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Pöll. Es ist stumme Freude, gnädigster Herr! die uns allen die Zunge lähmt; aber in unsern Herzen pocht’s um so lauter.

Dreyzehnter Auftritt.
(Weiler mit dem Amtmann herein.)

Amtm. Ihro Durchlaucht sehen Hochdero – treuest – unterthänigst – devotesten Knecht. –

Fürst. Näher! Wie kam er zu seinem gegenwärtigen Dienst?

Amtm. Per Fas & nefas, Ihro Durchlaucht! mit Mühe und Arbeit so zu sagen –

Fürst. Für’s erstere spricht die Verwaltung seines Amts; aber am letztern hab’ ich wichtige Gründe zu zweifeln. Er giebt mir selbst den deutlichsten Beweis, daß er die Gesetze, nach welchen er richten soll, durch seinen Idiotismus eben so verketzert, so wenig er solche im Grunde verstehen mag. Durch falsche Berichte, durch untergeschlagene Accisgelder hat er mich treulos zu hintergehen gesucht, seine Betrügereyen mit dem Namen seines Fürsten gestempelt, um meine Unterthanen durch erdichtete Auflagen zu verderben, und die Gerechtigkeit zur feilen Dirne herabgewürdigt. Er bleibt in seinem Amte suspendirt, bis seine bisherige Verwaltung aufs strengste untersucht worden. Weiler! Sie treten indessen an seine Stelle, bis ich ihre Verdienste besser belohnen, und Ihnen einen Platz bey meiner Regierung anweisen kann. (zum Amtm.) Er kehrt in seine Verwahrung zurück.

Amtm. Durchlauchtigster Fürst! man hat abscheuliche Calumnias wieder mich –

Fürst. Mir aus den Augen.

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Franz Philipp Adolph Schouwärt: Die Ueberschwemmung. , Frankfurt am Mayn 1784, Seite 102. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Schouw%C3%A4rt_%E2%80%93_Die_Ueberschwemmung_(1784).djvu/102&oldid=- (Version vom 24.10.2016)