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Liste.png Albert Gümbel: Sebald Schreyer und die Sebalduskapelle zu Schwäbisch-Gmünd. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 16, S. 125–150

Mer fur die 4 geschmelzten oder geprennten bletter 11 fl. 6 sh. 6 hlr.

Mer fur 70 stenglein, wegen 24½ lb zu 3 dl., facit 16 sh. 9 hlr.

Mer fur 50 groß und 150 klein keil, wegen 6 lb zu 9 dl., facit 4 sh. 6 hlr.

Mer einzumachen, trinkgelt und zu fur 6 sh.

Summa fensters tut ob 27 guldin rh. landswerung.

Item so hat gemelter Schreyer für solich vensterwerk außen gen dem wettr machen lassen ein netz oder gitter von kupferem drat, darzu kumen ist 43½ lb klein und 14 lb groß kupferen drot zu 20 dl., facit mit 12 dl. zu furn 4 guldin 12 sh. 3 dl. in gold und davon zu machen gegeben 3 guldin reinisch und fur etlich hacken zum anmachen 8 sh. Summa das solich gitter cost tut bei oder ob 8 guldin reinisch.

Item Sebold Schreyer hat auch in soliche vorgemelte capellen einen altar von gehauen steinen machen lassen, der an der lenge hat siben schuh, an der preiten funf schuh, an der hohe, one die staffeln davor, dreu schuh und dreu zol, und die staffeln davor, der zwo sind, haben an der hohe ein schuh und neun zol und an der lenge acht schuh, und die hoh vom altar bis under das gewelb der capellen ist funfundzwainzig schuh und sechs zol, und der schuh zu Gmund ist als lang als der schuh zu Nurmberg; und solicher altar hat fur steinwerk und machlon gecost acht gulden reinisch landswerung, die Schreyer zalt hat am sonntag nach dem jarstag, den dritten januarii, im sibenden jare.

Item Sebolt Schreyer hat ein rot von deckwebern auf Damaschka furtuch [sic] zu einem altartuch mitsamt einem leinen zwifachen altartuch, darzu ailf elen leinbot kumen sind, machen und das furtuch mit schwarzem scheter[1] futern und [mit] Schreyer- und Camermeisterschilten zeichen lassen[2]; und hat mitsamt den leisten von buchstaben, gefrensen und machlon gecost bei drei gulden reinisch landswerung und hat solich altartuch auch gen Gemund zu sant Seboltsaltar in seiner capellen gegeben im 15c und sechsten jar.

Item Sebolt Schreyer hat zwen groß meßen leuchter, daran, nemlich an einem jeden, ein meßen Schreyerschilt ist, machen lassen; haben gewegen hie sechsundvierzig pfund, aber Gemunder gewicht wegen sie ein halb zentner und costen mitsamb dem uncosten, so darauf gangen ist unz gen Gemund, ob funf gulden reinisch, die hat er auch auf sant Seboltsaltar in seiner capellen daselbst zu Gemund gegeben im 15c und sechsten jar.

Item mer ein altartuch mit einem swarzleinbotten furtuch, daran ein barmherzigkeit[3] gemalet ist, mit Schreyer- und Kammermeisters


  1. Eine Art Leinwand. Schmeller-Frommann, II., 482.
  2. Nach mündlicher Mitteilung des Pfarramtes in Gmünd, welchem ich auch an dieser Stelle für alle mir bei meiner Anwesenheit in Gmünd zu teil gewordene Förderung meinen herzlichen Dank sage, ist von den nachstehend geschilderten Altartüchern, Leuchtern, Meßgewändern und -büchern nichts mehr im Besitze der Hlg. Kreuzkirche.
  3. Es war darauf wohl Maria als mater misericordiae, ihren Mantel über [136] Kranke und Bettler ausbreitend, dargestellt, ein häufiger Vorwurf der mittelalterlichen Kunst.
Empfohlene Zitierweise:
Albert Gümbel: Sebald Schreyer und die Sebalduskapelle zu Schwäbisch-Gmünd. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 16, S. 125–150. Schrag, Nürnberg 1904, Seite 135. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Sebald_Schreyer_und_die_Sebalduskapelle_zu_Schwaebisch-Gmuend.pdf/11&oldid=- (Version vom 1.8.2018)