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brauchten, oft lächerlich wurden; wenn Scherz und Ernst zuweilen in ein und das nehmliche verliebte Gedicht gemischt wurden! Manche Elegien haben einen so skurrilischen Anstrich, [1] daß man den Schalk, der im Herzen lacht, während Mund und Auge weinen, nicht verkennen kann. Daher denn auch jene dritte Art, über die Liebe zu denken, die wir neben den beyden ersten zuweilen in den Werken eines und desselben Troubadours antreffen. Denn wenn er bald von einer bloß auf Ruhm und Ehre gebaueten Liebe begeistert zu seyn scheint, so wird er bald darauf von den kühnsten Hoffnungen, oder von Dankbarkeit für die genossene Frucht seiner Beharrlichkeit belebt; und endlich versichert er: „man müsse in der Liebe die Sache nicht zu ernsthaft nehmen, darüber lachen und scherzen, nie bitten, ohne zugleich zu nehmen, und besonders jene Verwegenheit nicht vernachlässigen, ohne welche in der Liebe nichts auszurichten sey!“ [2]

Unstreitig hat es also damahls bereits Ketzer gegeben, welche an der Wirklichkeit der hohen Bestimmung der Liebe gezweifelt, und in ihr eine bloß sinnliche Leidenschaft, einen durch Beymischung von etwas Witz und Gefühl zur geselligen Unterhaltung dienenden Zug zwischen beyden Geschlechtern gesehen haben. Daher die häufigen Tenzons über die Fragen: ob eine Dame, die Allen gefällig wäre, derjenigen vorzuziehen sey, die nur die Aufwartung eines einzigen Liebhabers leide, aber


  1. S. besonders Bernard de Ventadour, und Doria, und Cigala.
  2. Giraud de Borneil, Deudes de Prades, Faidit, u. a. m.