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denn inhaltlich hätte sie zu c. XXV gehört, nicht aber hinter die so ganz heterogene Dinge enthaltenden Kapitel XXVI–XXX.

Eine sehr wichtige und sachgemäße Ergänzung zu den in c. VII und XX getroffenen Anordnungen für die Konsolidation der Kurfürstentümer enthält c. XXV. Es macht ganz den Eindruck eines gut vorbereiteten Gesetzes, in welchem wir vielleicht das älteste der für die Ergänzung des Nürnberger Gesetzbuches bestimmten Stücke erblicken dürfen.

Über den Akt der Publikation der Metzer Gesetze berichtet die Notiz, welche sich im böhmischen und von anderer Hand nachgetragen auch im Mainzer Exemplar der Goldenen Bulle vor c. XXIV findet und folgenden Wortlaut hat[1]: Infrascripte leges promulgate sunt in curia Metensi per dominum Karolum quartum Romanorum imperatorem et Boemie regem augustum, anno Domini millesimo trecentesimo quinquagesimo sexto, in die nativitatis Christi, assistentibus sibi omnibus sacri Romani imperii electoribus, presentibus dominus venerabili in Christo patre domino T(alayrandio) episcopo Albanensi sancte Romane ecclesie cardinali ac Karolo regis Francie primogenito Normandie duci illustri ac delphino Wiennensi.

Die Notiz gehört nicht eigentlich dem Texte des Gesetzes selbst an, hat aber doch den Charakter einer amtlichen Nachricht. Ihre Herkunft dürfte in der kaiserlichen oder in der mainzischen Kanzlei zu suchen sein. Wir erfahren hier, daß die Gesetze auf dem Hofe zu Metz am Weihnachtstage 1356 vom Kaiser unter Mitwirkung der Kurfürsten und in Gegenwart des Kardinallegaten und des Herzogs von der Normandie und Delphins von Vienne, Karl, ältesten Sohnes des Königs von Frankreich, veröffentlicht waren. Ebensowenig wie bei der Publikation des Nürnberger Gesetzbuches wird uns hier berichtet, ob die Gesetze durch Verlesen bekanntgemacht wurden, da der gewählte Ausdruck promulgate sunt keinerlei Schluß in dieser Richtung zuläßt. In dem am 17. März 1363 den

Burggrafen von Nürnberg über ihre Erhebung in den Reichsfürstenstand


  1. Sie findet sich auch in dem 1366 ausgefertigten Frankfurter Text und ist hier offenbar aus derselben Vorlage wie in B entnommen. Jedoch fehlt hier (in F) das Tagesdatum, welches in B irrtümlich vom Jahresdatum getrennt und an das Ende der Notiz gesetzt war, gänzlich.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Zeumer: Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. (Teil 1). Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger, 1908, Seite 172. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeumer_Die_Goldene_Bulle.pdf/190&oldid=3412849 (Version vom 1.8.2018)