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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/141

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Tage wieder unter diesen Eichen versammeln sollten.

Darauf gingen alle acht mit ihren Säcken auf die Steinklippe zu, und der Bauer hörte, wie der Oberste der acht Männer vor der Klippe sagte: „Sim-sim-seliger Berg, thu Dich auseinander.“ Da that sich die Steinklippe auseinander und als alle acht in dem Berge waren, hörte er drinnen rufen: „Sim-sim-seliger Berg, thu Dich zusammen.“ Als aber die Verrichtung der Männer vorüber war, rief es drinnen: „Sim-sim-seliger Berg, thu Dich auseinander,“ und da kamen sieben Männer mit gefüllten Säcken aus dem Berge wieder heraus; den achten, der unter der ersten Eiche diesseits des Wassers gestanden, hatte das Loos getroffen, daß er drinnen geopfert war. Der Oberste der Männer aber sprach jetzt: „Sim-sim-seliger Berg, thu Dich zusammen“ und da that sich die Steinklippe zusammen.

Die Rabe sprach jetzt dem Bauer zu, daß er auch in den Berg gehen solle; der aber rief: „Sim-sim-seliger Berg, thu Dich auseinander;“ da öffnete sich die Steinklippe, er ging hinein und hieß ihr dann sich hinter ihm schließen. In der Höhle war Alles vom Schönsten und Besten und war Speise und Wein darin, und viel Kupfer, Silber, Gold, auch viel geprägtes Geld und Edelgestein. Der Bauer ergriff den Sack des todten Mannes, warf aber nicht blos Gold und Edelsteine, sondern zuerst Kupfer und Silber in seinen Sack. Als er so schwer war, daß er ihn kaum zu tragen vermochte, hieß er den Berg sich wieder aufthun und ging damit heim.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/141&oldid=- (Version vom 1.8.2018)