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persische König verliebt sich in Saudabah, Tochter des Königs Zulzogar, auf den Ruf von ihrer Schönheit. Er überzieht ihren Vater mit Krieg, und die Geliebte ist der Preis des Friedens. Sie wird die zweyte Gemahlin des Caikau, verliebt sich in dessen Sohn Siavesch, der ihre Anträge mit Abscheu zurückweist, und beschuldigt diesen bey seinem Vater, daß er ihr habe Gewalt anthun wollen. Aber eine Feuerprobe befreyet ihn von dem Verdachte,[WS 1] und stellt Saudabah als die Schuldige dar. – Dieß macht eine kurze Episode in einem langen Heldenromane aus.

Ueberhaupt dürfte das Institut der Ritterschaft und ihr Geist schwerlich aus dem Oriente herzuleiten seyn. Daß es dort kühne Abentheurer gegeben habe, deren Ruf auf die Abendländer gewirkt habe, daß solche Abentheurer sich zu einzelnen Korporationen gebildet haben können, das wird Niemand läugnen. [1] Aber eines Theils wird dadurch die zunftmäßige, an ein gewisses Ritual gebundene Verfassung nicht erwiesen; zweytens fragt es sich noch sehr, ob die Abendländer ihre Ideen über die Pflichten und Gebräuche der Ritterschaft nicht den Orientalern mitgetheilt haben? Es ist wahr, die Zweykämpfe waren unter den Arabern sehr gewöhnlich: [2] aber sie sind auch den Alten nicht unbekannt gewesen. Es ist ferner wahr, daß das Ringelrennen bereits im Jahre der Hegire 295 unter den Orientalern bekannt gewesen


  1. Herbelot, Article Bathal, und Douaz deh Rokh. Vergleiche Richardson a. a. O.
  2. Richardson a. a. O. S. 240–248 der Deutschen Uebersetzung.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: hinter Verdachte fehlt das Komma (siehe Verbesserungen)