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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/157

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und erzählte weiter von der schönen Gräfin, welche gesagt habe, das Essen sei sauer, und der Räuber sprach wieder: „Mein Kind, das war in meinem Hause nicht.“ Dann erzählte sie, wie die Gräfin gesagt habe, das Essen sei bitter, und der Räuber sprach wieder: „Mein Kind, das war in meinem Hause nicht.“ „Es war ja nur ein Traum,“ sprach das Mädchen, und fuhr fort, wie der Ringfinger ihr auf den Schoos geflogen sei und rief dann plötzlich:

Der Traum ist wahr!
Der Ring ist da!

Damit warf sie ihm den abgehackten Finger mit dem Ringe zu und der Räuber wurde der Gerechtigkeit überantwortet und schäumte vor Wuth, daß er einst zu stolz gewesen war, sich nach dem Ringlein zu bücken.


34. Der Scharfrichter und die Handwerksburschen.

Ein Schuhmacher, ein Schneider und ein Tischler wanderten mit einander und verirrten sich in einem großen Walde. Da mußte der Schneider als der Flinkste auf den Baum steigen, um sich nach Licht umzusehen, und als er es erblickte, gingen sie darauf zu. Sie kamen aber in ein Wirthshaus und bestellten das Abendbrod. Während es bereitet wurde, ging der Schuhmacher in die Küche, sich eine Pfeife Taback anzustecken, da fand er das Dienstmädchen so traurig und als er sie fragte, warum sie so betrübt wäre, sagte es, daß dies ein

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Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 141. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/157&oldid=- (Version vom 1.8.2018)