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Diesen Worten folgte schallendes Gelächter. Nur Käthe hielt sich wie aus Anstandsgefühl den Mund zu, um nicht laut aufzulachen.

Wie verwundert über diesen plötzlichen Lärm in der Bude rissen die Tiere in den Käfigen weit die Augen auf. Der Luchs zog sich zurück in den dunklen Hintergrund und die Eulen schmiegten sich dichter aneinander.

„Die Hyäne! Scharrt die Leichen aus und frißt sie lebendig!“

Allgemeine Aufregung herrschte in der Menge. Nur Johann meinte, sie fresse auch „faule Äpfel“, und ein Ulan setzte Zweifel in jene „lebendigen Leichen“…

Zu weiteren Bemerkungen fand sich jedoch keine Zeit.

Man näherte sich dem Bärenkäfig und laute Beifallsrufe begrüßten die unförmliche Masse, die ihre Zotten schüttelte im matten Lichte der über dem Käfig hängenden Lampe.

Beim Anblicke des Mannes im grünen Wams schleppte sich der Bär dicht an den Rand des Käfigs, stellte sich auf die Hintertatzen und streckte die vorderen aus, wie zur Umarmung, indem er die wie geschwollenen Klauen breit auseinanderspreizte.

Der Mann im Wams näherte sich dem Käfig und ließ den Bären seine Schultern umfassen, als behage ihm diese gefährliche Liebkosung.

Ein Weilchen standen sie so eng verbunden da, wie zwei Leidensgenossen, beide stark und trotzdem

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Gabriela Zapolska: Käthe. Berlin o. J., Seite 202. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zapolska_K%C3%A4the.djvu/202&oldid=- (Version vom 1.8.2018)