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… ja, das wär’ halt bequem! – Nein, so bequem wird’s Ihnen nicht gemacht, Herr Lieutenant … Aber wie und wann? – Jetzt könnt’ ich mir doch endlich einmal die Geschichte ordentlich überlegen … überlegt muß ja alles werden … so ist es schon einmal im Leben … Also überlegen wir … Was denn? … – Nein, ist die Luft gut … man sollt’ öfters bei der Nacht in’ Prater geh’n … Ja, das hätt’ mir eben früher einfallen müssen, jetzt ist’s aus mit’m Prater, mit der Luft und mit’m Spazierengeh’n … Ja, also was ist denn? – Ah, fort mit dem Kappl; mir scheint, das drückt mir aufs Gehirn … ich kann ja gar nicht ordentlich denken … Ah … so! … also jetzt Verstand zusammennehmen Gustl … letzte Verfügungen treffen! Also morgen früh wird Schluß gemacht … morgen früh um sieben Uhr … sieben Uhr ist eine schöne Stund’. Haha – also um acht, wenn die Schul’ anfangt, ist alles vorbei … der Kopetzky wird aber keine Schul’ halten können, weil er zu sehr erschüttert sein wird … Aber vielleicht weiß er’s noch gar nicht … man braucht ja nichts zu hören … Den Max Lippay haben sie auch erst am Nachmittag gefunden, und in der Früh hat er sich erschossen, und kein Mensch hat was davon gehört … Aber was geht mich das an, ob der Kopetzky Schul’ halten wird oder nicht?

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Arthur Schnitzler: Lieutenant Gustl. Berlin: S. Fischer, 1906, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Schnitzler_Leutnant_Gustl.djvu/035&oldid=- (Version vom 1.8.2018)