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Joseph Alois Rink: Hohenrechberg. In: Schwäbisches Taschenbuch, 1820. S. 139–158

Die Burg war nie ein Raubschloß; aber doch hatte sie ein Paar harte Stöße, die bekannt sind, auszuhalten. Vor der Erfindung des Pulvers scheint es, daß sie jedem Anfall trotzte; allein in der Folge konnte sie nicht mehr widerstehen. Wegen der Nachbarschaft der ehemaligen Reichsstadt Gmündt, obschon sie selbst und ihre angesehensten adelichen Bürger, Vasallen der Familie waren, hatte sie immer einen zweideutigen Stand neben ihr. 1449 den 29. September zogen die Rothweiler für die Burg. Nur 19 Mann vereidigten sie. Sie wurde im Sturm genommen und 18 von selben ermordet. Im letzten Jahre des dreisigjährigen Kriegs 1648 wurde sie von der französischen Besatzung zu Schorndorf auf eine listige Weise eingenommen und fürchterlich zugerichtet.

Ich will jetzt nur noch von ein Paar Geistergeschichten Meldung thun, nämlich von dem Rechbergischen Klopferle und dem Staufer-Geist.

Der Erste ließ sich bei dem Tode eines Jeden aus der Familie durch Klopfen hören, und zwar fieng er zu klopfen an, sobald keine Rettung mehr für den Kranken übrig war und fuhr fort bis er verschied.

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Joseph Alois Rink: Hohenrechberg. In: Schwäbisches Taschenbuch, 1820. S. 139–158. Sattler, Stuttgart 1819, Seite 155. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Rink_Hohenrechberg.djvu/17&oldid=- (Version vom 1.8.2018)