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Rockschoße festhielt, um ihn nicht im Gedränge zu verlieren, starrte mit Erstaunen nach dem riesigen Ausrufer im phantastischen grünen Wams, mit langen Wachsleinwandstulpen auf den krummgetretenen Stiefeln und einer großen Reitgerte in der dicht behaarten Hand. Mit heiserer Stimme, aber fließend und ohne zu stottern, rief er obige Worte aus und starrte dabei mit gläsernen Augen in die Ferne. Dies war offenbar einer der Führer durch die Menagerie, der einzige, der der Landessprache mächtig, aber ebenso schlecht genährt war und vor Frost zitterte wie die übrigen.

Aus dem Innern der Bude drang das Brüllen einer Löwin und das Heulen eines Wolfes, aber nur gedämpft und weit entfernt von dem gewaltigen erschütternden Lärm in Wüsten und Wäldern. Mehr wie Seufzen und Klagen über die unbarmherzigen Gitter schallte es dumpf durch die Leinwand der Bude.

Ängstlich kauerte Käthe sich nieder und hielt sich noch fester an Johannes Rockschoß, während dieser das Eintrittsgeld bezahlte.

Verächtlich sah er sich um mit den Worten: „Ei! Fräulein, fallen Sie schon um, wenn der Löwe nur den Rachen öffnet? Stehen Sie doch auf, Ihnen wird nichts geschehen. Wozu wär ich denn hier?“

Und den Hut noch schiefer aufdrückend, nahm er ihren Arm, um sie hineinzuführen.

Auf dem Fuße folgte ihnen jener Führer im grünen Wams. Mit der größten Gleichgültigkeit

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Gabriela Zapolska: Käthe. Berlin o. J., Seite 199. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zapolska_K%C3%A4the.djvu/199&oldid=- (Version vom 1.8.2018)