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Wohlhabenden hat sich vermindert. Der wohlhabendste Bürger besitzt 70 Morgen Felder und 10 Morgen Waldungen, der sog. Mittelmann 25–30 Morgen Felder und 5–6 Morgen Waldungen und die minder Bemittelten besitzen theils nur 1–2 Morgen, theils gar kein Grundeigenthum.

Vor Zeiten bestunden hier nur das Schloßgut und 9 Bauernlehen. Von den letztern wurde eines am Ende des 16. Jahrhunderts zum Schloßgut gekauft[1]; seitdem waren nur noch acht derselben im Orte, von denen bis auf neuere Zeiten ohne höhere Genehmigung und starke Lehenstaxen nichts vertheilt werden durfte, welche aber jetzt alle mehr oder minder zerstückt sind.

Die meist eben gelegene Feldmarkung hat im Allgemeinen einen mittel ergiebigen, düngerbedürftigen Boden, der theils schwer, theils leicht genannt werden darf; vorherrschend sind die Zersetzungen des Hauptmuschelkalks, während die der Lettenkohlengruppe (Lettenkohlendolomit), welche einen leichten, sandigen Boden liefern, untergeordnet sind. Einige Steinbrüche im Lettenkohlensandstein sind in neuerer Zeit abgegangen.

In Folge der hohen Lage ist die Luft trocken, rauh und meist bewegt, nicht selten stürmisch, daher auch feinere Gewächse nicht mehr gedeihen. Frühling und Ernte treten um 2–3 Wochen später ein als im Unterlande. Hagelschlag ist seit 60 Jahren nur 3mal theilweise und 1mal vollständig vorgekommen, indem das 1/4 Stunde westlich gelegene „Burgöscher Wäldle“, eine Wetterscheide bildet.

Die Landwirthschaft wird im Allgemeinen gut betrieben und verbesserte Ackergeräthe, wie z. B. der Schwärzische Pflug, haben Eingang gefunden, übrigens wird der deutsche Pflug zuweilen noch angewendet; auch die Düngerstätten sind ziemlich zweckmäßig angelegt und auf die Gewinnung der Jauche ist man in neuerer Zeit sehr bedacht. Die Winterfrucht wird geschnitten, die Sommerfrucht gemäht.

In dreizelglicher Flureintheilung baut man die gewöhnlichen Cerealien, und in der zu 1/3 angeblümten Brache Kartoffeln, dreibl. Klee, Erbsen, Linsen, Rüben, Reps etc. Auf den Morgen werden 10 Simri Dinkel, 4 Sri. Roggen, 6 Sri. Haber, 4 Sri. Gerste ausgesäet und der durchschnittliche Ertrag eines Morgens wird zu 6–7 Scheffel Dinkel, 3 Scheffel Roggen, 4 Scheffel Haber und 3 Scheffel Gerste angegeben. Die höchsten Preise eines Morgens


  1. Ein Stück desselben „der gemeine Bühl“ wurde 1833 von der königl. Finanzkammer an die Bürgerschaft verkauft.
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Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 214. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/214&oldid=- (Version vom 1.8.2018)