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Max Horkheimer (Hrsg.): Zeitschrift für Sozialforschung, 3. Jg 1933, Heft 1

Brutalität der Repression, Zusammenbruch aller humanitären Reformen, Überfullung der Gefängnisse, Hunger, Schmutz, Beschäftigungslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, die zu jenen Zuchthausrevolten, jenen Ausbrüchen des Irrsinns führten, von denen eine Zeitlang die Öffentlichkeit der Welt erschüttert wurde[1].

Bisher ist in Deutschland die Behandlung der Gefangenen wenn schon nicht so menschlich, wie mancher annimmt, dennoch nicht so hart wie in Amerika. Aber unsere Humanität ist schwerlich wirksam genug, um den Strafvollzug aus der Sphäre jener fatalen Abhängigkeit herauszubeben, die wir unseren theoretischen Erörterungen als heuristische Maxime zugrunde legten.

Empfohlene Zitierweise:
Max Horkheimer (Hrsg.): Zeitschrift für Sozialforschung, 3. Jg 1933, Heft 1. Librairie Felix Alcan, Paris 1933, Seite 78. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_f%C3%BCr_Sozialforschung_-_Jahrgang_2_-_Heft_1.pdf/80&oldid=- (Version vom 1.7.2022)
  1. Vgl. meinen Aufsatz "Zuchthausrevolten oder Sozialpolitik", Frankfurter Zeitung vom 1. 6. 1930, Nr. 403.