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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/230

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altes Mütterchen ihrem Sohne, welcher in die Welt gehen wollte, die Worte mit auf den Weg gab: „Fürchte Gott und halte seine Gebote.“ Als nun Jesus mit Petro wieder auf die Stelle kam, riefen sie den Schwan mit goldenen Federn. Sogleich erschien der Schwan und sagte freudig ehe ihn Jesus fragte: „Ja, ja ich habe Gottes Wort gelernt, es heißet: Fürchte Gott und halte seine Gebote.“ Da wurde der Schwan wieder in einen Menschen verwandelt, war glücklich und was er im Sinne hatte, gelang ihm; behielt auch die Macht, sich, wie er nur mochte, in einen Hirsch, einen Fisch und einen Schwan zu verwandeln.

Jesus aber schickte ihn zum Thore hinaus und sagte ihm, er solle den Schinder um eine Kuhhaut ansprechen, der würde sie ihm sogleich geben, davon solle er sich eine prächtige Splitterjungen-Hose (das ist eine Hose, wie ein Knabe sie trägt, der Holz splittern muß) machen lassen. Dies that das Glückskind und Alles traf ein, wie Jesus gesagt hatte. Das Fell gab eine hübsche Hose. Als diese fertig war, schickte ihn Jesus zum König und sagte, er solle Splitterjunge werden, und der König würde ihn gern aufnehmen. Er ging zum König und bot seine Dienste als Splitterjunge an, der König nahm ihn gerne auf. Einige Zeit nachher starb der Kutscher und weil der Splitterjunge sich gut gehalten hatte, so machte ihn der König zu seinem Leibkutscher.

Späterhin brach Krieg aus und der Kutscher mußte seinen Herrn in den Krieg fahren. Unterwegs fiel dem König ein, daß er sein Schwert vergessen habe und er rief aus: daß derjenige, welcher sein Schwert in einer Viertelstunde holen könnte, seine Tochter zur Gemahlin

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 214. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/230&oldid=- (Version vom 1.8.2018)