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Vorstellung beibringen und ihn zu jeder Handlung bestimmen kann. Es wäre ein Mangel an logischer Konsequenz, wollte man nicht auch dem an die Lampe gebundenen Transcendental-Bewußtsein die Fähigkeit zusprechen, durch Streichen von seinem Leibe befreit zu werden; es ist dann ganz selbstverständlich, daß der Hypnotiseur der Lampe den Geist nach seinem eigenen Willen lenken kann. Ich erkläre also mit voller Bestimmtheit und aus meiner wissenschaftlichen Überzeugung: Aladdins Sklave der Lampe hat existiert und seine erstaunlichen Thaten verrichtet. Wenn seine Strafzeit nicht schon beendet, so ist er noch jetzt an die Lampe gebunden. Und wenn diese Lampe vor uns, wie mir zweifellos scheint, die echte Lampe Aladdins ist, so bin ich bereit, empirisch zu erweisen, daß der Geist auch mir gehorchen muß.“

„Sehr schön demonstriert!“ rief Alander belustigt. „Das könnte wörtlich in der „Sphinx“ stehen. Wenn ich nur sicher wäre, daß mir der Geist auch die abgeriebene Patina wieder „reorganisieren“ kann.“

„Schade,“ sagte meine Frau, „es war mir so nett zu denken, daß dies die Lampe Aladdins sei. Aber nachdem Du die Sache philosophisch bewiesen hast, bin ich überzeugt, daß kein Wort davon wahr ist.“

„Das thut mir leid. Dir fehlt das Organ des wissenschaftlichen Glaubens. Aber Sie, Frau Alander, Sie sind ein Sonntagskind, Sie werden an dem Geiste der Lampe nicht zweifeln.“

Wissen Sie,“ sagte Frau Alander, „wenn ich ganz

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Kurd Laßwitz: Seifenblasen. Leopold Voß, Hamburg und Leipzig 1890, Seite 68. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Seifenblasen-Kurd_La%C3%9Fwitz-1890.djvu/68&oldid=- (Version vom 20.8.2021)