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schenke des riches, der küning von Beemen, der ne hat nichenen core, durch daz her nich dudisch nis ...... Die zu deme ersten an deme core benant sin, die ne sollen nicht kiesen nach irme mutwillen, wen, swene die vorsten alle zu küninge irwelet, den sollen se allererst bi namen kiesen.

Daselbst Lehnrecht c. 175 (4, 2): Swenne aber die Dudischen eynen kuning kiesen, unde her zu Rome varet zu der wiunge, so sint plichtich ses vorsten mit yme zu varene, die die ersten in des riches core sin: der bischop von Triere unde von Megenze unde von Colne unde [der] palanzgreve von dem Rine, der herzoge von Sassen unde der markreve von Brandeburch, durch daz deme pabese wizzelich si des kuninges redeliche core.

Die Ursprünglichkeit dieser Anordnung aber wird nicht nur durch Alter und Ansehen der Handschriftengruppe, welche sie bietet, gestützt, sondern in ganz besonders bemerkenswerter Weise durch eine andere Quelle, welche den Sachsenspiegel an dieser Stelle wie an anderen benutzt hat.[1] In den von dem gewöhnlich als Albert von Stade bezeichneten Abt und späteren Minoriten verfaßten Annalen ist wahrscheinlich noch in den vierziger Jahren des 13. Jahrhunderts die Stelle des Sachsenspiegels über die Königswahl in lateinischer Umschreibung wiedergegeben, wobei der Verfasser sich der Textform bediente, welche den Trierer Erzbischof an die erste Stelle setzte. Der Text der fraglichen Stelle lautet unter Auslassung des hier entbehrlichen folgendermaßen[2]:

Electio enim ad istos dinoscitur pertinere. Ex praetaxatione principum et consensu eligunt imperatorem Treverensis, Moguntinus et Coloniensis. Trevirensis enim, licet de Alemannia non sit, ratione antiquitatis eligit ...... Palatinus eligit, quia dapifer est, dux Saxoniae, quia marscalcus, et margravius de Brandenburg, quia camerarius. Rex Boemiae, qui pincerna est, non eligit, quia Teutonicus non est.

Etwa gleichzeitig findet sich eine Aufzählung der Kurfürsten

unter Voranstellung des Trierers auch in den 1242 abgeschlossenen


  1. Ficker, Entstehungszeit des Sachsenspiegels (1859), S. 66 ff.
  2. Ann. Stad. ad a. 1240, MG. SS. XVI, 367.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Zeumer: Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. (Teil 1). Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger, 1908, Seite 210. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeumer_Die_Goldene_Bulle.pdf/228&oldid=3412891 (Version vom 1.8.2018)