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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/64

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Becher Weins auf den Tisch, aber ehe sie sich niedergesetzt, hatte der Husar schon in’s geheim die zwei Becher verwechselt. Es war aber ein Schlaftrunk in den Becher gethan, der vor ihm stand, und wenn er eingeschlafen wäre, so hätten ihn die Schlangen zerrissen. Nun aber schlief die Prinzessin ein, ehe sie den Becher vollends geleert hatte, und da zog er ihr den Ring vom Finger, löste ihren Halsschmuck und schnitt ihr die Ohrlocke ab. Danach erwachte die Prinzessin und sprach: „Gehe hin und bringe das dem König, das Du von mir genommen hast, dann aber komm wieder, denn Du hast mich erlöst und zu Deinem Herzogthum ein mächtiges Königreich gewonnen.“ Also that der Husar, heirathete danach die Prinzessin und lebte lange Zeit mit ihr in Freude und Glückseligkeit, fuhr aber alle Tage mit Zwölfen.


13. Der lustige Zaunigel.

Zwei Leute hatten lange Zeit glücklich gelebt, doch geriethen sie mit einander einmal in Streit, und dabei wünschte der Mann der Frau einen Zaunigel, das ist ein Stachelschwein. Nach einiger Zeit bekam die Frau wirklich einen Zaunigel und sie pflegte ihn lange und sah ihn an wie ein Kind. Wie der Zaunigel aber größer wurde, ward er gegen seine Eltern unartig, und die brachten ihn zur Strafe bei das Sauschwein, welches eben sechsunddreißig Ferken geworfen hatte, und dachten, das Schwein werde ihn aus Hunger auffressen. Das

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/64&oldid=- (Version vom 1.8.2018)