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entzückten Genießers, der sein gegenwärtiges Glück ewig dauernd erhalten möchte, und es für keinen Preis zu theuer erkauft hält. [1] Vielleicht hatte auch der herrschende Ton der römischen Galanterie noch mehr Antheil daran, als die vorübergehende, eigene Empfindung. Es lag weder in seinem Charakter, noch in seinem Systeme, sich zu vergessen, und sich ganz und auf immer hinzugeben. [2]

Horazens Verdienst um die Liebe besteht darin, daß er der kosenden Unterhaltung, welche ihre Freuden vermehren kann, einen höchst reitzenden Ausdruck geliehen, und ihr neue geschmackvolle Wendungen und Spiele gelehrt hat. [3]

Virgil hat die allerniedrigsten Ideen von der Entstehung und dem Zweck der Liebe in seinen Eclogen und Georgicis verrathen. Er sieht sie für Begierde nach körperlicher Vereinigung an, [4] und nur diese schmückt er zuweilen durch ein reitzenderes Bild, worin sich Feinheit, Fülle und Stärke der Empfindung eines an sich gemeinen Triebes darstellt. [5] Dieß ist aber bey ihm


  1. Carmen 13. Lib. 1.   Carm. 12. L. 2.   Carm. 9. Lib. 3.   Carm. 2. Lib. 4.
  2. Carm. 6. v. 18.[WS 1]   Carm. 23. Lib. 1.
  3. Besonders Carm. 12. v. 25. Lib. 2.   Carm. 9. v. 21. Lib. 1.   Carmen 13. v. 15. Lib. 1.
  4. Eclog. II. v. 63. und 65.   III. v. 100.   VIII. 85.   Georgicon Lib. 3. 242. Viele der hier aufgestellten Bilder sind unserer Denkungsart nach widerlich.
  5. Ecl. III. v. 64. 65.   VII. 55. 59. 63.   X. 54.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Carm. 6. v. 8. (siehe Verbesserungen)