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(I, Taf. 3, 44, 1)[1], Ludwig dem Kinde (I, Taf. 5, 8–10)[2], Otto I. (I, Taf. 7, 1–8)[3], Otto II. (I, Taf. 8. 5–9;


1. Stempel
I, Taf. 2, 6
2. Stempel 3. Stempel
I, Taf. 2, 10
I, Taf. 2, 7 I, Taf. 2, 8 I, Taf. 2, 9
  854 22/7
855 20/3
856 16/6
857 26/8 857 21/4, 28/4, 15/5, 2/6, 18/8
858 2/2, 12/4, 16/4, 29/4
859 1/10 859 1/5, 22/5
860 20/11 860 20/2
861 1/4 861 7/10
862 23/3
863 16/6, 29/10
864 20/8, 18/12
865 19/6 866 6/8
867 14/6, 8/7, 17/8
868 4/2, 12/5, 25/5
870 (20/3)
873 1/2 873 16/6
874 2/2 874 (MR 1502)
875 26/2, 3/4 (3mal), 18/5, 11/8 (2mal), 3/10
  1. Für die Kaiserzeit Karls III. sind fünf Stempel nachweisbar. Hauptsiegel sind Stempel 2 und 4 (I, Taf. 3, 5 und 3, 7). Stempel 2 ist nachweisbar 882 Juli 19 und Sept. 23 (MR 1639 und 1640), denn MR 1610 mit [881] ist Fälschung des 12. Jahrhunderts, reskribiert auf radiertem Diplom, von dem nur noch der Rest eines Rekognitionszeichens unter dem Siegel erhalten ist (II, Taf. 52, 15). Seitdem wird 882 Dez. 2 (MR 1645) und 883 bis 30. Juni (MR 1668) Stempel 4 in Gebrauch genommen, worauf dann Stempel 2 vom 23. Okt. desselben Jahres ab (MR 1677) bis 885 April 15 (MR 1695) unter Ausschluß von Stempel 4 wieder in Gebrauch gesetzt wird, Stempel 4 dann bis 887 Sept. 21 (MR 1758) ausschließlich in Gebrauch bleibt. Neben Stempel 2 kommt Stempel 3 (I, Taf. 3, 6), neben Stempel 4 der Stempel 6 (I, Taf. 4, 1) je einmal vor, doch läßt sich wegen der schlechten Erhaltung nicht erweisen, ob nicht Stempel 3 mit Stempel 2 identisch ist und Stempel 6 wegen seiner rohen, mit den übrigen Siegeln Karls wenig übereinstimmenden Form eine Fälschung ist, die man nach Verlust des Originalsiegels in späterer Zeit der Urkunde beifügte. Neben Stempel 4 finden wir einmal ein Hilfssiegel Stempel 5 886 Okt. 29 (MR 1731), das er, 884 Dez. 12 König von Gallien geworden, wohl auch nur für dortige Empfänger verwandte
    1. Stempel
    I, Taf. 3, 4
    2. Stempel
    I, Taf. 3, 5
    3. Stempel
    I, Taf. 3, 6
    4. Stempel
    I, Taf. 3, 7
    5. Stempel
    I, Taf. 3, 8
    6. Stempel
    4, Taf. 4, 1
    877–880 [881]
    882 19/7, 23/9 [882 4/11] 882 2/12
    883 23/10 883 9/1, 13/2, 23/3, 7/5, 30/6
    884 19/9
    885 15/4 885 23/8 886 29/10
    887 21/9 [887 (MR 1760)]
  2. Stempel 1 der Urkunden Ludwigs des Kindes, zuerst 901 Jan. 1 (MR 1993) nachweisbar, darauf Stempel 2 einmal 902 Aug. 6 (MR 1999). Im Jahre 903 dann abwechselnd Stempel 1 und 2. Im Jahre 904 bis 905 Febr. 6 (MR 2026) allein Stempel 1, worauf seit 14. Februar desselben Jahres (MR 2027) und noch im Jahre 906 (MR 2032) Stempel 2 allein in Gebrauch bleibt. In der Zeit von 909 Jan. 7 (MR 2056) bis 911 Juni 16 (MR 2070) tritt ein neuer, Stempel 3, in Kraft, mit dem zwar schon Urkunde 901 Sept. 13 (MR 1997) besiegelt ist, doch dürfte sie als Neuausfertigung anzusehen sein.
    1. Stempel
    I, Taf. 3, 8
    2. Stempel
    I, Taf. 3, 9
    3. Stempel
    I, Taf. 3, 10
    901 1/1 [901 13/9]
    902 6/8
    903 14/2, 12/8 903 24/6, 9/7
    904 9/2, 10/3, 15/6
    905 21/1, 6/2 905 14/2, 29/4
    906 8/5
    909 7/1, 20/1, 21/5
    910 10/2, 26/7
    911 16/6
  3. In der Kaiserzeit Ottos I. sind Stempel 2 und 3 (St. 372 ist eine Fälschung Falkes, vgl. S. 105) nacheinander verwendet worden und zwar Stempel 2 nur in dem Jahre 962, denn die Echtheit der Urkunde 965 Jan 23 (St. 348) ist fraglich. Eine Urkunde desselben Datums, ebenfalls für Einsiedeln (St. 349, Mon. Germ. DD 275) ist echt, mundiert von LC, während St. 348 eine schon im 10. Jahrhundert angefertigte Nachzeichnung eines Diploms von der Hand des Notars A der italienischen Kanzlei ist. Inhaltlich ist die Urkunde gesichert durch die Bestätigungen Ottos II. von 972 und 975 (St. 571 und 669). Da St. 348 eine Nachzeichnung ist, so hat sie natürlich ohne eine Vorlage, die aber nicht auf uns gekommen ist, nicht entstehen können. Die Urkunde trägt nun ein Siegel (I, Taf. 7, 3), das Otto I. während seines Aufenthaltes, und nur im Jahre 962, geführt hat, während er sich seit 963–65 eines anderen Stempels 3 (I, Taf. 7, 4) bediente. Da das Siegel echt ist, so muß es der echten nachgezeichneten Vorlage entnommen sein, die 962 während des italienischen Aufenthaltes von der Hand des italienischen Notars A entstanden war. Die Nachzeichnung stammt noch aus der Zeit Ottos I. Das Siegel lieferte die Urkunde der Vorlage, das Datum dagegen St. 349. Erstere ist offenbar daraufhin vernichtet worden, woraus zu entnehmen sein dürfte, daß an der Textvorlage wesentliche Veränderungen in Fälscherabsicht vorgenommen worden sind. Seit 965 finden wir die neuen Stempel 4 und 5, die nebeneinander gebraucht werden, denn vermutlich erfolgte die Schenkung 961 April 23 (St. 284) mit Stempel 4, für Magdeburg, zu Wallhausen im April 951 und wurde noch vor Aufbruch des Königs nach Italien, ja vor dem Juli, von LF, der 961 und in den nächsten Jahren der Kanzlei angehörte, aber soviel wir wissen, nicht aus Italien nach Deutschland heimgekehrt ist, nach dem Diktat von LI mundiert. Dieser ist aber erst 965 in der Umgebung des Kaisers nachweisbar, bis dahin mag sich die Besiegelung verzögert haben. – Die mehrfachen Ausfertigungen für Magdeburg wurden mit der Zeit immer häufiger und zugleich, da die Kanzlei sich nicht an eine bestimmte Form der Wiederholung band, wie Sickel darlegt, immer mannigfaltiger. Bald wurde ganz neue Beurkundung beliebt, bald wurde die ursprüngliche Datierung beibehalten, bald wurde sie durch eine neue ersetzt, bald wurde das erste Diktat ganz oder zum Teil wiederholt, bald wurde es stilistisch umgearbeitet. Mag nun nur eine Ausfertigung auf uns gekommen sein oder eine Mehrzahl derselben, so spiegeln sich in ihnen zumeist verschiedene Phasen wieder, so daß sich die eigentliche Entstehungszeit solcher Urkunden schwer feststellen läßt, und das gilt auch von St. 284. Seit Übernahme der Reichskanzlei durch Erzbischof Rupert von Mainz verschwindet Stempel 4. Für die Feststellung des Zeitpunktes, seit dem der Stempel 5 allein fungierte, ist eine Anzahl für das Erzbistum Magdeburg erlassene Urkunden heranzuziehen. Indem [164] Otto I. dieses glänzend auszustatten, aber auch die ursprüngliche Klosterstiftung zu entschädigen bestrebt war, sprach er ihm eine Schenkung nach der andern zu. Mit des Kaisers Freigebigkeit hielt die Tätigkeit der Kanzlei, die sich mit ihm von Ende 966 bis 972 in Italien befand, nicht Schritt. Die Ausfertigung der einzelnen Urkunden, für die das Tagesdatum der Entschliessungen des Kaisers beibehalten wurde, verzögerte sich zum Teil, so daß die Rekognition der einzelnen Stücke zu verschiedenen Zeiten erfolgte. So wurden St. 476b und 477 unterfertigt, als Hatto noch als Erzkaplan galt, d. h. ehe die Nachricht von seinem Tode (17. oder 18. Januar 970) in Pavia eintraf. Das gleiche gilt von St. 479 mit dem Datum 970 Jan. 23. St. 480 mit Jan. 24 und St. 482 mit Jan. 25 wurden dann rekognosziert, als in der Subskription statt des Erzbischofs von Mainz der italienische Erzkanzler Hubert zu nennen war. Noch länger blieb St. 481, ebenfalls mit Jan. 25 liegen, so daß dann in der Unterfertigung bereits Rupert als Nachfolger Hattos in Mainz angeführt wurde. Diese Urkunde ist jedenfalls erst später vollzogen worden, denn Rupert kann nicht wohl vor dem März ernannt, keinesfalls aber am 25. Januar schon Erzkanzler gewesen sein (Sickel, Beiträge zur Dipl. 8, 179). Nach den Ann. Würzb. (Mon. Germ. 2, 272) war Rupert sechs Jahre und neun Monate Erzbischof von Mainz. Da er am 23. Januar 975 (Will, Reg. zur Gesch. der Mainzer Erzb. 1, 117) starb, so müßte er, was jedoch falsch ist, schon 968 Erzbischof gewesen sein. Nimmt man an, daß die Würzburger Annalen sich um zwei Jahre zu viel irrten, so ist Rupert am 13. April 970 Erzbischof geworden, was sich in Einklang mit den unter seinem Namen rekognoszierten Urkunden bringen läßt. Danach würde die Vollziehung von St. 481, 483, 485, 486, 487a, 488, aus der Zeit von 970 Jan. 25 bis April 11, erst nach dem 13. April 970 erfolgt sein. Die nächste nach diesem Datum ausgestellte Urkunde (St. 491) trägt das Datum 970 Aug. 3, wo er nachweislich Erzbischof und Erzkanzler war. Gegen den 24. Januar, also ungefähr eine Woche nach dem Tode Hattos, was möglich ist, muß die Nachricht von dem Ableben des Erzkanzlers aus Mainz in Pavia angelangt sein, da bereits am 24. Januar (St. 480) der italienische Erzkanzler rekognosziert und am 25. (St. 482) rekognosziert und mit Stempel 5 siegelt. Aber auch an demselben Tage (St. 481) rekognosziert und siegelt fortan Hattos Nachfolger Rupert mit demselben Stempel 5 die allein noch vorhandenen drei Originale aus der Zeit vom 7. März bis 11. April 970 (St. 483, 486, 488). Ist aber Ruprecht erst am 13. April 970 zum Erzbischof erhoben, so können jene drei Urkunden erst nach diesem Tage vollzogen und besiegelt worden sein. Eine Schwierigkeit entsteht hierbei: die erste uns erhaltene Urkunde vom 25. Jan. 970 (St. 481), mit der Rekognition Ruperts, ist uns in zwei Exemplaren erhalten, von denen Exemplar A mit Stempel 4, B mit Stempel 5 besiegelt sind. Vermutlich war Exemplar A schon vor Bekanntwerden von Hattos Tode in Pavia zwar besiegelt, aber nicht rekognosziert. Die Rekognition wurde dann, als Rupert Reichskanzler wurde, nachgeholt und ein zweites Exemplar mit Stempel 5 ausgefertigt, beide wurden an Magdeburg, unter dem Datum der Entschließung des Kaisers, ausgehändigt. Unter Otto I. sind mehrfache Ausfertigungen besonders häufig, und zwar bei den zahlreichen Diplomen für die bevorzugte Gründung des Kaisers, für Magdeburg, vorgekommen (vgl. Breßlau UL. 1, 665), wie die Schenkung von Rothenburg an das Erzstift erweist. Jedenfalls ergibt sich aus obigem, daß seit Rupert die gleichzeitige Benutzung der zwei Stempel 4 und 5 aufgegeben und letzterer allein bis zum Jahre 972 Juli 11 (St. 508) in Benutzung geblieben ist. Seitdem kommt von 972 Aug. 18 (St. 516) an ein neuer Stempel 6 bis zum Ende von Ottos I. Regierung in Gebrauch. Stempel 6 findet sich schon an der Urkunde 947 Jan. 15 (St. 141), einem Diplom zweifelhafter Geltung (Mon. Germ. DD, O. I, 85), sowie an Urkunde 966 März 1 (St. 402), die textlich ebenfalls nicht einwandfrei ist und durch nachträgliche Besiegelung zu erklären sein dürfte.
    1. Stempel 2. Stempel
    I, Taf. 7, 3
    3. Stempel
    I, Taf. 7, 4
    4. Stempel
    I, Taf. 7, 5
    5. Stempel
    I, Taf. 7, 6
    6. Stempel
    I, Taf. 7, 7
    1. I, Taf. 7, 1 2. IV, Taf. 73, 3 3. I, Taf. 7, 2
    937–Juni 952 13/6–9/8 952 bis 956 10/3 [947 15/1 St. 141]
    Herbst 956 bis 961 15/7 (Otto II. 961 24/7 Siegelkarenz I, Taf. 8, 1) [961 23/4 St. 284]
    962 21/2, 9/4, 20/4, 29/7
    963 12/9
    964 12/2, 18/2, 29/7, 8/8
    965 5/4
    [965 23/1 St. 348] [965 8/6 St. 372] 965 17/6, 9,7 965 3/4, 2/6, 27/6, 30/6, 9/7, St. 242, 27/11, 29/11, 12/12
    966 7/1, 24/8 966 7/1, 4/2, 16/2, 17/7, 21/8 [966 1/3 St. 402]
    967 23/9
    968 2/10, St. 463. 6/4 968 15/2
    969 30/10
    970 17/1, 25/1 970 25/1, 7/3, 10/4, 11/4, St. 500,
    972 11/7
    972 18/8, 7/10, 18/10
    973 15/3, 15/3, 27/4, 27/4
Empfohlene Zitierweise:
Otto Posse: Die Siegel der deutschen Kaiser und Könige Band 5. Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1913, Seite 163. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Posse_Band_5_0164.jpg&oldid=- (Version vom 1.8.2018)