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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/163

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putzen und gingen davon. Da gab ihm ein gewitzter Kamerad den Rath, an seinen Vater zu schreiben: er sei Lieutenant geworden. Das that er auch. Sein Vater schickte ihm neunhundert Thaler und sogleich waren die Knechte wieder da und putzten und striegelten das Rothpferd. Nach einer Weile war sein Geld all und sogleich verließen die Knechte ihn wieder. Da gab ihm ein gewitzter Kamerad den Rath, an seinen Vater zu schreiben, daß er Rittmeister wäre. Sogleich schickte sein Vater ihm dreizehnhundert Thaler, und die Knechte waren wieder da und putzten und striegelten den Rothfuchs. Als das Geld wieder all war, verschwanden auch sogleich die Knechte und ein gewitzter Kamerad rieth, daß er schreiben solle: er sei Oberst. Da schickte der Edelmann zweitausend Thaler und sogleich waren die Knechte wieder da und striegelten das Rothpferd. Als das Geld all war, waren sie geschwind wieder fort. Da gab ihm ein gewitzter Kamerad den Rath, daß er an seinen Vater schreiben solle: er sei General.

Als der Edelmann diesen Brief empfing, sprach er: fürwahr, mein Sohn macht mir Freude, ich werde ihn einmal besuchen und das Geld selbst überbringen. Weil er aber nicht sogleich abreisen konnte, so wurde das Rothpferd lange Zeit nicht gestriegelt und deshalb ward sein Sohn auf die Wache gebracht. Unterdeß langte der Edelmann mit viertausend Thalern an und hörte, daß sein Sohn nicht General, sondern noch ein gemeiner Soldat sei. Da reiste er sogleich wieder ab, nahm das Geld mit sich und ließ seinen Sohn im Gefängniß sitzen.

Als dieser losgelassen wurde, hörte er, was vorgefallen war und weil er wußte, daß er nun kein Geld

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 147. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/163&oldid=- (Version vom 1.8.2018)