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Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 1.pdf/52

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für Georgs Schwager, König Sigismund, ausgeführt hat, ist der Verfertiger beider Geräte. Es ist mir gelungen, dies aus den stilistischen Zusammenhängen mit den durch die Bezeichungen beglaubigten Werken beider Meister festzustellen. (Vgl. Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen XLVI, 1925 S. 60 ff.)

Bei beiden Gegenständen tritt die Verwendung von Perlmutterplättchen gleichwertig neben dem vergoldeten Silber auf. Es scheint, Peter Flötner ist der erste gewesen, der den hohen ästhetischen Wert der in allen Farben schillernden Perlmutterplättchen erkannt hat und der diesem heute durch unkünstlerische Behandlung entwerteten Material neben der kunstvollsten Bearbeitung von Gold und Silber diesem gleiche Bedeutung verschafft hat. Wann zuerst die Perlmuttermuschel in Deutschland Beachtung gefunden hat und zu Ziergegenständen verarbeitet wurde, habe ich nicht feststellen können. Es ist aber wohl möglich, daß auch neben den Straußeneiern und Kokosnüssen, die schon im Mittelalter, vielleicht auch schon im Altertum zu Geräten und Gefäßen verarbeitet wurden, wovon wir durch die Abbildungen in den Heiligtumbüchern unterrichtet sind, auch schon die Perlmuttermuscheln, deren farbenschillernder Glanz bekanntlich erst durch das Abschleifen der Oberfläche zutage tritt, Beachtung und Verwendung gefunden haben. Diese Muscheln sind zumeist schon an ihren Fundstellen verarbeitet worden und teilweise auch schon an der weißen Schicht mit eingeritzten oder ausgesparten Szenen oder Ornamenten versehen worden und in den Handel gekommen und so nach Europa gelangt. Als frühestes Beispiel dafür, daß die ganze Muschel zu einem Ziergegenstand hier verarbeitet wurde, dient uns die Abbildung in dem Aschaffenburger Inventar des ehemaligen Domschatzes der Stiftskirche zu Halle unter Erzbischof Albrecht von Magdeburg von 1526, die die Halbfiguren eines antiken Kriegers und einer Frau aus einer solchen Perlmuttermuschel herausragend zeigt. Früher als zu solchen Verbindungen scheint die in kleine Plättchen zersägte Perlmutterschale zur Verzierung von Flächen durch Einlegearbeit verwendet worden zu sein. Diese Intarsiaarbeit scheint aus dem Orient sich zuerst in Italien eingebürgert und von hier aus auch in Deutschland sich verbreitet zu haben. Im Grünen Gewölbe sind mehrere Kästchen und eine große Schüssel mit verschiedenartigen Perlmutterplättchen in Asphaltgrund eingelegt, deren Silberschmiedefassung allerdings erst vom Ende des 16. Jhdts. herrührt, deren Musterung aber so engen Anklang an die orientalische Maureske