebensmittlen zimmlich wohlfeil.

Durch die Stadt führt die Landstraße aus dem Würtembergischen nach Augsburg und Nürnberg, welche der Stadt auch einige Nahrung gibt.

Die Stadt hat mehrere schöne und große Kirchen, unter denen sich jedoch die Hauptkirche zum heil. Kreutz, und die Dominikaner Kirche am vorzüglichsten auszeichnen. Es sind hier 4 Manns und 2 Frauenklöster, nämlich Dominikaner, Augustiner, Minoritten und [101] Kapuziner. Das eine Nonnenkloster ist aus dem Dominikaner, das andere aber aus dem Franziskaner Orden. Das aus dem Dominikaner Orden, liegt vor der Stadt an der Straße nach Aalen, und heißt Gotteszell, und hat auch eine sehr schöne Kirche, ist auch in recht guten ökonomischen Umständen. Dieses letzte Kloster hat so, wie die Reichsstadt selbsten, zu den Zeiten der neuen Religionslehren eines Kalvins und Martin Luthers sehr viel ausgestanden, denn die Protestanten haben darinn grausam gewüthet; indem sie alles ausplünderten, die Innwohner mißhandelten, sengten und mordeten, besonders wurde das Kloster 3mal ganz von ihnen abgebrannt.

Für die Erziehung der Jugend ist hier ein lateinisches Gymnasium, bey dem die Minorittenmönche Lehrer sind, [102] auch hat man eine deutsche Normalschule errichtet, in welcher Lesen und Schreiben, Rechnen, Christenthum, Naturlehre, Geographie, Zeichnen, Musik, und Geschichte ganz ohnentgeldlich gelehrt wird, und wobey die Anzahl der Schüler, so wie die Unkosten der Schule selbst, unglaublich groß sind. Indessen macht diese Anstalt Gmündt immer Ehre.

Die lateinischen Schulen sind nicht weniger gut eingerichtet, und die Lehrer dabey, obschon sie Mönche sind, zeichnen sich als ganz geschickte Männer aus. Es ist lächerlich, wenn einige sagen, die Mönchen können keine gute und geschickte Lehrer seyn: Waren ja doch die Stifter der beyden protestantischen Religionen, auch nichts, als katholische Mönche, die ihrem eigenen Glaubenssystem abtrünnig wurden, und [103] daher ein neues errichteten, das so viel Beyfall gefunden hat, und dem nun Millionen Menschen anhangen, und fest glauben, dadurch allein zum Himmel zu gelangen.

Die Stadt steht in Hinsicht der bischöflichen Jurisdiktion unter dem Bißthum Augsburg, und hier wohnt der Dechant eines Landkapitels.

Um die Stadt herum giebt es sehr wenige Plätze, wo man sich durch angenehme Aleen, oder sonstige Spaziergänge unterhalten kann; indessen ist doch vor der Stadt an der Straße ein zimlich hübscher Garten von einem Privatmanne, Namens Herr v. Stahl, angelegt worden; auch ist an einem Berge die Wallfahrt zu St. Salvator genannt, nebst zweyen Kapellen, einem Kalvarienberg, mit künstlich ausgehauener Steinarbeit befindlich.

[104] Die Regierungsform der Stadt ist Aristokratisch, und besteht in 14 Personen, wovon 3 Bürgermeister und 2 Consulenten sind; von den Consulenten ist auch einer zugleich Stadtschreiber, die übrigen 9 Personen sind Senatoren, die unter sich die Städtmeisters, Cassiers, und andere Stellen theilen, und sich darnach besonders betitteln lassen. Die Stadt besitzt den Blutbann mit einem Reichsschuldheißen, und Faßzieheramt, welche Aemter überhaupt Reichslehn sind, und immer vom ältesten Bürgermeister versehen werden.

Gmündt hat ein Gebiet von 24 Dörfern, die meistens groß, und mit reichen Bauren besetzt sind.

Gmündt als Stadt hat seinen Ursprung den Herrn v. Hohenstaufen, zu deren Besitzungen sie gehörte, zu verdanken; denn Friderich v. Hohenstaufen: [105] der dem Kaiser Heinrich dem 4ten im Kriege tapfer gedient hatte, erhielte, nachdem ihn der Kaiser zum Herzog erhoben, Agnes, des Kaisers Tochter, und mit ihr die Herzogthümer Schwaben und Franken, ließ als Herzog von Schwaben zur Belohnung im Jahr 1094 Gmündt mit Mauren und Gräben umgeben, und versah sie mit Privilegien, auch machte er sich und alle seine Nachkommen zum ersten erblichen Herzog in Schwaben und Franken, da diese vorhin ohne Rücksicht der Familien nur gewählt wurden.

Friderichs Enkel, der mächtige Friderich Rothbarth aber, ertheilte dieser Stadt als Kaiser, noch mehrere Privilegien, besonders, da sie nun eine Municipalstadt seines Bruders Konrads, Herzog in Schwaben, und Pfalzgrafens am Rhein war. Als Konrad ohne [106] männliche Erben starb, fiele das schwäbische Herzogthum wieder dem Kaiser Friderich Rothbarth, die pfälzischen Länder aber, Konrads Tochter, Namens Agnes anheim.

Barbarossens Sohn, der unter dem Namen Kaiser Heinrich der 6te, und als König von Neapel und Sizilien, welche Länder er mit seiner Gemahlin Konstantia erbte, bekannt ist, erweiterte die Privilegien der Stadt Gmündt, und diese Stadt blieb immer eine hohenstaufische Besitzung, von denen 7 nacheinander den kaiserlichen Thron besessen haben, bis endlich Konradin, der Letzte aus dieser merkwürdigen Familie, 1269 nachdem er mit einer deutschen Armee, sein väterliches Erbtheil, die Königreiche Neapel und Sizilien aus den Klauen ihres Usurpateurs, des viehischen Herzogs Karl von Anjou[1] wieder entreissen [107] wollte, aber in Apulien geschlagen, und mit seinem Freund Friderich von Baden, und Herzog von Oestreich gefangen, auf Befehl Karls den 29ten Oktober 1269 aber, durch den Henker in Neapel hingerichtet worden, ward Gmündt eine freye Reichsstadt, und von dieser Zeit an, ist sie auch als eine Republick anzusehen; und als solche hat sie sich bis auf diese Stunde erhalten.

Mehrere Kaiser haben ihre Reichsunmittelbarkeit nicht allein bestättigt, sondern sie auch noch mit mehreren Privilegien begabt, worunter das Reichsschuldheißenamt, der Blutbann, und das Faßzieheramt zu zählen sind.

In der Stadt ist für Arme ein Spital, auch werden von Privatleuten viele Almosen gegeben; die Armen und Bettelanstalten könnten aber dem ohnerachtet immer noch viel besser eingerichtet [108] werden. Das in der Stadt befindliche Augustiner Kloster, ist auch eine Stiftung von den Hohenstaufischen Dinasten, denn, Kaiser Konrad der III hat es Anno 1140 für 12 Mönche, deren nun aber wohl 19 sind, errichtet.

Es ist in der Stadt eine Buchdruckerey, die aber sehr wenig zu thun hat, und[2] fast unbekannt ist. In den Reichs und Kreißanlagen ist Gmündt so zimmlich gut behandelt worden, denn es bezahlt zu jedem Kammerziel 126 Reichsthlr 75 kr, und zum Kreiß 115 fl, hat bey dem Reichstag auf der schwäbischen Städte Bank die 13te, auf dem Kreiß zu Ulm aber, die 10te Stimme zu geben. Da der schwäbische Kreiß überhaupt in 4 Viertel eingetheilt ist; so gehört Gmünd in das Würtembergische, oder in das sogenannte erste Viertel, wovon Würtemberg das Direktorium [109] führt; unter dieses zählt man das Herzogthum Würtemberg selbst, die Grafschaft Oettingen, die Stifter Ellwangen, Neresheim, Elchingen, Söflingen, Eglingen, die Städte Gmünd, Nördlingen, Bopfingen, Heilbronn, Dinkelsbühl, Aalen, Ulm und dessen Gebiet, Halle, Wimpfen, Eßlingen, Kaisersheim, Donauwörth und Reichstadt Weil.

Das zwey kleine Stunden von Gmünd, an der Landstraßen nach Schorndorf, jenseits der Remse auf einem Berge gelegene ehemalige katholische Kloster Lorch, macht nun einen Theil des Herzogthums Würtemberg aus.

Dieses Kloster ist noch eine Stiftung von den schwäbischen Herzogen aus dem hohenstaufischen Hauße; mehrere Personen aus dieser berühmten Familie [110] liegen hier in der Klosterkirch begraben[3]. So lang die Familie der Stifter blühete, war das Kloster unter dem Schutz derselben, nachher aber maßten die allmählich empor gekommene Grafen von Würtemberg sich die Schirmsgerechtigkeit, und der Kastenvogtey über das Kloster an. Bey Entstehung des Lutherthums zohen die würtembergische Herzogen das Kloster mit allem, was es besessen hat, an sich.

Der dabey gelegene schöne Marktflecken mit dem ganzen Kirchensprengel, gehörte ebenfalls ursprünglich der hohenstaufischen Familie, nachher dem Kloster, jetzt Würtemberg, und mag gegen 3300 Seelen in sich enthalten.

Das itzige Herzogliche Haus Würtemberg war zu den Zeiten der Hohenstaufen noch ganz unbekannt. Das Stammschloß liegt zwar nahe am Nekar [111] auf einem Berg, den man den Rothberg nennt, war aber ursprünglich nichts, als ein Raubnest, und der Bewohner dieses Nestes, suchte erst im 13ten Jahrhundert, als die Hohenstaufen zu sinken anfiengen, sich mehrere Güter und Unterthanen zu unterwerfen, und als die Hohenstaufen noch in dem nämlichen Jahrhundert mit Konradin ganz erloschen waren, machte sich ein gewisser Ritter Ulrich von Würtemberg, den man auch Ritter Ulrich mit dem langen Daumen nannte[4], Göppingen, und viele andere hohenstaufische Besitzungen, so wie die Grafschaft Urach zu Theile. Dieser Ulrich mit dem Daumen, ist auch der Einzige und Erste, den man mit Gewißheit noch als Ritter aus dem nun seit 1495 von Kaiser Maximilian I. zu einem Herzog erhobenen Hause Würtemberg, kennt. Im [112] Würtembergischen, selbst in Stuttgart herrscht unter den Lutheranern eine eckelhafte Intolleranz, und Proselitenmacherey; wer sich davon überzeugen will, der lese nur das Stuttgartische Wochenblatt, worinn man von Zeit zu Zeit findet, es sind von den päbstlichen Irrthümmer zur lutherischen Rechtgläubigkeit übergegangen, in diesem Jahr z. B. 6 Personen. Wer die Religions Meinung eines Mönchs, wie doch Martin Luther war, den die meisten Lutheraner selbst zu nennen sich scheuen, für die alleinige Rechtgläubige hält, der muß wohl ein Erzdummkopf seyn, oder alle Jesuiten noch, an Heuchley übertreffen.


Anmerkungen (Wikisource)

Franz Xaver Frey-Donzdorf: Gmünd im Jahre 1794, in: Gmünder Heimatblätter 5 (1932), S. 38-40 teilte den auf Schwäbisch Gmünd bezüglichen Inhalt mit (ohne Identifizierung des Verfassers).

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