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beschützen, sondern für die Ehre der Damen Blut und Leben aufs Spiel zu setzen. In diesen Zeiten endlich wurden sie Austheilerinnen des Preises bey Tournieren, Schiedsrichterinnen der Spielgefechte und übernahmen die Rollen allegorischer Personen, personificierter Tugenden u. s. w. bey den pomphaften Aufzügen, woran das Zeitalter so viel Geschmack hatte. Von nun an fangen sie auch an, bey Ritterschlägen gewisse Besorgungen zu übernehmen.

Aber wenn gleich dem schönen Geschlechte diese öffentliche Ehre oft widerfuhr, wenn es zum guten Tone gehörte, sie ihm nicht streitig zu machen; so war es doch gewiß nur eine eitle Ehre, die auf die Behaglichkeit des häuslichen Lebens, auf das Vergnügen des geselligen Umgangs, und auf ihre innere Zufriedenheit und das Ansehn bey ihren Gatten nur sehr wenig Einfluß hatte.

In keinem einzigen Lande von Europa, Frankreich seit der Zeit Franz des Ersten allein ausgenommen, kamen die beyden Geschlechter in gemischten Gesellschaften anders als durch Zufall oder bey öffentlichen Gelegenheiten zusammen. Aber auch alsdann waren sie von eifersüchtigen Männern und Anverwandten bewacht. Ueberall legen die Moralisten dem Manne die Oberherrschaft über die Frau bey. [1] Aus mehreren Zügen erhellet, daß der Gatte diese sehr despotisch ausgeübt, und die Theilnehmerin seiner Schicksale gemeiniglich auf die Sorge für ihren Putz und künstliche Handarbeit eingeschränkt habe. Ungeachtet sich einige Weiber durch höhere Geistesbildung


  1. Z. B. Charron, Montaigne u. s. w.