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<poem>Kannst du so schöne Sachen

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O lieber Gott und Herr!

Aus meinen Rippen machen, So nimm der Rippen mehr; Komm her mein liebe Rippe, Sey tausendmal willkomm,

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Geh hin und nimm die Schippe,

Und grab die Erd herum.

Eins will ich euch noch sagen, Den Baum lasst mir mit Fried, Die Frucht so er thut tragen

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Sollt ihr verkosten nit.

Ihr sollt des Tods gleich sterben, Zum Garten naus gejagt, Ins Elend und Verderben, Zum Garten naus gejagt.

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Ach Gott, was schöne Aepfel,

So roth als wie ein Blut, Sie wär’n recht in mein Kröpfel, Ich glaub sie seynd recht gut! Braucht nicht lang zu studieren,

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Könnt bald ein Doktor seyn;

Bräucht nicht lang zu studieren, Könnt bald ein Doktor seyn.

Darauf die Schlang sich krümmet An die verbotne Frucht,

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Anbey ganz lieblich singet:

Glaubt nicht dass dieser Fluch An euch erfüllt soll werden, Viel lieber wird euch seyn Das Leben hier auf Erden,

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Wie Götter könnt ihr seyn.

Mit Gott das lass du bleiben, Fängst schöne Händel an, Er ist im Stand, thut treiben Uns gleich zum Garten naus.

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Adam wo bist hinkrochen?

O weh er ruft uns schon; Adam wo bist hinkrochen? O weh er ruft uns schon.

O Herr! thut mich verschonen,

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Ich kann ja nichts dafür,

Die Rippe hats gethan, Die Schlang hat uns verführt. Die Schlang hat uns versprochen, Wir könnten was bessres seyn,

95

Drauf dachten wir wolltens wagen,

Und haben halt bissen drein.

Kriech mit mir unters Gebüsche, Geschwind lasst uns bedecken, Sonst thut er uns erwischen,

100

Wann er herein thut treten.

Adam wo bist hingangen? O weh! er ruft uns schon! Adam wo bist hingangen? O weh! er ruft uns schon!

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Untreues Lumpeng’sindel,

Wie übel habt ihr g’hausst; Geschwind macht euren Bündel, Packt euch zum Garten naus; In Arbeit sollst du schwitzen,

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Weil dieses hast gethan,

Und bey dem Rocken sitzen, Das ist der Sünden Lohn.

Die Eva wollt nicht gehen, Die rief sich ihren Mann,

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Der wollt ihr nicht beystehen,

Da gieng das Zanken an. – Jezt wird das grösste Wetter Um meinen Hals hergehn, Hätt ich das alte Leder

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Mein Lebtag nicht gesehn!

Zu Fuss sollst du nicht laufen, Ich sags bey meiner Treu, Was Schöns will ich dir kaufen, Wenn Kirchweih kommt herbey.

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Und kriegst du mir erst Kinder,

Wohl übers Jahr hinaus, So wasch ich dir die Windel Und kehr die Stuben aus.[1]



  1. Aus des Knaben Wunderhorn 2, 399 bis 403, mit der Aufschrift: „Construction der Welt. (Mündlich.)“ Einiges darin von Achim von Arnim geändert (Arnim und Brentano S. 244). Vgl. oben S. 82.
Empfohlene Zitierweise:
Reinhold Steig: Frau Auguste Pattberg geb. von Kettner. Koester, Heidelberg 1896, Seite 119. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Steig_Frau_Auguste_Pattberg.djvu/58&oldid=- (Version vom 1.8.2018)